Autor: Oliver Dombrowski

Knapp ein Jahr ist es her, da hatte die Firma RedOctane die Idee, einen Gitarren-Controller für die PS2 zu entwickeln. Nachdem sich die Jungs in Fachkreisen schon mit ihren Tanz- und Trommel-Controllern einen Namen gemacht hatten, konnten sie den Softwareentwickler Harmonix für ihre Idee gewinnen. Heraus kam das beste Musikspiel 2005: »Guitar Hero«.

Nach weltweit mehr als einer Million verkauften Exemplaren steht nun seit kurzem mit »Guitar Hero 2« der Nachfolger im Handel. Kann die Gitarrensimulation² ihren Vorgänger vom Rock-Olymp stoßen? Wir verraten es euch!

Guitar Hero 2 - GC 2006 TrailerEin weiteres Video

Vater Gibson lässt grüßen
»Guitar Hero 2« ist in zwei verschiedenen Versionen erhältlich. Den Nachfolger der Rock-Sensation gibt es wahlweise einzeln oder für 65€ im Bundle mit dem neuen "Cherry Red SG Controller". Allen Rock-Veteranen können wir allerdings Entwarnung geben: »Guitar Hero 2« funktioniert auch mit dem alten SG-Controller des ersten Teils.

Guitar Hero 2 - Rock n Roll regiert die Welt... Und diese Welt braucht neue Helden!

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Triff alle Noten und das Publikum wird dich lieben!
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Doch neben der neuen "Cherry Red", die vor allem durch ihr höheres Gewicht und festere "Fret Buttons" auffällt, gibt es seit kurzem auch einen kabellosen Gitarrencontroller - genau das Richtige für alle, die beim Rocken einfach nicht still halten können. Aber mal ehrlich: Die richtigen "Moves" gehören bei einer Rocksimulation einfach mit dazu. Und seid euch gewiss, dass »Guitar Hero 2« genau das auf unnachahmliche Weise vermittelt!

Während man eine Note nach der anderen nagelt und mit dem Kopf bangt, hat man tatsächlich das Gefühl, auf einer echten Gitarre zu spielen. Auch wenn es nur insgesamt fünf "Fret Buttons" gibt, wird der Eindruck vermittelt, als würde man das komplette "Fret Board" einer Gitarre nutzen.

Bei all der Begeisterung muss man sich am Ende eines Songs echt zusammenreißen, die Gitarre nicht am Wohnzimmertisch zu zerbersten und anschließend das ganze Mobiliar zu zerstören. Am Besten, ihr macht es hierbei wie die echten Rocker und mietet vor dem Zocken ein Hotelzimmer…

Da wird jede Jukebox neidisch
Unglaublich, aber wahr: Dieses Mal gibt es mit insgesamt über 60 Songs eine riesige Trackliste, die es wirklich in sich hat! Beim ersten Teil der Gitarrenklopperei hatten die Entwickler leider noch Probleme, große Bands für ihr ambitioniertes Vorhaben zu gewinnen. Doch nach dem unglaublichen Erfolg gibt es sie in Teil zwei nun endlich alle zu bestaunen: die Rolling Stones, Aerosmith, Nirvana, Van Halen, Rush, Guns N' Roses und noch viele mehr!

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Elf ist lauter als zehn!
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»Guitar Hero 2« bietet eine wesentlich größere Bandbreite an Rocksongs. So entsteht ein tolles Spektrum, das von 60s-Rock über Hardrock bis hin zu Metal reicht. Dieses Mal konnten die Jungs sogar einige Originalaufnahmen für das Spiel verwenden. Doch auch die Cover-Versionen überzeugen auf ganzer Linie - zumindest was den instrumentellen Teil der Songs betrifft. Hier hat das "Wave Group Sound Team" großartige Arbeit geleistet. Alle Tracks wurden Ton für Ton aufgenommen und sind allesamt 100% stimmig. Teilweise wurden sie sogar an einigen Stellen um zusätzliche Gitarrensoli ergänzt, um alles noch ein wenig aufzuheizen.

Auch was die Vocals betrifft, müssen wir mit Lob um uns schmeißen. Natürlich gibt es keinen zweiten Kurt Cobain oder Axl Rose, doch den Stimmenimitatoren von »Guitar Hero 2« gelingt es, die Vorbilder fast originalgetreu wiederzugegeben. Einziger kleiner Wermutstropfen für Fans: Gitarrengötter wie Led Zeppelin, Metallica oder AC/DC fehlen leider immer noch. Hoffen wir auf den dritten Teil...

Der neue Jimmie Hendrix
Auch was das Gitarrespielen selbst betrifft, konnte sich die Serie weiterentwickeln. Vor allem die "Hammer Ons" und "Pull Offs" wurden stark vereinfacht und reagieren nun viel schneller. Das erleichtert insbesondere das Spielen schwerer Passagen.

