Nachdem bereits PC und Xbox 360 Spieler in den Genuss der prall gefüllten Orange Box gekommen sind, bedient EA nun auch die PS3 Fraktion. Mit der erfolgreichen Half-Life 2 Serie, dem innovativen „Portal“ und einem waschechten Onlineshooter hat Valve eine bunte Mixtur für Actionfans zusammen gestellt. Wie haben die PS3 Version getestet!

Kernstück der Orange Box ist die Konsolenumsetzung von Half-Life 2 inklusive der Addons „Episode One“ und „Episode Two“. Da es sich hierbei um 1:1 Portierungen der PC Titel handelt, dürften vor allem die Spieler angesprochen werden, die Gordon Freeman nicht bereits am PC auf seinen Abenteuern begleitet haben.

Half-Life 2: The Orange Box - Endlich auf Sonys Schwarzer: Erobert die orangene Wundertüte auch die PS3?

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Aus diesem Hauptmenü könnt ihr alle Spiele der Orange Box anwählen.
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Obwohl die Half-Life 2 Serie technisch inzwischen nicht mehr zur Creme de la Creme des Genres zählt, punktet sie nach wie vor beim Gameplay und der hervorragenden Inszenierung. Die Dramatik und Spannung, die unter anderem durch die vielen Zwischensequenzen und die dichte Soundkulisse aufgebaut werden, ziehen jeden Spieler binnen weniger Minuten in ihren Bann.

Massive Ruckler trotz angestaubter Grafik

Vergleicht man Half-Life 2 grafisch mit aktuellen Genrevertretern wie beispielsweise „Call of Duty 4“ oder „Uncharted“, so ist der Valve Titel deutlich unterlegen. Umso erstaunlicher ist es, dass ihr beim Spielen teils deutliche Einbrüche der Framerate in Kauf nehmen müsst. Kommt es zu dichten Gefechten mit mehreren Gegnern und imposanten Explosionen, ruckelt das Spiel teilweise so stark, dass ihr kaum noch richtig zielen könnt.

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Die Half-Life 2 Teile sind nach wie vor sehr atmosphärisch.
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Es ist schon frustrierend, wenn man aufgrund derartiger technischer Beeinträchtigungen sein Bildschirmleben aushaucht oder ein Gefecht aufgrund massiver Ruckler nur mit viel Glück übersteht. Da wir wissen, dass die PS3 durchaus in der Lage ist, imposante Gefechtsszenen flüssig darzustellen, sind die Einbrüche der Framerate wohl leider auf eine unsaubere Portierung zurück zu führen.

Gelungen ist dagegen die Steuerung, die per Gamepad erstaunlich gut von der Hand geht. PS3-Spieler, die Half-Life 2 bereits am PC gespielt haben, werden sich zwar zunächst eine konventionelle Tastatur/Maus Steuerung wünschen, nach einer gewissen Einarbeitungszeit jedoch auch mit dem Gamepad gut zurecht kommen. Geradezu brachial ist die Akustik, die mit satten Waffensounds und atmosphärischen Surround-Effekten aufwartet. Wer eine Dolby Digital-Anlage angeschlossen hat, kommt in punkto Sound voll auf seine Kosten.

Innovatives Futter für die grauen Zellen

Wer die umfangreichen Abenteuer von Gordon Freeman hinter sich gebracht hat oder einfach auf der Suche nach etwas Abwechslung ist, der sollte einen Blick auf „Portal“ werfen. Bei diesem Spiel handelt es sich um einen Rätselspaß der etwas anderen Art. Wie schon bei Half-Life 2 kommt auch hier die hauseigene „Source Engine“ zum Einsatz. Das Geniale: Die vielen unterschiedlichen Levels bewältigt ihr gänzlich ohne Waffeneinsatz. Statt einer dicken Wumme, tragt ihr ein Spezialgerät bei euch, mit dem ihr Portale öffnen könnt.

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Die Rätsel von „Portal“ sind allesamt gut durchdacht und fordernd.
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Um die intelligent designten Levels zu bewältigen, müsst ihr euch euren Weg vorbei an Verteidigungsanlagen und scheinbar unpassierbaren Stellen bahnen. Dazu zielt ihr an eine Wand, die Decke oder den Boden und öffnet per Knopfdruck einen Portaleingang. An anderer Stelle öffnet ihr ebenfalls per Knopfdruck den zugehörigen Portalausgang, womit ihr eine begehbare Verbindung zwischen diesen beiden Punkten geschaffen habt.

