Harry Potter und der Feuerkelch (PS2-Review) von Nedzad Hurabasic

Das Buch ist mittlerweile seit einigen Wochen auch in Deutschland verfügbar, der Film läuft am kommenden Donnerstag in den hiesigen Kinos an und jetzt gibt es - natürlich - auch das passende Videospiel dazu. Kurzum: Die Potter-Manie ist ungebrochen.

Electronic Arts hat sich an die Umsetzung von "Harry Potter und der Feuerkelch" gemacht. Doch im Gegensatz zum Umfang der literarischen Vorlage ist nicht nur das Handbuch ziemlich dünn, auch das Spiel lässt trotz des Einsatzes von Magie zu wünschen übrig.

Dem Vernehmen nach hält sich die Handlung des Spiels eng an die filmische Vorlage und komprimiert die Romanvorlage dementsprechend stark. Diese dreht sich rund um das so genannte Trimagische Turnier der Quidditch-Weltmeisterschaft, das sich in drei Aufgaben unterteilt und so auch im Game widergegeben wird. Drumherum spielt sich die eigentliche Story des Spiels ab, die im Kampf gegen den Oberbösen-Magier Lord Voldemort ihr Finale findet. Bis dahin ist es - kein weiter Weg. Lediglich fünf weitere Level, von denen eins auch noch als kurzes Tutorial daher kommt, müssen bewältigt werden, bis das Ziel erreicht ist. Geübte Spieler werden kaum länger als sechs Stunden benötigen, bis die Magie abgenutzt ist.

Harry Potter und der Feuerkelch - Magie ohne Tiefgang

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Zwar gibt es noch einige Lückenfüller wie "Moodies Herausforderungen", doch auch diese beschränken sich auf kleine Wettbewerbe, bei denen einige Features des Spiels unter Zeitdruck bewältigt werden sollen. Nicht sehr spannend.

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Einmal Hogwarts und zurück
Doch der Reihe nach. Harry Potter hat wie immer seine Zauber-Freunde Ron und Hermine um sich versammelt, die ihm beim Lösen verschiedener Rätsel und Meistern von Gefahren behilflich sind. Wie es sich für Zauber-Gesellen gehört, müssen sie ihr magisches Können zunächst unter Beweis stellen und es auch stetig verbessern.

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Das Spiel bietet dazu in Form einer Unterrichts-Einführung mit dem Titel "Verteidigung gegen die dunklen Künste" Gelegenheit, die von Professor Moody angeleitet wird. Dabei steht es dem Spieler frei, sich für einen der drei Charaktere zu entscheiden, was aber vor Beginn der jeweiligen Level geschehen muss. Unglücklicher- und unverständlicherweise darf leider nicht während der Level zwischen den Spielfiguren gewechselt werden. Hier wurde eine Chance verschenkt, das Spielgeschehen etwas spannender zu gestalten. Wer einen oder zwei Freunde (per Multitap) zur Hand hat, kann mit diesen auch im Kooperationsmodus gleichzeitig spielen und sich währendessen im Einsatz der Zauber absprechen.

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Das nicht per Tastendruck zwischen den drei Figuren gewechselt werden kann, liegt sicher nicht daran, dass das Gamepad mit Funktionen überfrachtet ist. Im Gegenteil. Schon während des Tutorials wird klar, dass die Möglichkeiten der Zauber-Lehrlinge relativ beschränkt sind. Mit "X" lassen sich Flüche wirken, allerdings ist das Plural hier eigentlich unangebracht.

Es gibt eigentlich nur einen einzigen Fluch. Dieser lässt sich in Kombination mit der Zauber-Taste ("Quadrat") zwar zu einigen wenigen anderen Kombinationen ausbauen, doch Auswirkungen auf das Gameplay hat das praktisch keine. Auch die Anzahl der Zauber ist sehr überschaubar und die meisten

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lassen sich zudem nur anwenden, wenn bestimmte Handlungen aktiviert werden müssen. Zauber können entweder in Verbindung mit Objekten oder feindlichen Kreaturen gewirkt werden. Mit "Wingardium Leviosa" können wir sie beispielweise schweben lassen, "Carpe Retractum" zieht Gegenstände oder Kreaturen zu uns heran, z. B., mit dem Ziel, Tore zu öffnen.

