Dass der Master Chief mit seinen Spielen eine der wichtigsten Marken für Microsoft und Xbox ist, lässt sich an den Zahlen von Halo 4 ablesen: Mehr als 220 Millionen Dollar Umsatz scheffelte das Game in die Kassen des Unternehmens. Damit ist es das erfolgreichste Spiel der Microsoft Studios aller Zeiten. Das am 27. Oktober erscheinende Halo 5: Guardians soll nicht nur an diesen Erfolg anknüpfen, auch die Xbox One soll von der Popularität der Marke profitieren. Microsoft erhofft sich einen gehörigen Verkaufsschub durch Halo 5. Wir haben das neue Abenteuer des Master Chief auf der E3 gezockt.

Halo 5: Guardians wird an die Geschehnisse seines Vorgängers anknüpfen. Acht Monate, nachdem der Spartaner mal wieder die Welt gerettet hat, setzt die Handlung von "Guardians" ein. Im Kern steht die Frage: Wie hat der Master Chief den Verlust von Cortana (an dem es wohl keinen Zweifel geben soll) verwunden? Hat er das überhaupt verkraftet, oder ist er jetzt total durchgedreht? Angeblich soll er Unschuldige umgebracht haben und steht deshalb jetzt sozusagen auf der Fahnungsliste.

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An dieser Stelle kommt der neue Charakter Jameson Locke ins Spiel, der gemeinsam mit drei Gefährten das "Feuerteam Osiris" bildet. Der Auftrag: Den Master Chief innerhalb von drei Tagen aufspüren und herausfinden, was los ist. Der Spartaner mit dem militaärischen Namen Master Chief Petty Officer John-117 ist allerdings auch nicht allein unterwegs. Er hat sich drei alte Kameraden (Frederic-104, Linda-058, Kelly-087) an die Seite geholt - sie bilden das Feuerteam Blau. Interessanterweise ist Frederic-104 vom Rang her sein Vorgesetzter, doch diese Position tritt der natürlich in der Regeln an den Master Chief ab. Für uns als Spieler ergeben sich aus dieser Gesamtkonstellation zwei Konsequenzen:

Nur gemeinsam sind wir stark

Zum einen erleben wir Halo 5 aus zwei unterschiedlichen Perspektiven - die Handlung pendelt zwischen diesen beiden gegensätzlich anmutenden Spartaner-Gruppen und wir spielen sie auch beide! Zum anderen ist das Game so aufgebaut, dass wir die Kampagne als Koop-Game durchzocken können, stürzen uns also zusammen mit bis zu drei Freunden online in die Geschichte um Verlust, Verrat und Freundschaft. Klingt doch spannend, finde ich. Interessant: Spielt man solo, kann man den KI-Begleitern auch Befehle erteilen. Zum Beispiel kann ich sie per D-Pad-Kommando anweisen, eine bestimmte Stellung zu attackieren, Waffen aufzuheben, Geschütze zu bemannen oder sogar den Warthog zu fahren.

Halo 5: Guardians - Der Kaufgrund, den die Xbox One braucht?

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Nicht nur wir Spieler, auch Microsoft wartet sehnsüchtig auf Halo 5.
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Außerdem sehr nützlich: Solange einer der Gefährten lebt, können sie sich gegenseitig und meine Spielfigur wiederbeleben. Die vier Charaktere eines Teams sollen sich laut Entwickler 343 Industries grundsätzlich voneinander unterscheiden. Das drückt sich zum Beispiel in einem individuellen HUD aus, aber auch im Basis-Loadout - also der Bewaffnung der Spartaner. Während die einen mit dem klassischen Sturmgewehr ins Gefecht ziehen, ist bei anderen eine Shotgun oder ein Scharfschützengewehr die Standardwumme.

Was inhaltlich in diesem zweiten Kapitel der Reclaimer-Saga weiter passiert, soll an dieser Stelle natürlich nicht enthüllt werden. Spielerisch soll Halo 5 aber ein Mix aus klassischen und neuen Spiel-Elementen werden, sagen die Entwickler. Ein paar Info-Happen: Für Veteranen wird zum Beispiel interessant sein, dass die Aliens jetzt wieder Englisch sprechen. Außerdem gibt es eine Smart-Link-Funktion, die beim Zielen helfen soll. Das ATS (Artemis Tracking System) von Locke hilft auch dabei, Waffendepots auf dem Schlachtfeld ausfindig zu machen. Und nicht zuletzt soll es alternative Wege durch die Levels geben - eine Abkehr von den allzu "schlauchigen" Erfahrungen der früheren Halo-Games wird also in Aussicht gestellt.

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In der Beta konnten wir schon einen guten Blick auf den Multiplayer werfen. Der Eindruck hat sich auf der E3 bestätigt.
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Warzone - Kampf gegen alles

Während die Kampagne von Halo 4 mit Wohlwollen aufgenommen wurde, gab es beim Mehrspieler-Modus sehr viele kritische Stimmen. Ob sich das grundsätzlich ändert, vermag ich momentan noch nicht einzuschätzen. Allerdings durfte ich in Los Angeles den neuen Modus Warzone ausprobieren. Und DER hat mich bislang ziemlich geflasht! 24 Spieler stürzen sich dabei aufgeteilt in zwei Teams gegeneinander in die Schlacht. Beide Seiten besitzen eine Basis, die zunächst von KI-Feinden, also Aliens, befreit werden muss.

Das hat man in etwa einer Minute geschafft. Erst danach öffnet sich die Map komplett und der PvP-Part geht in die heiße Phase. Jetzt geht es darum, entweder die Stellung des Feindes einzunehmen (was mit zusätzlicher Unterstützung durch KI-Soldaten belohnt wird) und eine neutrale Basis zusätzlich zu erobern, um dann den Energiekern des Feindes zu zerstören. Oder man versucht als erster 1000 Punkte zu erreichen.

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Der Kniff: Nebenbei lungern auch einige KI-Bossgegner und ihre Schergen herum. Wer diese abballert, schaufelt dicke Bonuspunkte aufs Teamkonto. Denn alle 12 Spieler tragen mit ihrer Leistung dazu bei, dass gewonnen (oder verloren) wird. Gleichzeitig steigt auch die gesammte Mannschaft im Level auf, was neue Waffen und vor allem auch Vehikel freischaltet. Nach einem Respawn renne ich also flugs zu einem Terminal und entscheide mich für den Mantis-Mech. Mit dessen Firepower kann man so richtig abräumen und das Punktekonto in die Höhe treiben.

Allein der neue Modus Warzone lässt mich schon jetzt ganz zappelig werden!Ausblick lesen

Auch diverse andere Fahr- und Flugvehiel aus dem Halo-Universum stehen durch Levelaufstiege zur Verfügung, aber natürlich nur in begrenzter Zahl. Ein bisschen Fußvolk braucht man schließlich immer. Das Design der einen bislang gezockten Map schätze ich als solide bis gut ein. Groß Verlaufen kann man sich nicht, sie bietet aber trotzdem ein paar Winkel für Hinterhalte und die KI-Feinde haben feste Positionen, laufen also nicht frei herum. So kann man sich taktisch aufteilen: Während die einen Aliens jagen, knallen die anderen menschliche Gegner ab. Das passt, ist abwechslungsreich und - es macht verdammt viel Spaß!

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