Ground Control II: Operation Exodus (PC-Test)
(von Jörg Pitschmann)

Uncle Jacob wants you! Hobby-strategen und Möchtegernfeld-herren aufgepaßt! Mit Ground Control 2: Operation Exodus ist endlich die heiß erwartete Fortsetzung zum Strategieknaller aus dem Jahre 2000 erschienen,

die schon seinerzeit für viel Furore in Zockerkreisen sorgte.

Auch diesmal braucht Euch die NSA, die Northern Star Alliance, wieder, um gegen übellaunige Fieslinge von der Erde vorzugehen, die wieder einmal Morningstar Prime bedrohen.

Ground Control 2: Operation Exodus - Ground Control 2: Choppers Movie14 weitere Videos

Das Ziel ist natürlich klar: Ihr habt die edle Aufgabe, in Person des NSA-Commanders Jacob Angelus die marodierenden Aggressoren von dieser in eine bessere virtuelle Welt zu befördern.

Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es in bester Echtzeit-Strategie-Manier die eigenen Truppen zielgerichtet und taktisch gut zusammengestellt in die Schlacht zu werfen. Klar, daß wir edlen Redaktionsrecken uns das nicht zweimal sagen lassen, sondern uns frohen Mutes ins Getümmel stürzen.

Auferstanden aus Ruinen
Über die Hintergrundgeschichte, die dem aktuellen Teil von Ground Control 2: Operation Exodus zugrunde liegt, hat Euch Kollege Thomas Bayer ja schon vor einigen Wochen in seiner ausführlichen Preview zum Spiel berichtet. Daher hier nur noch einmal in kurzen Worten die Rahmenhandlung der Vorgeschichte: Im 24. Jahrhundert gründet die Menschheit eine Reihe von Kolonien auf abgelegenen Planeten, eine davon auf Morningstar Prime.

Aber mit Kolonien ist es wie mit Kindern. Irgendwann streben die ungezogenen Rotzlöffel nach Unabhängigkeit, und es passiert, was passieren muß: es kommt zu Auseinandersetzungen. Der sich daraus entwickelnde Krieg ist Gegenstand der Handlung des Vorgängerspiels Ground Co ntrol, in dem Ihr der NSA, dem militärischen Bündnis der Kolonisten, beisteht.

200 Jahre später: Auf Morningstar Prime herrschen Ruhe und Frieden, weil die Kolonie seit den kriegerischen Geschehnissen keinen Kontakt mehr zur Erde hatte. Mit der Wiederherstellung der Verbindung zum ehemaligen Mutterplaneten ist es Essig mit dem schönen Leben. Denn auf Mütterchen Terra hat sich einiges verändert, anstelle demokratischer Verhältnisse herrschen Terror und Diktatur.

Und natürlich der Irrglaube, sich die früheren Kolonien wieder einverleiben zu können. Weil die terranische Kaiserin von ihrem Plan überaus begeistert ist, setzt sie auch alle verfügbaren Hebel der militärischen Großmacht in
Bewegung, um die Siedler zu ihrem Glück zu zwingen. Die Situation für die Kolonisten entwickelt sich ein wenig verfahren, und viel fehlt nicht mehr, damit die terranische Flagge der Diktatur auch auf Morningstar Prime weht.

Soviel zur Hintergrundgeschichte von Ground Control 2: Operation Exodus, denn an dieser Stelle kommt Ihr ins Spiel. Ihr greift in Person Eures Alter Egos Angelus in das Geschehen ein, um für die armen Bewohner des Planeten doch noch was zu reißen.

Learning by doing
Das Spiel bietet für Neulinge nur ein recht spartanisches Tutorial, das Ihr in Form der ersten zwei Missionen durchspielt. Hier werdet Ihr in die grundlegende Steuerung und Funktionen einiger Infanterie- und Fahrzeugtypen eingeführt und lernt die wichtigste Einheit kennen, das Landungsschiff. Danach seid Ihr auf Euch gestellt. Da die Lernmissionen aber sehr gut aufeinander abgestimmt sind, können selbst Newbies problemlos in die Folgemissionen einsteigen.Und wenns Probleme gibt, könnt Ihr das Tutorial mehrmals durchspielen, bis Ihr Euch an die eigentlichen Aufgaben wagt. Außerdem geht's natürlich nicht von Beginn an in medias res. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich vielmehr moderat von Mission zu Mission.