Auf diese Weise erreicht ihr selbst die entlegensten Stellen des Levels. Das Ganze spielt sich übrigens nicht nur raffiniert, es sieht auch äußerst interessant aus. So könnt ihr jederzeit einen Blick in den Portaleingang werfen und sehen, was sich hinter dem Ausgang verbirgt. Auf diese Weise lassen sich Gegenstände und Objekte aus völlig neuen Perspektiven betrachten.

Kurzes Portalvergnügen

Leider ist der Spaß nach vier Stunden Spielzeit wieder vorbei. Danach habt ihr immerhin die Möglichkeit, alle Levels nochmals unter Zeitdruck zu bewältigen und neue Bestzeiten aufzustellen. Für lang anhaltenden Spielspaß sorgt dagegen „Team Fortress 2“, die Fortsetzung einer Modifikation für einen viele Jahre alten Egoshooter von ID Software. Bei diesem Titel handelt es sich um einen reinen Onlineshooter, der teamorientiertes Vorgehen erfordert. So treten Team Blau und Team Rot auf sechs verschiedenen Karten gegeneinander an und verfolgen dabei unterschiedliche Ziele.

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Während der Engineer ein Geschütz errichtet, schleicht sich von hinten ein Spy an.
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Je nach Karte müsst ihr geheime Unterlagen aus dem gegnerischen Lager stibitzen, bestimmte taktische Punkte einnehmen oder dem Gegner einfach durch massiven Waffeneinsatz ordentlich einheizen. Jeder Mitspieler entscheidet sich anfangs für eine von insgesamt neun Charakterklassen. Wer es brachial und direkt mag, stürmt die gegnerische Basis als „Heavy Weapon Guy“ oder „Soldier“, die mit Miniguns, Raketenwerfern und Shotguns für viel Wirbel sorgen. Deutlich dezenter gehen dagegen „Sniper“ und „Spy“ vor, die per Scharfschützengewehr aus der Distanz operieren bzw. getarnt in gegnerischen Gefilde schleichen.

Umfangreiche und bunte Mischung interessanter Valve Titel, die in punkto Gameplay überzeugen! Einige technische Schwächen trüben leider den Spielspaß.Fazit lesen

Äußerst interessant sind auch die Charakterklassen „Medic“ und „Engineer“. Ersterer begleitet seine Kameraden an die Front und sorgt für medizinische Versorgung. Der Mechaniker ist dagegen in der Lage, stationäre Geschütze zu errichten, die automatisch auf feindliche Aktivitäten reagieren und den Gegner bei Bedarf unter Beschuss nehmen.

Taktische Finesse

Darüber hinaus kann der Mechaniker auch Portale errichten, mit denen strategisch wichtige Wege verkürzt werden. Entscheidend für ein erfolgreiches Abschneiden, ist eine ausgewogene Zusammenstellung der Teams. Wer beispielsweise keine Supporteinheiten wie „Medics“ oder „Engineers“ in seinen Reihen hat, hat deutlich schlechtere Aussichten auf Erfolg.

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Ein gezielter Schuß des Scharfschützen bringt auch starke Gegner zu Fall.
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Besonders reizvoll ist „Team Fortress 2“ neben dem ausgereiften Gameplay vor allem durch die humorige Präsentation. Die Entwickler haben hier auf einen Comiclook gesetzt, der insbesondere durch witzig gestaltete und animierte Charaktere überzeugt. Obwohl man das Spiel somit eigentlich nie ganz ernst nehmen kann, wurde es trotzdem zensiert. Blut und verstreute Körperteile sucht ihr vergeblich.

Wen das nicht stört, der erhält mit „Team Fortress 2“ einen der derzeit besten Onlineshooter, der aufgrund der Präsentation geradezu zeitlos wirkt und sicherlich auch in ein bis zwei Jahren noch gerne gespielt wird. Insgesamt positiv fallen auch die relativ kurzen Installations- und Ladezeiten auf. Insbesondere die Installation der Orange Box nimmt auf der PS3 im Vergleich zur PC Version deutlich weniger Zeit in Anspruch.