Entwickler ArenaNet hat mit seinem System ohne Abogebühren bereits über vier Millionen Exemplare der drei bisherigen Guild-Wars-Kampagnen unters Volk bringen können. Nach Prophecies, Factions und Nightfall ist nun das erste richtige Addon zum Online-Rollenspiel erschienen, das sich allerdings vorwiegend an die PvE-Spieler unter den Genre-Freunden richtet - also an solche Gamer, bei denen der Kampf gegen computergesteuerte Monster und nicht andere Spieler im Vordergrund steht.

Guild Wars: Eye of the North, so der Titel, dient gewissermaßen als Überleitung zum bereits in der Entwicklung befindlichen Guild Wars 2 und vollzieht diesen Brückenschlag daher weniger mit einer zahllosen Fülle an neuen spielbaren Charakteren und Rassen, denn durch eine spannende Geschichte, die neue Völker vorstellt, die in der Fortsetzung spielbar sein werden.

Guild Wars: Eye of the North - Gameplay Walkthrough2 weitere Videos

Klasse statt Masse
Auf den ersten Blick bietet natürlich auch GWEN, für das man übrigens eine der ersten drei Kampagnen besitzen muss, eine große Zahl - 150 um genau zu sein -neuer Fertigkeiten für alle zehn bestehenden Klassen, jede Menge neue Gegenstände und epische Rüstungssets, sowie zehn neue Helden, die man, wie seit Nightfall gewohnt, in seine Gruppe integrieren kann.

Guild Wars: Eye of the North - Addon mit Kal-kühl! Trotz weniger Umfang überzeugt auch die letzte Station vor Guild Wars 2.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 67/711/71
Am Anfang hilft nur eins: die Flucht!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wichtiger als ein neues Schwert oder ein neuer Brustpanzer sind jedoch die Abenteuer, die ihr entweder mit euren KI-Kameraden oder richtigen Mitspielern erlebt. Diese führen euch nämlich in nicht weniger als 18 neue Dungeons (um noch eine Zahl zu nennen) und einige brandneue Gebiete des schon aus der ersten Kampagne bekannten Kontinents Tyria. Im Mittelpunkt stehen die nordischen, eis- und schneebedeckten Zonen der Norn, einer Rasse aus hoch gewachsenen Humanoiden, die im Kampf jedoch die Form von Bären annehmen können. Damit wird euch schon jetzt ein Vorgeschmack auf die mit Guild Wars 2 spielbaren Rassen gegeben, die darüber hinaus die Zwerge und Asura umfasst und die ebenfalls eine große Rolle in GWEN spielen.

Die große Hintergrundgeschichte spaltet sich nämlich gleich nach dem furiosen Auftakt des Spiels, bei dem ihr den mysteriösen "Zerstörern" durch ein Portalsystem der Asura entkommt, in drei Handlungsstränge auf. Nur wenn es euch gelingt, die drei oben genannten Fraktionen zu erforschen und auf eure Seite zu bringen bzw. im Kampf zu vereinen, habt ihr die Chance, die Bedrohung durch die Zerstörer zu beseitigen.

Das ist aber deutlich leichter geschrieben als getan, denn nicht umsonst richtet sich GWEN in erster Linie an Charaktere mit dem Höchstlevel 20 - die Feinde und Dungeons haben es in dieser Expansion durchaus auf dem Kasten und sollten keinesfalls unterschätzt werden. Sie fallen nicht nur durch große Massen auf - so müssen wir bei einigen Quests Dutzende von Feinden einer Charr-Vorhut beseitigen oder geschickt ein Feindeslager stürmen -, sie verfügen auch über Schadenszauber, die einer nicht ausgewogen zusammengestellten Gruppe sehr schnell den Garaus machen.

