Autor: Nedzad Hurabasic

Als GTR - FIA GT Racing Game vor knapp zwei Jahren auf den Markt kam, heimste das Spiel Spitzenwertungen ohne Ende ein und wurde zu Recht abgefeiert. Verantwortlich dafür waren vor allem eine herausragende Fahrphysik und ein bis dahin bei PC-Rennspielen unerreichter Grad an Realismus.

Lediglich der für Anfänger zu hohe Schwierigkeitsgrad wurde damals oft bemängelt. Nun erscheint der Nachfolger GTR 2 und viele werden denken: "Das können die doch eh nicht mehr toppen!". Können sie doch, wie wir in unserem Fahrtest festgestellt haben.

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Anschnallen, Motor anlassen, Kupplung treten und Gang einlegen. So kennt Otto-Normal-Schumi die Grundlagen des Autofahrens aus der Fahrschule. Doch bei GTR 2 - FIA GT Racing Game haben wir es nicht mit normalen Fahrzeugen zu tun. Wir dürfen uns bei dieser Rennspiel-Simulation hinter das Steuer von hochgetunten Porsches oder Ferraris klemmen, die 600 PS oder mehr unter der Haube haben.

Deshalb benötige ich zum Start des Spiels, wie die meisten anderen auch, eine eingehende Einführung. Jahrzehnte nach meiner Fahrprüfung gehe ich wieder in die Fahrschule - und zwar freiwillig! Sage und Schreibe 142 Übungen umfasst die Fahrschule bei GTR 2. Ich lerne dort alles - vom richtigen Anfahren, übers korrekte Bremsen und Überholen bis hin zur Kurventechnik und der detaillierten Einweisung in die Besonderheiten aller 19 Kurse des Spiels.

GTR 2 - Das Non-Plus-Ultra für Fans von Renn-Simulationen!

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Neben Praxisausbildung darf ich auch verschiedene theoretische Abhandlungen über das Fahren eines Rennautos nachlesen. Sich um die Fahrausbildung zu drücken, wäre allein schon aufgrund des ultrarealistischen Gameplays nicht empfehlenswert. Denn durch das erfolgreiche Absolvieren der Tests schalte ich ganz nebenbei auch noch bis zu 46 zusätzliche Meisterschaften frei und erweitere dadurch meine Spielmöglichkeiten.

Packshot zu GTR 2GTR 2Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Endlich fit für die Rennen kann ich mich zwischen verschiedenen Modi entscheiden. Will ich zunächst im offenen Training das Handling verfeinern oder doch lieber ein komplettes Rennwochenende inklusive Training, Qualifying und allem Pipapo angehen? Alternativ darf ich auch 24-Stunden-Rennen in Angriff nehmen, auf Wunsch geschrumpft auf 24 Minuten, oder nehme an einer vollständigen FIA GT-Meisterschaft aus den Jahren 2003 oder 2004 teil.

Noch vielfältiger als die Spielmodi sind die Vielzahl an Optionen und Einstellungsmöglichkeiten, mit denen ich das Spiel und das Gameplay an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Die Spanne reicht von Anfänger-Einstellungen, bei denen alle möglichen Fahrhilfen aktiviert sind und die Gegner relativ gesittet und zurückhaltend fahren bis hin zu "Simulation": Manuelles Schalten, keine Hilfen, fiese Opponenten - Realismus pur! "But make no mistake" - wie die Amis sagen würden. GTR 2 bleibt zu jeder Zeit eine anspruchsvolle Simulation, von Arcade-Racing ist selbst bei einfachsten Einstellungen keine Spur. Die hochrealistische Fahrphysik nagt an den Nerven eines jeden Amateurfahrers.

Das bekommt Mr. Testfahrer schon in den ersten Runden zu spüren, bei denen er öfter außerhalb der Rennstrecke fährt, als darauf. Was bei anderen Spielen durchaus zum Gameplay gehört oder zum eigenen Vorteil genutzt werden kann, wird bei GTR 2 knallhart bestraft. Ausflüge "in die Botanik", also das Fahren über den Rasenstreifen, quittiert das Fahrzeug mit einem schlimmen Geholper und hohem Geschwindigkeitsverlust. Noch schlimmer ergehts mir bei Ausritten ins Kiesbett, weit ab der Strecke. Wie in der Realität fahre ich mit meinem PS-Monster im Schneckentempo über den Untergrund und darf froh sein, wenn ich wieder festen Asphalt unter den qualmenden Gummis habe. Puh, Realismus kann ganz schön anstrengend sein! Mit ein Grund für die vielen Patzer zu Beginn ist auch die sehr sensitive Steuerung der Boliden. Egal wie weit ich den Pegel auch zurückdrehe, schon die kleinste Richtungsänderung wirkt sich sofort auf die Ausrichtung des Wagens aus.