Und da natürlich, wie in Strategiespielen dieser Art üblich, die verschiedenen Einheitentypen erst nach und nach zum Einsatz kommen, gibt Euch dies die Möglichkeit, hinlänglich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Fahr- und Flugzeuge zu studieren. Denn die gilt es bei Ground Control 2: Operation Exodus wohlüberlegt einzusetzen. Wer sich bei der Auswahl seiner Einheiten zu sehr auf einen bestimmten Typ verläßt, wird ziemlich schnell merken, daß damit kein Blumentopf, geschweige denn eine Schlacht zu gewinnen ist.

Hauen statt Bauen
A propos Einheiten: wer C&C oder Age of Empires und Konsorten spielt, der weiß um die Vorzüge desBasenbaus und einer damit verbundenen funktionierenden Rohstoffverwaltung. Wer dabei versagt, verliert das Match. Komplett anders präsentiert sich der vorliegende Titel, denn Ihr baut weder Gebäude, noch müßt Ihr irgendwelche Rohstoffe herankarren. Ihr startet vielmehr jede Mission mit einer vorgegebenen Anzahl Einheiten, die Ihr tunlichst mit Bedacht einsetzen und vor zu starken Verlusten schützen müßt.

Nachschub gibt's nämlich nur über das schon erwähnte Landungs-schiff, das Euch auf Kommando weitere Einheiten einfliegt. Dazu braucht Ihr allerdings zwingend mindestens eine Landezone auf der Karte, auf der Euer Schiffchen den Kram abladen kann. Womit wir auch schon bei der wichtigsten Sieg-voraussetzung einer Mission sind: den Landezonen.

Die sind auf den Einsatzkarten an verschiedenen Siegpunkten zu finden, die Ihr nach und nach erreichen müßt. Dummerweise ist nicht jeder Siegpunkt auch gleichzeitig eine Landezone, so daß

Ground Control 2: Operation Exodus - Neuer Stern am Echtzeithimmel - Am RTS-Thron wird gesägt! All das und mehr - jetzt im Gamona.de-Test!

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Ihr eine Mission auch dann noch vergeigen könnt, wenn Ihr zwar fett Siegpunkte besetzt habt, aber infolge mangelnder Nachschubzönchen nicht mehr genug Militärequipment auffahren könnt, um den miesen Gegner endgültig von der Platte zu putzen. Denn die Einheiten werden nicht etwa irgendwo auf der Karte von Euren Truppen produziert, sondern von einer fiktiven Basis geliefert, die sich außerhalb des Bereichs befindet. Das bedeutet auch, angeforderte Verstärkung braucht eine gewisse Zeit, bis sie verfügbar ist. Euer Transporter macht sich nämlich erst auf den Weg, nachdem Ihr ihn beladen habt und benötigt dann wertvolle Sekunden, um über dieKarte zur Landezone zu gelangen. Der Vorteil dabei ist allerdings, daß in jenen Bereichen, die das Schiff überfliegt, das Gebiet aufgeklärt wird. Im glücklichen Falle entdeckt Ihr so zum Beispiel feindliche Truppenbewegungen und wißt, in welche Richtung die bösen Jungs marschieren.

Packshot zu Ground Control 2: Operation ExodusGround Control 2: Operation ExodusErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Ein weiterer netter Nebeneffekt: Euer Landeschiff nimmt die Gegner automatisch unter Feuer, so daß sie unter Umständen schon dezimiert an ihrem Einsatzort aufschlagen.