Packshot zu Guild Wars: Eye of the NorthGuild Wars: Eye of the NorthRelease: PC: 3. Quartal 2007 kaufen: Jetzt kaufen:

Nichts für Anfänger
Während sich die Spieler schon früher in Kämpfe gegen feindliche Charr stürzten, sind Fights gegen "Lawinen", "Eisige Schwaden" oder andere Furcht erregende Kreaturen wie vernichtende "Beben" oder "Zerstörer der Horden" neu - und teilweise frustrierend schwer. Doch mit jeder erledigten Quest vermehrt sich nicht nur unser Wissen über die Norn oder die Zwerge, auch unsere Spielfigur steigt in ihrer Gunst und wir verdienen uns wichtige Titel und Vertrauenspunkte, mit denen zusätzliche Boni und Fertigkeiten freigeschaltet werden.

Guild Wars: Eye of the North - Addon mit Kal-kühl! Trotz weniger Umfang überzeugt auch die letzte Station vor Guild Wars 2.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 67/711/71
Diesmal mit dabei: Faustkämpfe!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Allerdings hat die Sache auch einen Haken: Erst wenn ihr einen ziemlich hohen Rang bei der jeweiligen Fraktion "erquestet", sind euch die neuen Rüstungssets oder Waffen zugänglich. Daher rennen eure Helden zunächst noch in ihrer leichten Bekleidung früherer Abenteuer durch Eis- und Schneelandschaften und finstere Katakomben, was ein wenig deplaziert wirkt.

Mehr denn je setzen die ArenaNet-Entwickler diesmal auch auf Solo-Quests, also Missionen, bei denen eure Spielfigur ohne die Hilfe weiterer "Henchmen" (angeworbene Spielfiguren) auskommen muss. So beispielsweise bei lustigen Boxeinlagen des Kilroy Steinsipp oder Turnieren, bei denen ihr euch in einer Arena messen könnt und zähe, computergesteuerte Gegner aus dem Weg räumt. Insgesamt sind sie jedoch nach wie vor deutlich in der Unterzahl und eindeutig der "Spaß-Fraktion" zuzuordnen.

Guild Wars: Eye of the North - Addon mit Kal-kühl! Trotz weniger Umfang überzeugt auch die letzte Station vor Guild Wars 2.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 67/711/71
Die Norn verwandeln sich bei den Kämpfen in Bären.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Spaß hat man zwar auch bei den anderen Missionen, doch haben diese durchaus auch einen ernsten Hintergrund, wenn man etwa einer gewissen Jora behilflich ist, einen verzauberten Bären nachzustellen, um ihre Familienehre wieder zu erlangen, eine verloren gegangene Vorhut sucht oder dem verschollenen Zwergenkönig zur Seite steht. All das, um sie schlussendlich unter dem eigenen Banner vereinen zu können. Noch mehr als bei den einzelnen Kampagnen, bauen diesmal die einzelnen Quests aufeinander auf, teilweise müssen sogar Stränge einer Erzählung absolviert werden.

Belohnungen werden diesmal nicht nur in Form von Erfahrungspunkten und neuen Fertigkeiten ausgeschüttet, die übrigens vor allem für den PvE-Teil des Spiels nützlich sind, ihr erhaltet neben Titeln gelegentlich auch Trophäen - so genannte Wandteppiche. Diese stellt ihr in der Halle der Monumente aus und ergötzt euch an ihrer Schönheit. Doch der Clou an der Sache ist ein anderer: Die in den ersten drei Kampagnen und diesem Addon gesammelten Errungenschaften sollen euch in Guild Wars 2 Vorteile wie exklusive Helden, Tiergefährten, Waffen und vieles mehr verschaffen.

Guild Wars: Eye of the North - Addon mit Kal-kühl! Trotz weniger Umfang überzeugt auch die letzte Station vor Guild Wars 2.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 67/711/71
In den Eis-Zonen trefft ihr auf völlig neue Gegner.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Weitere Details dazu sind allerdings noch nicht offenbart worden, man darf also gespannt sein. GWEN selbst sieht in weiten Teilen hübsch aus und bietet einiges fürs Auge. Vor allem läuft es auch auf älteren Rechnern flüssig. Allerdings stößt ein wenig bitter auf, dass die "neuen" Rüstungssets scheinbar häufig nur aus bereits bestehenden recycelt worden sind und zudem die Zerstörer-Waffen nicht wirklich hübsch ausgefallen sind.