Über einen Half-Life-Film wird immer wieder diskutiert, bislang ist ein solcher aber noch nicht zustande gekommen. Valves Gabe Newell sprach über einige der Hintergründe mit Jamie Russel für das Buch „Generation Xbox: How Video Games Invaded Hollywod“, welches sich mit dem Thema Filme und Videospiele auseinandersetzt.

Newell beschreibt darin, dass man sich dem Thema Filmumsetzung nicht mehr entziehen könne, da wir nun einmal Crossmedia-Konsumenten sind. „Wenn sie ein Spiel mögen, wollen sie einen Film sehen; wenn sie einen Film mögen, dann wollen sie darin umherrennen und mit Raketen um sich schießen. Sie sagen uns, dass wir eben nicht mehr einfach nur ein Spieleunternehmen sein können.“

Bisher machte Valve aber schlechte Erfahrung damit, denn in vielen Fällen waren die Leute nur auf den Erfolg der Marke aus und verstanden nicht, was sie überhaupt so interessant und erfolgreich gemacht hat. Hätte man die Lizenz einfach an ein Hollywood-Studio übergeben, würde man keine Kontrolle mehr darüber haben und den Fans nicht gerecht werden können, erklärt Newell weiter.

Manchmal waren aber auch einfach nur die Ideen zu abgedreht: „Dieser Autor wollte uns davon überzeugen, dass es cool wäre, diese neumodische Kavallerie mit kevlargeschützten Pferden über das Feld stürmen zu lassen. Es hatte absolut nichts damit zu tun, was Half-Life für unsere Konsumenten zu einer interessanten Entertainmenterfahrung machte.“

Die Lösung? Den Film die Fans machen lassen. Hätte Lucasfilm all das für Star Wars: Episode 1, 2 und 3 erstellte Material den Fans überlassen und ihnen gesagt, sie sollen daraus drei 90-minütige Filme machen, hätten sie einen besseren Film als George Lucas erschaffen, glaubt Newell.

„Ich übertreibe damit überhaupt nicht. Ich bin fest davon überzeugt, sie hätten besseres und qualitativ höherwertiges Entertainment erschaffen als er. Der Schlüssel ist es, die Punkte für die Community zu verbinden, indem man ihnen das Werkzeug gibt, das sie benötigen. Wenn du ein Spiel wie Half-Life 2 modifizieren kannst, gibt es keinen Grund, warum du das nicht auch mit einem einen Film wie 'Die Dunkle Bedrohung' machen kannst.“

Newell glaubt daran, dass auch Hollywood das irgendwann erkennen wird und Filmemacher mit ihrer Fangemeinde zusammenarbeiten.

Bis dahin müssen wir uns aber wohl weiterhin mit Kurzfilmen von Fans zufriedengeben, einige tolle Werke sind nämlich schon entstanden. Zum Beispiel den Zweiteiler Escape from City 17 (Teil 1 und Teil 2 bei YouTube)