Guitar Hero III: Legends of Rock ist bereits seit einigen Wochen in Amerika erhältlich und verkauft sich dort wie geschnitten Brot. Kein Wunder, schon 2007 liefen die Vorgänger Guitar Hero II und Guitar Hero Encore: Rock the 80s beispiellos erfolgreich. Die Fangemeinde schreit nach mehr. Kann die Ausnahme-Musikspielreihe auch nach dem Verkauf von Entwickler Harmonix an MTV Games bestehen? Wir verraten euch, ob Guitar Hero 3 der Qualität seiner Vorgänger gerecht wird oder ob den neuen Entwicklern der Verstärker durchbrennt.

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Rock you like a Hurricane!

Das A und O eines guten Musikspiels ist immer der Soundtrack. Mit Neversoft hat sich Publisher Activision genau den richtigen Entwickler an Bord geholt, immerhin ist deren Tony Hawk-Reihe vor allem dank der genialen Musikauswahl bekannt geworden. Die Erwartungen der Fangemeinde könnten kaum größer sein, denn in früheren Teilen gab es oft Lizenzprobleme und unerfüllte Musikwünsche.

Guitar Hero 3 - Dreht den Verstärker auf die Elf: Auch Teil drei lässt die Nachbarn verzweifeln.

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Rocken mit Metallica & Co. Rockerherz, was willst du mehr?
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Doch damit ist jetzt Schluss! Guitar Hero 3 kommt mit dem bombastischsten Soundtrack aller Zeiten daher. Bands wie Metallica, The Rolling Stones, Slayer, Aerosmith, In Flames oder Iron Maiden machen den dritten Teil zu einem unvergesslichen Rockerlebnis. Viele Originalversionen, wie zum Beispiel von Weezer, Smashing Pumpkins, Beastie Boys und Muse, runden das köstliche Musiksüppchen ab.

Die wenigsten Songs mussten von der hauseigenen Coverband eingespielt werden. Apropos neu eingespielt: Die Sex Pistols haben exklusiv für Guitar Hero 3 ihren Song „Anarchy in the UK“ neu aufgenommen. Das passende Video aus dem Tonstudio lässt sich als Bonus frei schalten.

Auch kulinarisch sehr Wertvoll

Wobei die lockere Phrase „Musiksüppchen“ dem aktuellen Serienteil kaum gerecht wird. Bei Guitar Hero 3 handelt es sich eher um ein brühend heißes Rock-Chili mit extra viel Fleischeinlage! Denn im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger, Rock the 80s, ist der dritte Teil der Klampfen-Simulation endlich eine vollständige Fortsetzung. Die neue Feature-Liste liest sich wie ein Wunschzettel der Fangemeinde.

Guitar Hero 3 - Dreht den Verstärker auf die Elf: Auch Teil drei lässt die Nachbarn verzweifeln.

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Endlich zu zweit Songs frei schalten. Darauf haben Fans gewartet!
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Erstmals in der Geschichte von Guitar Hero darf der Karrieremodus zu zweit gerockt werden. Dabei werden spezielle Songs gespielt, die auf Lead-, Rhythmus- und Bassgitarre aufgeteilt sind. Diese Musikstücke kann man für ein „Schnelles Spiel“ übrigens nur im Koop-Karrieremodus frei schalten. Damit müssen die Freunde endlich nicht mehr tatenlos herumsitzen, wenn man neue Songs erspielen möchte.

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Ob Letztere aufgrund des neuen Multiplayer-Modus überhaupt die Füße still halten könnten, wagen wir zu bezweifeln. Bei der „Schlacht“ spielt man nicht nur gegeneinander, sondern ärgert seinen Gegenspieler in guter alter Tetris-Manier. Statt Star Power zu sammeln, hagelt es hier die neue „Battle-Power“. Diese ermöglicht verschiedenste Bestrafungen, eine davon tauscht zum Beispiel das Notenbrett eures Gegners von Rechtshänder auf Linkshänder. Fies!

Legenden laden zum Gitarren-PvP

Es gibt viele harte Rocker und gute Gittaristen da Draußen. Doch nur die wenigsten unter ihnen gehören zu den „Legenden“. Schon mal was von Slash oder Tom Morello gehört? Wenn nicht, werden sie euch den virtuellen Hintern versohlen. Insgesamt drei Mal müsst ihr während eurer Karriere ein Duell gegen eine Rocklegende bestehen. Diese spielen sich genau so wie die Multiplayer-Schlacht. Nagelt alle Noten und schmeißt den Starrocker raus, bevor er euch in Grund und Boden stampft.

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Online könnt ihr euer Können unter Beweis stellen!
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Wem das nicht Herausforderung genug ist, darf sich mit anderen Nachwuchsrockern online messen. Sehr zur Freude der Fangemeinde, denn einen Onlinemodus gab es bisher noch nicht. Gespielt werden kann gegen einen Freund oder einen zufällig ausgewählten Spieler. Schwierigkeitsgrad und gewünschter Song lassen sich natürlich frei einstellen. Ranglisten und Highscores sorgen dabei für die richtige Motivation. Herunterladbare Songs halten Spieler bei der Stange.