Transportgigant
Wie schon erwähnt, solltet Ihr Eure Einheiten hegen und pflegen, damit sie fleissig an Erfahrung gewinnen und dadurch besser kämpfen. Anders verhält es sich mit Eurem Transport- und Landeschiff. Zwar kann auch das durch Kämpfen aufgelevelt werden, doch wichtiger sind Upgrades, die Ihr käuflich erwerben müßt. So stärkt Ihr die Panzerung des Kolosses, besorgt stärkere Waffen oder - ganz wichtig - erhöht die Ladekapazität, damit mehr neue Einheiten transportiert werden können.Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die militärische Schlagkraft, die in Eurem Transporter steckt. Normalerweise kehrt das Teil nämlich nach der Auslieferung der angeforderten Verstärkung in die schon erwähnte Basis zurück. Ihr habt aber die Möglichkeit, Eurem Schiffchen den Befehl zu erteilen, in ein Gefecht einzugreifen. Je höher Euer bestes Stück aufgerüstet wurde, desto effizienter wird es im Kampf sein. Der Nachteil: in dieser Zeit ist keine Nachschublieferung möglich.

Die für Erweiterungen Eures Landeschiffs notwendige Kohle entnehmt Ihr Eurem Sparstrumpf, der sich kontinuierlich mit sogenannten "Beschaffungspunkten" füllt. Hierbei gilt die Faustregel, daß Euer Konto sich umso schneller auffüllt, je mehr Siegpunkte (siehe oben) Ihr kontrolliert. Eingenommene Punkte sollte man also möglichst nicht unbewacht zurücklassen, sondern durch Geschütze und ähnliches Gerät verteidigen. Und weil natürlich Verteidigungsgüter jede Menge Eurer wertvollen Beschaffungspunkte verschlingen, - ja, ja, das ist der

Kapitalismus - müßt Ihr jeden Einkauf von Mann und Gerät genau abwägen. Immerhin - manchmal gibt's als kleine Zugabe unbesetzte Geschütztürme an den Siegpunkten, in die Ihr lediglich einen einfachen Soldaten stopfen müßt, damit die Dinger funktionieren. Besonders zu empfehlen sind derlei Maßnahmen natürlich bei den Landezonen, damit der Gegner sie nicht erobert und sie für seine Zwecke nutzen kann.

Stadt, Land, Fluß
Basenbau ist out, es lebe die Einbeziehung vorhandener Bebauung in die spieltaktischen Überlegungen. Infanterieeinheiten zum Beispiel können Gebäude betreten und sind auf diese Weise besser gegen Feindfeuer geschützt, als wenn sie auf der Straße herumlungern. Außerdem dienen Bebauungen - genau wie Höhenunterschiede und Vegetation - als natürliche Hindernisse, die das Weiterkommen erschweren oder ganz und gar unmöglich machen. Das bietet natürlich Raum für allerlei taktische Experimente.

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Natürlich können Eure tapferen Jungs auch Bunker und andere befestigte Gebäude betreten, aus denen heraus sie selbsttätig feindliche Einheiten unter Feuer nehmen, sobald diese sich nähern. Das ist sinnvoll, und funktioniert ohne großes Nachdenken, wenn es sich nur um kleine Scharmützel handelt. Je umfangreicher Eure Missionen aber werden, desto wichtiger ist auch hier ein gutes Mikromanagement Eurer Schützling. Denn es kann sein, daß an mehreren Stellen der Karte gleichzeitig Angriffe gegnerischer Truppen stattfinden. Damit die bösen Buben nicht durchkommen, solltet Ihr stets die an den jeweiligen Punktenstationierten Einheiten im Blick haben. Eine gesunde Mischung von Sturmtruppen, Scharfschützen und gepanzerten Fahrzeugen ist empfehlenswert. Je besser Ihr die Verteidigung organisiert habt, desto weniger lauft Ihr Gefahr, die Übersicht zu verlieren. Ich selbst muß zu meiner Schande gestehen, daß ich ein ums andere Mal Siegpunkte wieder verloren habe, die ich schon längst sicher wähnte.