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So könnte "Guitar Hero" auf der PS3 aussehen! Nein, war nur Spaß, das sind LunarMile auf dem Launchevent.
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Für alle Gitarrenjünger, die nicht wissen, was Hammer-Ons und Pull-Offs sind, hier eine kleine Erklärung: Beim Hammer-On spielt man eine Note. Für darauf folgende höhere Noten muss dann nur noch der entsprechende "Fret Button" gedrückt werden - das "Strummen" bzw. Anschlagen entfällt dabei.
Ein Pull-Off ist das genaue Gegenteil: Nur dass man sich dabei das "Fret-Board" nach unten durch arbeitet.

Hammer Ons und Pull Offs gehören besonders im späteren Spielverlauf zum Pflichtprogramm, denn ohne sie schafft man es kaum durch ein schnelles Solo. Wer Schwierigkeiten hat, diese Techniken zu meistern, wird sich besonders über den neuen Übungsmodus freuen. Hier können sämtliche Songs in ihre verschiedenen Parts aufgeteilt und in vier unterschiedlich schnellen Geschwindigkeiten gespielt werden.

Auch Gitarrenvirtuosen kommen auf ihre Kosten
Im Gegensatz zum Vorgänger werden die neuen Songs besonders auf den letzten beiden Schwierigkeitsstufen wesentlich anspruchsvoller. Harmonix muss wohl youtube.com besucht und gesehen haben, dass einige Gitarrencracks da draußen »Bark at the Moon« mit 100% nageln. Da erscheinen Songs wie »Misirlou« von Dick Dale wie geschaffen für solche Profis.

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Judy Nails nagelt alle Noten!
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Auch die neuen 3-Chord-Griffe haben's in sich und bedürfen einiger Übung, bevor man sie meistert. Allerdings kommen diese überaus schwierigen Griffe erst später im Spiel auf höheren Schwierigkeiten zur Geltung. Dank der ausgiebigen Tutorials und des ausgereiften Übungsmodus können aber selbst Neueinsteiger hier den Anschluss finden und zu wahren Gitarrenlegenden werden.

Rocken als Gruppentherapie
Freunde des "Gitarren-PvP" werden in »Guitar Hero 2« ohne Zweifel auf ihre Kosten kommen. Der Multiplayerpart wurde nämlich stark ausgebaut und bietet mit zwei zusätzlichen Spielmodi großen Unterhaltungswert. Neu ist hier, dass jeder Spieler seinen eigenen Schwierigkeitsgrad einstellen kann. So kommen auch unterschiedlich erfahrene Spieler in den Genuss, gegen- beziehungsweise miteinander zu rocken.

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Rocken mit den Kumpels! Im Multiplayer macht's besonders viel Spaß.
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Im altbekannten "Face-Off" spielen beide Parteien abwechselnd gegeneinander die Klampfe in verschiedenen Parts, um Punkte zu ergattern. Der neue "Koop"-Modus geht noch einen Schritt weiter: Nachwuchsrocker zocken hier ebenfalls abwechselnd um Punkte, können allerdings zuvor zwischen Lead-, Rhythmus- und Bass-Gitarre wählen. Dabei teilen sich beide ihre "Star Power", ein Punktekonto und das "Rock o' Meter". Um die Star Power zu aktivieren, müssen beide Spieler gleichzeitig ihr Instrument in die Höhe reißen. Wer da nicht zum Rocker wird, soll meinetwegen weiter Blockflöte spielen!

Als kleinen Bonus gibt es noch den "Pro Face"-Modus, der allerdings erst freigespielt werden muss. Dabei muss endlich nicht mehr darum gestritten werden, wer welches Solo übernimmt oder wer mehr Noten spielen darf. Stattdessen spielen beide Gitarrenhelden den kompletten Song gemeinsam im Splitscreen.

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Diese Gitarre ist im Auftrag des Herrn unterwegs.
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Zusammen mit seinen Freunden abzurocken, macht erst so richtig Spaß. Dabei kommt echtes Band-Feeling auf - und jeder, der wirklich in einer Band spielt, weiß, was es heißt, wenn jedes Mitglied seinen Part gut spielt und alles ineinander übergeht. Großartig! Einziger Kritikpunkt am Multiplayer ist, dass man dort keine Songs freispielen kann. So müssen Freunde erst zuschauen, wie man alleine im Karrieremodus rockt, bevor es an die neuen Tracks geht.

Detailverliebtheit bis in die Fingerspitzen
Zwar reizt »Guitar Hero 2« die Ressourcen der PS2 nicht gerade aus, doch hinterlässt die Rocksimulation einen durchaus soliden grafischen Eindruck. Ihr könnt einen von über zehn Charakteren wählen, eine Vielzahl an Gitarren zerkloppen und auf allen nur erdenklichen Bühnen abrocken.

Während eines Songs gibt dort neben eurem Gitarristen-Alter-Ego noch der Rest der Band seine Performance zum Besten. Allesamt headbangen sie punktgenau im Takt und liefern eine Bühnenshow ab, die sich gewaschen hat - was man von den Darbietenden selbst vermutlich weniger behaupten kann. Selbst die Bewegungen der Hände werden an der virtuellen Gitarre unglaublich detailreich umgesetzt. Beinahe hat man das Gefühl, einem Stevie Ray Vaughn höchstpersönlich zuzuschauen.