Der Ideallinie auf diese Weise treu zu bleiben ist natürlich nicht gerade einfach. Erst recht nicht, wenn man von links und rechts bedrängt wird und von hinten schon der nächste Kontrahent an der Stoßstange klebt. Kein Wunder, wenn es dabei des öfteren auch mal zum Crash kommt und das überarbeitete Schadensmodell dabei zum Zuge kommt. Die unnachgiebigen KI-Fahrer lassen sich nicht beirren und deshalb knallt es auch, wenn ich mich an die Spitze drängeln will. Was in anderen Spielen fast immer funktioniert befördert mich mit fehlender Motorhaube um zehn Plätze nach hinten, wenn ich Glück habe.

Wenn ich Pech habe, geht der Wagen sogar in Rauch auf und fängt Feuer. Zerstöre ich meine Scheinwerfer bei einem Nachtrennen, sinken meine Chancen auf den Sieg im Gleischritt mit meiner Sicht gen null. Die "Platz da, hier komm ich"-Mentalität gehört mit GTR 2 eindeutig der Vergangenheit an und erfordert von mir mehr Können als nur Geschick und List. Selbst Crash-Zonen verschaffen mir keine Atempausen mehr. Wo sich die KI-Piloten früher noch hinter den Wracks stauten, fahren sie nun dran vorbei und Heizen, was das Zeug hält.

Meine Siegchancen erhöhen sich auch nicht gerade durch das nochmals verbesserte Live Track- und Wettersystem. Lande ich beispielsweise mal wieder fernab der Ideallinie, sammeln meine Reifen den Gummiabrieb und Dreck auf, was meinen Rundenzeiten natürlich wenig förderlich ist. Drehe ich bei schönstem Sonnenschein unter fotorealistischem blauen Himmel meine Runden, verdunkelt sich meine Laune genauso schnell wie der Himmel. Plötzlich ist es finster und der Regen knallt auf den Asphalt. Dummerweisen habe ich Trockenreifen aufgezogen und muss nun die Box ansteuern, wenn ich nicht über den Parcours schlingern will, wie King Kong übers Eis in New York.

In Sachen Optik ist GTR 2 über jeden Zweifel erhaben. Die tollen Boliden sehen noch besser aus als beim ohnehin herausragenden Vorgänger, die authentischen Strecken offenbaren viele Details, die Inneneinrichtungen der Wagen ahmen ihre realen Vorbilder gekonnt nach. Lediglich die auf vier verschiedene Kameraperspektiven beschränkte Auswahl sorgt für etwas schlechte Stimmung. Verstimmt sind die satt röhrenden Motoren der Rennwagen aber garantiert nicht. Bei laut aufgedrehten Soundsystemen wird wahres Rennfeeling vermittelt - so soll es sein! Wer sich lieber mit menschlichen Kontrahenten messen will, hat übrigens im Online-Modus dazu jede Menge Gelegenheit. Dummerweisen habe ich Trockenreifen aufgezogen und muss nun die Box ansteuern, wenn ich nicht über den Parcours schlingern will, wie King Kong übers Eis in New York.

In Sachen Optik ist GTR 2 über jeden Zweifel erhaben. Die tollen Boliden sehen noch besser aus als beim ohnehin herausragenden Vorgänger, die authentischen Strecken offenbaren viele Details, die Inneneinrichtungen der Wagen ahmen ihre realen Vorbilder gekonnt nach. Lediglich die auf vier verschiedene Kameraperspektiven beschränkte Auswahl sorgt für etwas schlechte Stimmung. Verstimmt sind die satt röhrenden Motoren der Rennwagen aber garantiert nicht. Bei laut aufgedrehten Soundsystemen wird wahres Rennfeeling vermittelt - so soll es sein! Wer sich lieber mit menschlichen Kontrahenten messen will, hat übrigens im Online-Modus dazu jede Menge Gelegenheit.