Kaum zu glauben, aber wahr: Guitar Hero: Aerosmith ist hierzulande bereits die fünfte Folge des beliebten Musik-Videospiels, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Versionen erscheinen, die einzelne Bands in den Fokus rücken - mit der US-Rock-Band Aerosmith macht man nun den Anfang.

Wo einzelne Downloads nicht mehr als ausreichend und die Fanbasis groß genug erscheinen, mag das sinnvoll sein. Ist das Spiel aber auch für den normalen Guitar Hero-Enthusiasten geeignet, der mit der Musik der "Luftschmiede" nicht so viel anfangen können?

Guitar Hero Aerosmith - Trailer: Making It3 weitere Videos

Authentische Performance

Zunächst sei gesagt, dass sich beim Spielprinzip keine Veränderungen ergeben haben. Guitar Hero: Aerosmith spielt sich vom Ablauf her genau so, wie seine Vorgänger bzw. Guitar Hero 3. Ihr rattert also nach wie vor die Noten auf einer Plastikgitarre nach, wie sie mit bunten Symbolen auf dem Bildschirm vorgegeben werden.

Guitar Hero Aerosmith - Große Klappe, aber auch viel dahinter? Unser Test stellt Steven Tyler & Co. auf den Prüfstand.

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Große Klappe, viel dahinter - Steven Tyler!
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So weit, so gut. Die augenscheinlichste Änderung bei Guitar Hero: Aerosmith ist die Bühnenperformance der nach wie vor im Cartoon-Stil gehaltenen Protagonisten. Sie wird nämlich nicht mehr von austauschbaren No-Name-Gesellen durchgezogen, sondern von Steven Tyler, Joe Perry & Co., deren Bühnengebaren dazu per Motion Capturing eingefangen wurde. Das Resultat ist durchaus sehenswert und vor allem absolut authentisch und entspricht dem, was man vor allem vom Sänger Tyler in Videos und auf der Bühne gewohnt ist.

Da fehlt doch was?

Guitar Hero-Veteranen wissen aber, dass dies in der Praxis eher irrelevant ist, weil man keine Zeit hat, das Geschehen auf der Bühne mitzuverfolgen. Die Augen sind während des Spielens ausschließlich auf das "Notenbrett" gerichtet, weswegen die Show auf der Bühne lediglich als Beschäftigungstherapie für tatenlose Zuschauer dient.

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Authentische Bühnen-Performance.
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Das Hauptaugenmerk bleibt daher auf der musikalischen Karriere, und hier bekommen vor allem Aerosmith-Fans einiges geboten. Auf sechs Bühnen, von der Nipmuc High School bis zum Stadion in Moskau, dürft ihr euch austoben und dabei insgesamt 19 Originalsongs der Rocker nachspielen. Wer alle Inhalte freischaltet, bekommt Zugriff auf weitere zehn Stücke der Band bzw. Solomaterial der eher verunglückten Solokarriere Joe Perrys.

Auch wenn dabei einige der größten Hits der Bandkarriere wie Dream On, Love in an Elevator, Sweet Emotion, Livin' on the Edge und natürlich auch Walk This Way (inkl. Run DMC) geboten werden, müsst ihr auf beliebte Songs wie Janie's Got A Gun oder Cryin' verzichten. Bei einem Backkatalog von 14 Studioalben wäre wohl deutlich mehr drin gewesen. Weshalb die Songauswahl derart spartanisch ausfällt, ist unverständlich.

Die Aerosmith-Songs werden durch zwölf Stücke der jeweiligen "Vorbands" ergänzt, darunter The Cult mit "She Sells Sanctuary", "All Day and All of the Night“ von The Kinks oder auch "Always on the Run" von Lenny Kravitz (featuring Slash). Alles nette Songs, aber weder sind sie allzu anspruchsvoll noch aktuelleren Datums. Soundtechnisch ist das Musikmaterial übrigens über jeden Zweifel erhaben und kann mit den CDs mithalten.

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Auch diverse Vorgruppen haben ihren Auftritt.
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Musikalisch eher weniger anspruchsvoll ist allerdings auch die Mehrzahl der Aerosmith-Songs. Sie sind zwar ganz nett zum Anhören, wenn man sie selbst spielt, geht die Magie für Nicht-Fans allerdings recht schnell verloren. Da fällt umso mehr ins Gewicht, dass der Schwierigkeitsgrad vergleichsweise niedrig angesetzt ist. Erfahrene Spieler können eigentlich gleich mit Spielstufe "Hard" beginnen, denn die Monstersoli oder Super-Riffs vorheriger Guitar Hero-Ausgaben fehlen diesmal fast komplett.

Videos & Multiplayer

Zusätzlich fallen die Hammer-Ons und Pull-Offs in der aktuellen Version noch leichter und auch die Aktivierung der Starpower durch Hochreißen der Gitarre wurde verbessert / erleichtert. Eine große spielerische Herausforderung stellt das Gesamtpaket daher nicht dar, auch wenn es für die meisten immer noch nicht dazu reichen wird, die Songs mit einem Eimer über dem Kopf zu spielen...

Hier greifen nur wahre Aerosmith-Fans zu!Fazit lesen

Um es vor allem für Fans ein wenig attraktiver zu machen, bekommt ihr gelegentlich kleinere Videoschnipsel der Band geboten, die mehr oder weniger amüsante Anekdoten aus ihrer langen Karriere zum Besten geben. Leider ist die Qualität der Videos eher mau und wirkt auch vom Umfang eher unbefriedigend.

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Joe Perry in Action!
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Dasselbe gilt für die nach wie vor drögen "Battles", die ihr in dieser Ausgabe natürlich mit Joe Perry austragt. Was aber daran interessant oder spannend sein soll, dem Widersacher die Seiten zu zerfetzen oder mit ähnlichem Schabernack den Spielspaß zu versauen, erschließt sich auch in den möglichen Online-Schlachten nicht. Denn auch Guitar Hero: Aerosmith kommt natürlich mit einem ausgiebigen Multiplayer-Modus daher.

Wie in den vorherigen Versionen spielt ihr im Koop-Modus miteinander oder tretet im Face-Off gegeneinander an. Durch den ohnehin schon geringen Schwierigkeitsgrad wird jedoch das Bass-Spielen noch einen Tick langweiliger, als es bisher schon war. Wenn gerade kein Freund greifbar ist, nutzt ihr einfach den Online-Modus und zockt mit / gegen die Guitar Hero-Fans aus aller Welt, inklusive Highscore-Tabellen für den virtuellen Schwanzvergleich...