Darüber hinaus können Feuer oder glühende Kreaturen mit "Aqua Eructo" gelöscht werden oder per "Herbivicus" Pflanzen und Blätter zum Blühen bzw. Wachsen animiert werden. Das macht anfänglich noch Spaß, mit fortlaufender Spieldauer nutzt sich das aber sehr schnell ab und wird langweilig, da ganz einfach

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die Abwechslung fehlt und sich die Tätigkeiten zu häufig wiederholen. Nervig wirds vor allem dann, wenn einmal erblühte Plflanzen wieder in sich zusammenfallen und erneut bezaubert werden müssen, wenns an den Rückweg geht. Zudem ist der, nicht verstellbare, Schwierigkeitsgrad sehr einfach gehalten.

Keines der Rätsel oder Monster stellt den Spieler vor unüberwindbare Probleme, die nicht im ersten Anlauf gemeistert werden könnten. Insgesamt gibt es lediglich fünf verschiedene Gegnerarten, die obendrein auch nicht wirklich zahlreich auftauchen. Die einzigen Probleme und zuweilen ärgerlichen und nervigen Hindernisse werden vom Spiel selbst verursacht.

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Zum einen wären da die viel zu langen Lade- und Speicherzeiten zu nennen, die immer wieder zu nervigen Wartezeiten nötigen. Weit schlimmer ist jedoch die leider ziemlich dümmliche KI, die die jeweils beiden anderen Spielfiguren steuert. Weder sammeln die Figuren selbsttätig "Bertie Botts Bohnen" ein, die nach dem Vernichten von Gegnern oder dem Bezaubern mancher Gegenstände in der Gegend herumschwirren, noch ist ihre Wegfindung besonders gut gelungen.

Gute Freunde - dumme Freunde
Am schlimmsten ist jedoch, dass sie ständig im Weg stehen und teilweise durch Anteilnahmslosigkeit auffallen. Während der Spieler sich mit den in der Nähe befindlichen Feinden

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auseinander setzt, schauen die beiden Freunde munter zu. Wenn sie sich obendrein zufällig zwischen Feind und Spielfigur befinden, kann gar nicht gezaubert werden. Und das passiert oft! Als weiterer Kritikpunkt muss auch noch die nur sehr eingeschränkt einstellbare Perspektive genannt werden.

Obgleich diese per Knopfdruck angepasst werden können soll, tut sich fast nix, wenn man versucht, sich besseren Einblick zu verschaffen oder gar um die Figur herum zu rotieren. An einigen Stellen kann dies schon recht ärgerlich sein, wenn die Figur beispielsweise hinter einer Mauer verschwindet und nicht mehr zu sehen ist. Schlecht!Der Bewegungsraum des Spielers ist sehr eng gesteckt, man kann praktisch zu keiner Zeit von den festgelegten Wegen abweichen. Das sehr lineare Gameplay erlaubt nur an einigen Weg-Gabelungen auszuwählen, welcher Weg zuerst beschritten werden soll. Das Gameplay fokussiert sich dabei auf zwei wesentliche Elemente. Zum einen wollen die Lehrlinge in Sachen Magiekunde natürlich weiter voranschreiten, was durch das Sammeln der schon erwähnten Bohnen möglich wird.

