Guitar Hero rockt. Wer es noch nicht gespielt hat, weiß wirklich nicht, was ihm entgeht. Großartige Songs, eingängiges und von Suchtpotenzial geprägtes Gameplay, jede Menge Multiplayer-Spaß und der wohl abgefahrenste Controller aller Zeiten. Wer bereits in den Genuss der PS2-Version kam, sollte hier einen Grund finden, sich ebenfalls die Xbox 360-Version zuzulegen. Alle Anderen sollten dies sowieso tun.

Überarbeitete Grafik und Sound der nächsten Generation, neue Songs und herunterladbare Inhalte. Das beste Guitar Hero aller Zeiten? Wir verraten es euch!

Guitar Hero 2 - GC 2006 TrailerEin weiteres Video

Altes Prinzip, neue Inhalte
Xbox-Jünger freut euch! Denn mit Guitar Hero 2 hat es das erste Musikspiel auf Microsofts Konsole geschafft… und es wurde verdammt noch mal Zeit! Doch auch PS2-Gitarrenfreunde sollten ein Auge auf diesen Titel werfen. Es gibt jede Menge Neues zu entdecken!

Eines vorweg: Dieser Artikel behandelt die Portierung der PS2-Version auf Microsofts Nextgen-Konsole. Daher möchten wir alle, die mit Guitar Hero nicht vertraut sind, bitten, sich bei Gelegenheit unser PS2-Review anzuschauen. Dort gehen wir genauer auf die Spielmechanismen der Rocksimulation ein.

Guitar Hero 2 - Das beste Spiel aller Zeiten rockt jetzt auch die 360: wieder eine Rekordwertung?

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Dieser Rockstar scheint vom Sternzeichen Widder zu sein...
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Normalerweise sind PS2-Portierungen auf der XBox 360 eher unspektakulär umgesetzt - ähnliche Grafik, gleiches Gameplay, gleiches Spiel. RedOctane planscht zum Glück nicht in diesem Klischee-Bad und macht es besser. Insgesamt zehn neue Songs und damit je ein zusätzlicher Track in jeder Kategorie haben ihren Weg in die 360-Version gefunden, darunter Titel von Alice Cooper, My Chemical Romance und Iron Maiden. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Online killed the PS2-Star
Wem die neuen Songs nicht ausreichen, darf sich über mächtige Online-Inhalte freuen. Bereits zehn Songs sind über den Xbox-Live-Marktplatz erhältlich, allesamt aus dem ersten Guitar Hero. Das gibt Xbox-Besitzern die Möglichkeit, das aufzuholen, was sie mit dem ersten Teil verpasst haben. Doch auch PS2-Rockveteranen würden auf ihre Kosten kommen, immerhin wurden mit dem zweiten Teil die Hammer-Ons und Pull-Offs drastisch verbessert und die Pros möchten sicherlich wissen, wie viel besser ihr Rockskill geworden ist.

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Den Multiplayer-Modus gibt es leider nicht online.
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Das können sie beispielsweise mit Hilfe der Online-Rankings tun - eine weitere Neuerung, welche die Onlinefähigkeit der 360-Version mit sich bringt. Die Leaderboards verfügen über alle nötigen Filter, um anzuzeigen, wie stark man sich gegenüber der gesamten Rockwelt oder seinen Freunden in jedem einzelnen Song verbessert hat. Für besondere Rockgenies gibt es dabei sogar Trophäen zu ergattern wie zum Beispiel den "Keef and Mick Award", nachdem man im Multiplayer-Modus zusammen über 1000 Noten in Reihe getroffen hat.

Wo wir gerade vom Multiplayer-Modus sprechen: Einige haben sicherlich auch hier auf Online-Funktionalität gehofft, doch leider wird man noch einige Zeit auf das Rocken im Netz verzichten müssen. Dafür ist das altbekannte Gitarren-PvP spaßig wie eh und je. Hier kann man es wie gewohnt zu zweit in vielen verschiedenen Modi krachen lassen und zur Musik bangen.

Veteranen an der Klampfe
Als meine vom Cherry-SG-Controller verwöhnten Hände den neuen X-Plorer-Controller erblickten, wuchsen ihnen Münder und sie begannen zu schreien. Glücklicherweise konnte ich die Beiden mittlerweile beruhigen. Nein ernsthaft, der neue Controller sieht zwar cool aus, spielt sich aber als käme er direkt aus der Hölle.

