Für Freunde des gescheiten Kartenspiels sieht der Spielemarkt aktuell etwas dürftig aus: Abgesehen von meist mageren Umsetzungen von Magic, Yu-Gi-Oh! und Pokémon, gibt es kaum eigene IPs die gerade Hearthstone, dem Online-Kartenspiel aus dem Hause Blizzard, den Kampf ansagen. Doch zum Glück gibt es ja Gwent, welches sich aktuell aber noch in der Closed Beta befindet. Endlich begibt sich ein ernstzunehmender Kontrahent in die Schlacht um die Karten-Krone. Was Gwent und Hearthstone verbindet, unterscheidet und was der eine Titel gegenüber dem anderen besser macht, das lest ihr in unserem Special.

Für die, die noch nie Gwent gespielt haben, hier ein kleines Erklärvideo:

Gwent - Gwent in 60 SekundenEin weiteres Video

Taktikgefühl und Fakten

In Hearthstone spielt ihr mit einem 30 Karten Deck, Legendaries dürfen nur einmal enthalten sein, andere Karten dürft ihr hingegen doppelt spielen. In Gwent liegt die minimale (und damit optimale) Deckgröße bei 25 Karten. Außerdem habt ihr in Hearthstone bei eurem ersten Zug vier beziehungsweise fünf Karten in der Hand, in Gwent beträgt die Starthand ganze 11 Karten - beinahe die Hälfte eures Decks inklusive Heldenfähigkeit. Zwar hilft bei beiden Ablegern die Möglichkeit, ungewollte Handkarten wieder ins Deck zu verfrachten, allerdings ist die Chance, dass ihr eine schlechte Starthand besitzt in Gwent mit himmelweitem Abstand geringer als in Hearthstone. Wenn ihr euer Gwent Deck korrekt gebaut habt, solltet ihr eigentlich immer Mittel und Wege finden, eure gewollte Strategie durchzuziehen.

Gwent vs Hearthstone - Kampf der Titanen - Der direkte Vergleich

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Wenige Karten = Viel Taktik
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In Gwent offenbaren sich durch die hohe Anzahl an Handkarten während des Spiels viel mehr Freiheiten als in Hearthstone. Es gibt dutzende Möglichkeiten, euren Zug zu spielen. In Hearthstone hingegen ist in den allermeisten Fällen eure Entscheidung durch die Manakosten der Karten praktisch vorgegeben, gerade wenn ihr mit populären Control Decks spielt. Zwar bieten diesbezüglich Aggro Decks mehr Optionen (und damit auch eine höhere Chance, einen Zug nicht perfekt zu spielen), dennoch ist hier die Auswahl im Vergleich zu Gwent entscheidend gering. Ein gutes Hearthstone Deck steuert sich praktisch von selbst, das ist bei Gwent nicht der Fall. Dieser Punkt geht also definitiv an das Online-Kartenspiel aus Polen.

Es bleibt die Frage: Macht es euch mehr Spaß, durch Glück oder Können zu gewinnen? Je nachdem sollte eure Wahl auf Hearthstone oder Gwent fallen. Dennoch, so sehr der Funfaktor bei Hearthstone gegeben ist und euch das ein oder andere Spiel gewinnen wird, so werdet ihr auch oft aufgrund von Pech verlieren. In Gwent hingegen kommt fast nie Frust auf - wenn ihr verliert, hättet ihr meistens eine bessere Entscheidung fällen können, um die Niederlage zu verhindern. Somit ist Gwent für Taktiker und ernsthafte Spieler meist die bessere Option der beiden Titel.

Die visuelle Komponente

Optisch gesehen könnten Gwent und Hearthstone unterschiedlicher nicht sein. Klar, Gwent basiert schließlich auf dem USK 18-Titel The Witcher 3, während Hearthstone durch die World of Warcraft-Vorlage deutlich kindgerechter erscheint. Während in Gwent barbarische Schlachten geführt und Monster verschlungen werden, ist Hearthstone nicht umsonst ab null Jahren freigeben. Was euch besser gefällt, ist natürlich komplett euch überlassen, beide Titel setzen ihr jeweiliges Setting gut um. Die grafische Gestaltung lässt bei keinem der zwei Spiele Wünsche offen.

Der Singleplayer

Zwar fokussieren sich beide Titel auf den Multiplayer-Teil, was bei einem Kartenspiel auch nur verständlich ist, trotzdem bietet Hearthstone Singleplayer-Modi an, die gewürdigt werden sollten. So könnt ihr euch in fantastisch designten Abenteuern mit gegnerischen NPCs die Karten um die Ohren hauen, inklusive kreativer Aufgaben: Warum nicht einmal Schach mit Kartenspielen verbinden? Oder euren Kontrahenten auffordern, innerhalb von 7 Runden zu gewinnen, während er mit allerlei Herausforderungen zu kämpfen hat? Diese Abenteuer machen Hearthstone, zumindest zeitweise, auch für Einzelspieler interessant. Vielleicht zieht Gwent diesbezüglich nach, aktuell jedoch kann Hearthstone hier auftrumpfen.

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