Auf der offiziellen Seite findet man indes ausführliche Statistiken aller Plattformen, Clans, veranstaltete Turniere und viele andere fesselnde Community-Features. Das hätte man sich zwar alles bereits für den zweiten Teil gewünscht, doch dafür ist die Freude jetzt umso größer. Der Karrieremodus lässt sich übrigens nicht zu zweit online rocken. Schade, so entgehen einem die Koop-Songs, wenn man niemanden hat, um gemeinsam lokal zu zocken.

Wir haben alle Äxte verbessert,… Bom Chicka Rock Rock!

Schleichwerbung? Wir? Niemals! Dafür kann man jetzt in Guitar Hero 3 einen „Axe“-Gitarrenskin kaufen. Nein, keine Axt. Axe, das Körperspray! Dem Spiel schadet das sicher nicht, doch ist es interessant zu sehen, wie weit die tentakelartigen Fangarme der Ingame-Werbung reichen. Definitiv verbessert wurde das Rockwerkzeug. Der Les Paul Controller kommt mit Guitar Hero 3 nämlich kabellos! Nicht nur, dass man so beim Bangen nicht mehr auf die Schnauze fliegt - die schnurlose Klampfe funktioniert sogar mit Guitar Hero 2.

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Die kabellose Les Paul Gitarre rockt!
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Als wenn das nicht schon Grund genug für einen Kauf wäre, wurde die schicke „Metal-Harfe“ auch spielerisch verbessert. Waren beim Vorgänger die Knöpfe etwas zu locker, sitzen sie jetzt genau richtig. Die Whammybar hat den perfekten Widerstand zum swingen und die Strumbar nudelt nicht mehr so schnell aus. Start- und Selectknopf wurden wieder vergrößert (Anm. des Autors: Es gibt einen Gott! Danke!). So lässt es sich rocken.

Auch optisch gibt es auf dem Spielfeld Neuerungen. Die Anzeigen für Punktestand, Star Power und das „Rock o Meter“ haben ein schickeres Design verpasst bekommen. Toppen kann das nur noch die neue Anzeige für die Notenfolge. Ab etwa 30 hintereinander getroffenen Noten erscheint ein kleines Schild unter der Punkteanzeige, die euch über euren Notenerfolg informiert.

Spiel mir das Lied von der Drachenkraft

Neversoft musste Guitar Hero 3 entwickeln, ohne auf den Programm-Code der Vorgänger zurückgreifen zu können. Die Arbeit ist ihnen sichtlich gelungen, dennoch werden Profis einige kleinere Unterschiede bemerken. Man hat jetzt beispielsweise ein minimal größeres Zeitfenster, um eine Note zu treffen. Das macht die Gitarrensimulation sehr viel Einsteigerfreundlicher.

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Gitarren-Pros treffen im Spiel auf Rock-Legenden.
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Gitarrengötter müssen sich dennoch keine Sorgen um ihren geliebt hohen Schwierigkeitsgrad machen. Verbesserte Hammer Ons, eine Technik um Noten ohne Anschlagen zu spielen, kommen viel öfter zum Einsatz als in Teil 2. Zudem gibt es wieder jede Menge knüppelharter Songs, die bewältigt werden wollen. Sei es Metallicas One oder das furiose Through Fire and Flames von Dragonforce – wer diese Songs auf Profi spielt, muss mit bösem Muskelkater rechnen.

In allen Songs macht sich vor allem eine Tendenz zu schnellen Wechseln von Zweier- und Dreier-Akkorden bemerkbar. So werden erfahrene Rocker auf ein Neues gefordert. Fragt sich nur, womit die Jungs im vierten Teil aufwarten wollen.

Lieber Weihnachtsmann, …

Neversofts Einfluss auf das Spiel zeigt sich vor allem im Design. Die auswählbaren Charaktere wirken viel markanter und düsterer als in den Vorgängern. Die Animationen auf der Bühne sehen allesamt sehr gut aus, wirken jedoch etwas steif. Besonders der Drummer sieht aus, als ob er - *pardon* - einen Stock im Hintern hätte. Sehr bewundernswert hingegen ist die Lippensynchronität des Sängers – hier wurde stark nachgebessert!

Außerdem neu: Zwischensequenzen frischen jetzt den Karrieremodus auf und erzählen euch die Geschichte eurer Band. Die Vignetten wurden übrigens im Stil der Gorillaz-Videos produziert, sehen also richtig schick aus. Auch viele neue Bühnen – und erstmals mehrere pro Spielabschnitt – haben ihren Weg ins Spiel gefunden.

Und Jetzt, wo die alte Wunschliste der Fans praktisch nutzlos ist, wird es Zeit für eine Neue! Für Guitar Hero 4 wünschen wir uns mehr Geschichte im Karrieremodus, einfach mehr Rock-Flair. Ein Charakter-Editor wäre sehr wünschenswert, oder zumindest bessere Individualisierungsmöglichkeiten seines Charakters für die Online-Modi