Diese dienen einerseits als magische Währung und können im so genannten "Denkarium" des Professors gegen Sammelkarten getauscht werden. Damit lassen sich die Fähigkeiten der Charaktere verbessern, sodass die Zaubersprüche effizienter werden oder die Kraftleiste (Lebensenergie) ausgebaut wird und die Figuren mehr Treffer einstecken können. Übrigens können Harry und seine Freunde nicht sterben, sie fallen lediglich in Ohnmacht, wenn ihre Kraft erschöpft ist. .Wer unterwegs genug Schokofrösche sammelt, muss sich darüber aber keine weiteren Gedanken machen und die Figuren erwachen sogleich wieder. Wer keine mehr parat hat, muss an den Anfang der zuletzt (Auto)-gespeicherten Levelposition zurückkehren. Das war aber beim Test kein einziges Mal der Fall. Durch das Sammeln der Bohnen steigt auch die Anzeige für den "Magicus Extremos"-Modus. Einmal aktiviert, wird die Wirkung der Zauber und Flüche für einen begrenzten Zeitraum um ein Vielfaches verstärkt.

Der andere, grundlegende Aspekt des Spielgeschehens ist das Sammeln von Trimagischen Schilden. Nur wer eine vordefinierte Anzahl findet und diese seiner Sammlung hinzufügt, kann die weiteren Areale freischalten und sich bis Voldemort vorankämpfen. Im Verlauf des Spiels werden dadurch auch weitere Gebiete in Leveln freigeschaltet, die schon einmal besucht wurden. Teilweise sind diese neuen Gebiete aber erst dann zugänglich, wenn einige neue Zauber verfügbar werden.Mit welcher Figur der Spieler agieren möchte, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Vor jedem Level darf der Spieler einen der drei Charaktere zur aktiven Figur ernennen und je drei aktive Sammelkarten pro Figur auswählen, die beispielweise die Fähigkeiten verbessern oder Boni gegen bestimmte Gegnerarten verleihen. Nach jedem Level folgt eine Auswertung, die darüber Auskunft gibt, wie oft und wie gut die verschiedenen Zaubersprüche und Kombinationen angewendet wurden.

Dafür gibt es auch Bonuspunkte, die den Rang des Spielers erhöhen und Zugang zu weiteren Sammelkarten verschaffen. Das Spiel nimmt den Gamer nicht nur in Fragen des Ablaufs eng an der Hand, sie übernimmt bei Bedarf auch das Denken. Objekte, die manipuliert werden können, sind mit einem farbigen Punkt markiert. Idiotensicher nennt sich das wohl. Während der drei Trimagischen Duelle und dem Kampf gegen Lord Voldemort ist Harry übrigens ganz auf sich alleine gestellt und muss ohne die Hilfe seiner Gefährten auskommen.Das macht aber nichts, denn die gestellten Aufgaben dürften keinen überfordern und verlangen nur ein wenig Geschick.Mit welcher Figur der Spieler agieren möchte, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Vor jedem Level darf der Spieler einen der drei Charaktere zur aktiven Figur ernennen und je drei aktive Sammelkarten pro Figur auswählen, die beispielweise die Fähigkeiten verbessern oder Boni gegen bestimmte Gegnerarten verleihen. Nach jedem Level folgt eine Auswertung, die darüber Auskunft gibt, wie oft und wie gut die verschiedenen Zaubersprüche und Kombinationen angewendet wurden.

Dafür gibt es auch Bonuspunkte, die den Rang des Spielers erhöhen und Zugang zu weiteren Sammelkarten verschaffen. Das Spiel nimmt den Gamer nicht nur in Fragen des Ablaufs eng an der Hand, sie übernimmt bei Bedarf auch das Denken. Objekte, die manipuliert werden können, sind mit einem farbigen Punkt markiert. Idiotensicher nennt sich das wohl. Während der drei Trimagischen Duelle und dem Kampf gegen Lord Voldemort ist Harry übrigens ganz auf sich alleine gestellt und muss ohne die Hilfe seiner Gefährten auskommen.Das macht aber nichts, denn die gestellten Aufgaben dürften keinen überfordern und verlangen nur ein wenig Geschick.