Seit der Veröffentlichung von Half-Life 2: Episode 1 ist bereits deutlich mehr als ein Jahr vergangen, und Entwickler Valve konnte den hochgesteckten eigenen Fahrplan somit einmal mehr nicht einhalten. Nach dem viel zu schnellen Ende des ersten Teils der Trilogie, der vor allem aufgrund seiner Kürze einen faden Beigeschmack hatte, streckte sich die Zeit bis zur heiß erwarteten Fortsetzung wie zäher Gummi.

Doch nun ist Gordon Freeman wieder unterwegs, natürlich auch diesmal unterstützt von der attraktiven Alyx Vance, die ihm mit viel Rat und ein bisschen Tat zur Seite steht. Als Hauptbestandteil der Orange Box, die außerdem noch den Multiplayer-Shooter Team Fortress 2 und Portal sowie Half-Life 2 und dessen Episode 1 enthält, macht Episode 2 Einiges wieder gut.

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Nahtloser Übergang

Nachdem man in Episode 1 am Ende aus City 17 entkommt, knüpft Episode 2 nun nahtlos an das damalige Geschehen an und ihr entsteigt dem entgleisten und völlig zerstörten Bahnwagon, mit dem ihr damals entkommen konntet. Natürlich sind sowohl der abermals sprachlose Freeman als auch die sympathische Labertasche Alyx unverletzt und schon bald wird klar, wie euer neuer Auftrag lautet: Bringt wertvolle Informationen zur Zentrale der Widerstandsbewegung - so schnell wie möglich. Dass sich dabei die halbe feindliche Combine-Armee sowie etliche Zombies und andere Bösewichte auf eure Fersen heften, ist selbstverständlich.

Half-Life 2: Episode 2 - Valve hat es immer noch drauf: Episode 2 ist Half-Life-Gameplay in Höchstform!

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Ein Blick zurück - doch die nächste Aufgabe wartet bereits.
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Endlich geht es bei dieser atemlos inszenierten Action-Tour wieder oft an die Außenwelt, auch wenn ihr euch wegen eines Story-Kniffs, den wir hier nicht offenbaren wollen, zunächst noch mal in den Untergrund wagen müsst, wo ihr zudem den gefährlichen Antlions begegnet. Diese bleiben jedoch eine der wenigen Neuerungen des sechs bis siebenstündigen Dramas, an dem ihr teilhaben dürft.

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Wird es euch gelingen, Alyx zu retten?
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Spielerisch hat sich mit Episode 2 an Half-Life 2 kaum etwas geändert: Ihr werdet abermals von der linearen Spielführung an der Hand genommen und durch die sechs Kapitel gelotst. Doch was in anderen Games störend oder langweilig daherkommt, bemerkt man bei Episode 2 oft gar nicht, denn hier wird das Spiel bzw. die Action von der Story getragen und nicht umgekehrt.

Die übergangslose Erzählung der Geschichte wird nicht durch gerenderte Zwischensequenzen unterbrochen. Wie gewohnt werden diese hier mit der schon etwas veralteten, aber immer noch stimmigen Game-Engine präsentiert und so entsteht ein flüssiger Ablauf, bei dem Witz, Charme und eine hohe Glaubwürdigkeit der Charaktere an erster Stelle stehen. Genial, wenn etwa Doc Kleinert und Professor Magnusson sich zanken und ihr dabei mehr über den Hintergrund der Story erfahrt.

Als Teil der Orange Box ist Episode 2 für alle Action-Fans unverzichtbar und gehört definitiv auf die Einkaufsliste!Fazit lesen

Allzweckwaffe Gravitron-Kanone

Auf diese Weise konfrontiert euch Episode 2 mit immer neuen Herausforderungen und unterschiedlichen Aufgabenstellungen, in deren Mittelpunkt aber auch diesmal oft bewährtes Gameplay-Design steht: Die Gravitations-Kanone dient als Schlüssel für die vielen kleinen "Physik"-Rätsel und Puzzles, mit denen sonst unüberwindbare Hindernisse aus dem Weg geräumt werden oder Maschinen zusammen gesetzt werden, die für das Voranschreiten wichtig sind.

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Die Strider lassen sich von den Combine-Jägern eskortieren.
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Spielwitz und nicht das hirnlose Abballern von tausenden Feinden steht bei diesen Aktionen häufig an erster Stelle. Wichtig ist, dass quasi überhaupt kein Backtracking vorkommt, es geht immer nur in eine Richtung: nach vorne. Sollte man doch einmal einen schon bekannten Raum besuchen müssen, geschieht dies meist über einen Umweg oder einen anderen Zugang bzw. Lift.

Langeweile kommt auf diese Weise praktisch nie auf, da sich auch die Locations deutlich voneinander unterscheiden und ihr nicht ständig durch dieselben Tunnels rennt. Mal kraxelt ihr durch dunkle, klaustrophobische Höhlen, dann fahrt ihr mit einer hochmotorisierten Rostlaube durch dichte Tannenwälder, erkundet verlassene Farmhäuser in den Bergen oder eine Forschungsstation - immer getrieben von dem Willen zu überleben und die wichtigen Informationen an den Widerstand zu liefern und damit vielleicht die Welt zu retten.

Wer dabei nicht dem Charme der Spielfiguren erliegt, die sogar nonverbal mit sehr aussagekräftiger Mimik mehr sagen als andere Helden mit tausend Worten, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Gerade deshalb fühlt man sich nämlich auch als Teil einer größeren Sache, einer Gruppe von Widerstandskämpfern, und nicht nur als einsamer Held, der die Welt im Alleingang rettet.

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Die Combine-Jäger sind gefährliche neue Gegner.
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Natürlich sollte man darüber nicht vergessen, dass es relativ wenige Neuerungen in Episode 2 gibt. Abgesehen von den Antlions bekommt ihr es zwar noch mit den Combine-Jägern zu tun, einer neuen Feindesart, die es durchaus in sich hat. Neue Schießprügel oder anderes Equipment sucht man jedoch leider vergeblich und so müsst ihr euch mit den üblichen Verdächtigen begnügen.

Dem Spielvergnügen tut das aber keinen Abbruch, denn in Sachen Atmosphäre spielt Episode 2 in einer ganz anderen Liga als viele seiner Genre-Kollegen. Nicht zuletzt der finale Level mit einer Konfrontation epischen Ausmaßes dürfte über die kleinen Unzulänglichkeiten hinwegtrösten - und bietet natürlich einen satten Cliffhanger inklusive. Schließlich will man die Spieler auch für Teil drei noch bei der Stange halten.