Man sollte eben doch nicht nur eine zweitklassige Garnitur Infanterie zurücklassen, die überdies noch nicht einmal viele Erfahrungspunkte gesammelt hat. Schade übrigens, daß angesichts des zunehmend hektischen Getümmels auf dem Bildschirm kaum Zeit bleibt, die äußerst gelungene Grafik zu bestaunen.

Bislang gab es noch keinen Strategietitel, der mit derart realistischem Wasser aufwartet. Auch die Gebäude - oder das, was von ihnen übrig ist - sind phantastisch modelliert und wirken sehr plastisch. Der stufenlos einstellbare Zoom und die frei drehbare Karte sorgen zudem für eine gute Übersichtlichkeit. Gleichzeitig steckt in dieser Beweglichkeit der Karte aber auch ein großer Nachteil: bei hektischen Kameraschwenks entschwindet das aktuelle Geschehen nämlich schon mal aus Eurem Blickwinkel.

Außerdem ist der frei einstellbare Neigungswinkel der Kamera etwas rucklig geraten, worunter ebenfalls die Übersichtlichkeit leidet. Ich ziehe daher die klassische Schräg-von-oben-Perspektive vor, in der ich die unterschiedlichen Bodenhöhen und -beschaffenheiten am besten beurteilen und so bessere Wegpunkte vorgeben kann, die meine Jungs brav nacheinander abklappern. Da die Wegfindungsroutinen der Pixelkameraden recht ordentlich funktionieren, passiert es relativ selten, daß Einheiten einen unfreiwilligen Umweg einlegen. Das trägt sowohl zur Spielfreude als auch zu meiner Nervenschonung bei, da mangelhafte KI bei Strategietiteln schon so manchen Wutanfall bei mir ausgelöst hat...

Zwei Völker, ein Weg
Ground Control 2: Operation Exodus bietet übrigens nur zwei spielbare Völker an. Das ist schade, denn hier hätte es ruhig noch mindestens eine Partei mehr sein können. Die Geschichte hätte sicherlich noch

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genug (Spiel-)Raum gegeben, eine weitere außerirdische Rasse einzuführen, die im Idealfall eine komplett andere Vorgehensweise erfordert hätte. Wie sich so etwas reizvoll realisieren läßt, hat uns Starcraft schon vor sechs Jahren gezeigt.

Doch leider gibt sich der neue Titel im Ground-Control-Universum hier recht spartanisch. Dafür verfügen beide spielbaren Parteien über eine Vielzahl unterschiedlicher Einheiten. Neben den schon beschriebenen Soldaten der NSA könnt Ihr die Vironen, ein außerirdisches Volk mit einer recht effizienten Bio-Technologie, in ihrem Kampf gegen die böse Kaiserin begleiten.Die sehr fremdartig wirkenden Aliens spielen sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase genauso gut wie die NSA, zumal sie auch über ein Landeschiff verfügen, das unter gleichen Voraussetzungen zu benutzen ist wie jenes der NSA. Dennoch empfiehlt es sich, zuerst die NSA-Kampagne durchzuspielen, bevor man sich den Vironen widmet, da auch die fortlaufende Hintergrundgeschichte aufeinander aufbaut. Und wem das alles zu kompliziert ist, oder wer zu ungeduldig ist, der kann natürlich auch ein Einzelgefecht gegen Computergegner spielen oder sich im Internet oder LAN mit menschlichen Gegnern prügeln.Die sehr fremdartig wirkenden Aliens spielen sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase genauso gut wie die NSA, zumal sie auch über ein Landeschiff verfügen, das unter gleichen Voraussetzungen zu benutzen ist wie jenes der NSA. Dennoch empfiehlt es sich, zuerst die NSA-Kampagne durchzuspielen, bevor man sich den Vironen widmet, da auch die fortlaufende Hintergrundgeschichte aufeinander aufbaut. Und wem das alles zu kompliziert ist, oder wer zu ungeduldig ist, der kann natürlich auch ein Einzelgefecht gegen Computergegner spielen oder sich im Internet oder LAN mit menschlichen Gegnern prügeln.