Aus irgendeinem Grund hat man sich dazu entschieden, der X-Plorer trotz Xbox-360-Wirelesskompabilität keine Kabellos-Funktion zu verpassen. Leider stört das Drahtbund nicht nur beim Rocken im Stehen, sondern auch im Sitzen. Das Kabel ist nämlich unten an der Gitarre angebracht, wo es direkt auf den Beinen aufliegt - ungünstig!

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Der neue Controller hat so seine Tücken.
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Doch damit nicht genug, die Strum Bar klackt beim Anspielen lauter, als Cannibal Corpse je einen Song performen könnte. Teilweise muss man den Sound deshalb so laut aufdrehen, dass man die Gitarre besser nur dann aus dem Schrank holt, wenn der Nachbar im Urlaub ist. Übertroffen wird das Ganze nur noch durch die Schwammigkeit der teuflischen Strum Bar. Dank des kaum vorhandenen Widerstands beim Anspielen einer Note hat man tatsächlich das Gefühl, einen zwanzig Jahre alten, ausgeleierten Pong-Controller in den Händen zu halten.

Das Gleiche kann man übrigens auch von der Whammy Bar sagen, die sich schon bei der kleinsten Bewegung selbstständig im Kreis dreht. Unerwarteter Weise ist ihr Widerstand beim Anspielen zu stark ausgefallen. Eine unkluge Mischung, denn so rutscht man ständig von der Whammy Bar ab. Bei einigen ausgelieferten Gitarren (Seriennummern 95065 und 95055) gibt es sogar Aussetzer beim Spielen des Tremolos. Wer dieses Problem hat, sollte mal hier vorbei schauen.

Zumindest Länge und Gewicht gleichen der viel besser ausgearbeiteten Schwester der PS2-Version - nicht aber der Abstand von Strum Bar zu den Fret Buttons. Dieser ist bei der X-Plorer um knappe 2 cm gekürzt worden! Diese Änderung wirkt sich beim Rocken eher verkrampfend als entspannend aus.

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Rocken bis der Daumen glüht!
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Wer jetzt denkt, "Mensch, die X-Plorer ist ja Kacke!", hat zwar Recht, aber noch nicht die neuen Start- und Select-Knöpfe gesehen. Diese befinden sich an gleicher Stelle wie bei der Cherry-SG, sind aber drastisch verkleinert worden. Songs lassen sich so im Spielgeschehen kaum noch pausieren, ohne dabei ein paar Noten zu verpassen. Auch wer seine Starpower lieber mit dem Selectknopf aktiviert, statt seinen Controller in die Luft zu reißen, wird nun entweder umsteigen oder auf die blaue Rockhilfe verzichten müssen.

All diese "Neuerungen" sind jedoch halb so wild, wie sie klingen - denn ihr hört die Worte eines enttäuschten "Guitar Hero"-Veteranen. Jeder, der jemals eine Cherry-SG in der Hand hielt, wird den Unterschied sofort bemerken. Neulinge sollten mit der eckigen Klampfe allerdings wunderbar zurecht kommen.

Rocken in der Zukunft!
Um ein paar gute Worte am X-Plorer-Controller zu lassen: Es gibt auch positive Änderungen zu verzeichnen! Zwei neue Anschlüsse fallen an der Plastik-Gitarre besonders auf: Ein Port für das "Xbox 360 Communicator"-Headset und ein LAN-Anschluss. Interessant sind die beiden Anschlüsse deshalb, weil es bisher noch keinen Internet-Multiplayermodus gibt.

Das bedeutet also, dass RedOctane einen Mehrspielermodus fürs Internet in kommenden "Guitar Hero"-Teilen plant. Es könnte sich dabei auch um die ersten Vorbereitungen für die kommende Band-Simulation "Rock Band" handeln ( wir berichteten). Egal wie, immerhin geht es in Richtung Zukunft.

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Wadde HD dudde da...
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Zukunft ist dabei ein gutes Stichwort, denn Microsofts Konsole der nächsten Generation steht natürlich mehr Rechenpower zur Verfügung, als sich je eine PS2 erträumen könnte. Zwar steht der Spielspaß in Guitar Hero deutlich an erster Stelle, doch dank neuer HD-Grafik zockt's sich so schön wie nie. Details stechen viel besser ins Auge, und alles wirkt lebendiger. Neue Lichteffekte sorgen zusätzlich für ein noch großartigeres Rockstarfeeling.

Auch der Sound wurde einem Facelifting unterzogen. Endlich ist Dolby Digital 5.1 Sound möglich. Dazu wurde jeder einzelne Song nochmals komplett neu eingespielt und aufgenommen. Das Ergebnis: fantastischer Sound! Mit der richtigen Anlage im heimischen Kino fühlt man sich erst recht wie auf einer echten Bühne.