Die gängige Verfahrensweise, um Pausen zwischen zwei aufeinander folgenden Teilen zu überbrücken, nennt man in der Spieleindustrie Add-on, Expansion oder Erweiterungspack. Bungie, Entwickler der beliebten Ego-Shooter-Serie Halo, macht da keine Ausnahme. Er gibt dem Kind einfach einen anderen Namen: HALO 3: ODST. Der Grund? Es ist keine richtige Erweiterung, aber auch keine vollständige Weiterentwicklung, sondern irgendwo dazwischen angesiedelt.

Spieler erleben in der am 22. September erscheinenden Episode die Ereignisse, die letztendlich zu den Geschehnissen in Halo 3 führen. Allerdings müssen Fans diesmal auf den Master Chief, die prägende Figur der Halo-Abenteuer, verzichten.

Halo 3: ODST - Terra Incognita Trailer6 weitere Videos

Der Franz Beckenbauer der Shooter fehlt

Halo ohne die Lichtgestalt, den Super-Spartaner? Kann das funktionieren? Auf der Gamescom haben die Entwickler versucht, uns dieses Szenario schmackhaft zu machen. Da man als Spieler nun im Jahr 2552 die Rolle eines Orbital Drop Shock Trooper einnimmt, eines hochtrainierten Spec-Ops-Soldaten, der als Kanonenfutter vom Himmel fällt und direkt an der Front landet, muss man auf viele gewohnte Annehmlichkeiten verzichten, die man als Spartaner noch zu schätzen wusste.

Halo 3: ODST - Fetter Beef auch ohne Master Chief?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 8/121/12
Die Szenerie ist sehr düster gehalten und orientiert sich an Film Noir-Vorbildern.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Eure Gesundheit regeneriert sich beispielsweise nicht mehr von allein, ihr besitzt ab sofort auch keinen Motiontracker für Feinde mehr und macht keine Supersprünge. Seinen Lebensbalken füllt man z.B. an Energiestationen wieder auf und reagiert in der Schlacht dadurch etwas weniger flexibel auf Verletzungen. Bungie will euch also so richtig "old school" gegen die Covenant antreten lassen, die die Erde mit einer Invasion überziehen. "Es geht ein wenig zurück zu den Wurzeln, ungefähr wie bei Halo 1", erzählt man uns enthusiastisch.

Da man als Spieler nicht mehr so riskant vorpreschen kann wie der Master Chief zuletzt, wird man wohl oder übel neue Taktiken entwickeln müssen - sogar von Schleichmissionen war die Rede. Passend hierzu gibt es zwei neuen Waffen, darunter sogar ein schallgedämpftes Sturmgewehr. Bungie behauptet daher folgerichtig, die größte Herausforderung von Halo 3: ODST seien ein behutsames Vorgehen und die umsichtige Planung der eigenen Aktionen.

Halo 3: ODST - Fetter Beef auch ohne Master Chief?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Auf beeindruckende Zwischensequenzen wird man auch diesmal nicht verzichten müssen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Während der Gamescom-Präsentation sahen wir den Squad-Rookie also häufiger auch aus dem Hinterhalt auf seine Gegner ballern und weniger in Rambo-Manier ungestüm voraushetzen. Doch keine Angst: Mit Titeln wie Splinter Cell hat Halo 3: ODST stilistisch natürlich kaum etwas gemeinsam.

Visor statt Spartaner

Damit ihr in der sehr düster gehaltenen Umgebung von New Mombasa, dessen Design laut offiziellen Aussagen Film-Noir-Vorbildern nachempfunden ist, ohne Bewegungssensor nicht völlig aufgeschmissen seid, erhaltet ihr zumindest eine neue hilfreiche Technologie: den Visor. Dieser beinhaltet eine Art Nachtsichtgerät, mit dem man das Umfeld deutlich besser erkennt. Aber noch wichtiger: Feinde werden mit einer leuchtenden Aura umhüllt, die euch in den Feuergefechten wenigstens einen kleinen visuellen Vorteil verschafft.

Halo 3: ODST - Fetter Beef auch ohne Master Chief?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 8/121/12
Mit aktiviertem Visor erhalten die Gegner eine leuchtende Aura.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Einsatz des Visors scheint unserer aktuellen Einschätzung nach sehr empfehlenswert zu sein, gleichzeitig beraubt man sich jedoch der atmosphärisch sehr dichten Szenerie, in der Rauchschwaden und brennende Gebäude ein gespenstisches Hintergrundambiente erschaffen.

Die Handlung wird immer wieder mithilfe von Rückblenden vorangetrieben, die wichtige Einblicke in die Halo-Vergangenheit bieten und sich parallel zum bisher bekannten Handlungsstrang abspielen. Wem Dutch, Romes, Mickey und Buck ein Begriff sind, weiß, auf welche Charaktere man eventuell treffen wird.

Halo 3: ODST - Fetter Beef auch ohne Master Chief?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Im neuen Modus Firefight tritt man zu viert gegen Horden von Feinden an - Action ohne Ende!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neben der neuen Einzelspielerkampagne bringt Halo 3: ODST einen völlig neuen Koop-Modus für bis zu vier Spieler mit. Dieser heißt schlicht und ergreifend "Firefight" und gibt einem ODST-Team die Möglichkeit, sich gegen immer stärker werdende Wellen von Angreifern zu behaupten. Zusätzlich sollen hier die bereits aus Halo 3 bekannten Schädel inklusive Boni und Mali eine gewichtige Rolle spielen und die Gefechte stark beeinflussen. Daneben werden auf einer separaten zweiten Disk zusätzliche Mehrspieler-Inhalte angeboten.

Back to the Future: Ohne Master Chief geht’s (bestimmt) auch.Ausblick lesen

Mitgeliefert werden demnach nicht nur alle bisherigen 24 „Halo 3“-Maps (inklusive Legendary-, Heroic-, und Mythic-Karten), sondern auch drei völlig neue Gefechtsgebiete. Außerdem wird man, wie schon in Halo 3, auf lieb gewonnene Features wie das "Theater" zurückgreifen können, in dem man seine schönsten oder coolsten Spielmomente erneut erleben und mit der weltweiten Community teilen kann.

I-Tüpfelchen für alle Halo-Fans: Nur wer Halo 3: ODST kauft, erhält Zugang zum Online-Beta-Test von Halo: Reach, der vierten Episode des Shooters, die nach jetzigem Stand 2010 erscheinen soll.