Unser Besuch bei Massive Entertainment in Malmö! (von Thomas Bayer)

Freitag, 30.7.04, 5 Uhr früh
BIEP..BIEP...BIEP...BIEP..BIEP.... BIEPBIEP - KRAWUMM.

Der Wecker ist aus. Welch eine Wohltat. "Nur noch fünf Minuten" - denke ich, aber dann quäle ich mich doch aus dem Bett. Nach Malmö fliegt man schließlich nicht jeden Tag, und erst recht nicht zu einem Besuch bei Massive Entertainment, den Machern von Ground Control 2. Also raus aus den Federn und erstmal einen starken Kaffee aufgesetzt. Um 5.45 Uhr kommt das Taxi (zumindest dachte ich das zu diesem Zeitpunkt noch…), da muss ich aussehen, als wäre ich schon wach.

Der Kaffee tut seine Wirkung, langsam erwachen die Lebensgeister. Noch kurz unter die Dusche, danach sind die Nachwirkungen der Geburtstagsfeier vom Vortag fast verflogen. Für ein anständiges Frühstück hats nicht mehr gereicht, aber der Zeitplan lässt mir ja genügend Luft am Bahnhof, dort kann ich mir noch schnell eine Kleinigkeit zwischen die Kiemen schieben.

Freitag, 30.7.04, 5.50 Uhr
Taxis sind doch eigentlich pünktlich, warum stehe ich immer noch auf der Straße wie bestellt und nicht abgeholt? Ein Anruf in der Zentrale klärt auf - da hat wohl jemand meine Bestellung falsch eingetragen.

Ground Control 2: Operation Exodus - Ground Control 2: Choppers Movie14 weitere Videos

Meinen Zug um 6.23 Uhr soll ich aber angeblich "ganz locker erwischen" - das Taxi soll in zehn Minuten da sein. Ich beglückwünsche mich zu meiner großzügigen Zeitplanung, das Frühstück rückt allerdings in immer weitere Ferne.
Freitag, 30.7.04, 6.05 Uhr Langsam aber sicher steigt der Puls. Einen weiteren Anruf später bin ich schlauer, das Taxi passiert soeben die Ortsgrenze.

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Mit dem Frühstück schließe ich ab, und frage mich, ob ich das nächste Mal nicht lieber auf die Dienste der "gelben Engel" verzichte.

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Freitag, 30.7.04, 6.10 Uhr Na endlich, das Taxi ist da. Ein völlig relaxter Fahrer begrüßt mich freundlich und fragt mich, wann mein Zug abfährt. "6.23 Uhr? - Gar kein Problem". Diese Ruhe möchte ich auch haben, lasse mir aber nichts anmerken.

Freitag, 30.7.04, 6.18 Uhr
Ich springe aus dem Taxi, reiße dem Fahrer die Rechnung aus der Hand und haste Richtung Bahnsteig. Mein Frühstück muss noch ein bisschen warten, lieber mit leerem Magen abfahren als gar nicht. Der Zug steht schon da, kaum bin ich richtig eingestiegen, geht's auch schon los. Irgendwie hatte ich mir die erste

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halbe Stunde meiner Reise entspannter vorgestellt… Glücklicherweise verliefen die restliche Reise und das Wochenende in Schweden wesentlich entspannter als die Abreise. Nach einem ruhigen Flug und der Ankunf am Flughafen Kopenhagen gab es allerdings zunächst noch eine Überraschung: Statt drei Gewinnern tauchten nämlich nur derer zwei auf, der dritte war trotz mehrerer Versuche nicht zu erreichen. Nach einiger Wartezeit und einem erfolglosen Ausruf im Flughafen machten sich deswegen nur drei Reisende auf den Weg, um die Weiterfahrt von Kopenhagen nach Malmö anzutreten. Bis dato ist nicht geklärt, warum der dritte Gewinner die Reise offensichtlich nicht angetreten hat. Selbstverständlich nehmen wir Spekulationen, Hinweise, u.ä. gerne entgegen - am Liebsten natürlich von Gewinner Nr.3 persönlich. Die Wahl des Hotels stellte sich als sehr weise heraus - durch die sehr zentrale Lage waren sämtliche wichtige Locations (inkl. Massive Entertainment) in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Um 14 Uhr wurden wir von der Massive-Delegation, bestehend aus Elin Bergmann (PR) und Robert Bare (Community Manager) im Hotel abgeholt.Das Massive-Büro direkt an der Haupteinkaufsstraße Malmös war schnell erreicht, wo uns CEO und Gründer Martin Walfisz in Empfang nahm. Es folgte ein kurzer Rundgang durch das mit 1150 Quadratmetern riesige Büro, welches allerdings eher spärlich bevölkert war. Der Großteil des Massive-Teams weilte noch im wohlverdienten Urlaub, um sich von den anstrengenden Wochen vor dem Release zu erholen. Wer jetzt denkt, dass der Besuch durch die vielen abwesenden Mitarbeiter langweilig gewesen sei, irrt gewaltig. Unsere Entdeckungsreise endete vorerst im Konferenzraum, wo Martin uns über die Historie von Massive aufklärte. Wer von euch hätte beispielsweise gewusst, dass Ground Control 1 ursprünglich "Genesis" hätte heissen sollen? Neben Martin waren noch Henrik Sebring (Lead Game Designer), Martin Rystrand (3D-Engine), Elin und Robert am ovalen Tisch versammelt. Während wir Martins Ausführungen über die Entwicklung von Massive, der Suche nach einem Publisher für den ersten Teil, seiner Vision und der Schilderung über die harten Jahre nach dem Release von GC1 lauschten, verließ uns Lead Designer Henrik für kurze Zeit. Bei seiner Rückkehr präsentierte er uns ein frühes Design-Dokument für GC2. Der enorme Umfang des Werkes, dessen Erstellung ca. 3 Monate in Anspruch genommen hat, verblüffte uns alle. Sämtliche geplanten Details des Spiels waren darin zu finden, auf der ersten Seite prangte ein "Highly Confidential" Zeichen. Auch wenn die finale Version des Design Dokuments es Henriks Angaben zufolge nur auf ca. 30 Seiten bringt - schon beeindruckend, wieviel (niedergeschriebene) konzeptionelle Arbeit geleistet wird, bevor die erste Zeile des Programmcodes entsteht. Im Anschluss an unsere Zusammenkunft im Konferenzraum durften wir alle Fragen loswerden, die uns auf der Seele brannten. Selbstverständlich versuchten wir, Martin und Henrik Informationen über ein mögliches Add-On zu entlocken - leider sind wir aber auch nicht schlauer als vorher, aus den Jungs war einfach nichts herauszubekommen. Dass schelmische Lächeln der zwei sagteaber etwas mehr, und so wage ich die Prognose, dass uns bald ein Add-On zu GC2 erwartet - zudem wird bereits an einem Projekt gearbeitet, dessen Name und Inhalt jedoch noch streng geheim ist. Die Fragerunde war sehr informativ, alle Anwesenden ließen sich bereitwillig Löcher in den Bauch fragen und beantworteten geduldig und verständlich all unsere Fragen. Nächster "Programmpunkt" waren Besuche in den Büros von Sound-Designer Ola Strandh und Grafiker Joakim Manson. Die beiden demonstrierten uns, wie Musik, Soundeffekte und 3D-Modelle entstehen. Ola, eingerahmt von einem grandiosen Dolby-Soundsystem, erklärte uns die Funktionsweise der Sound-Engine von Ground Control 2, die komplett in Eigenregie und ohne die Unterstützung von Techniken wie EAX erstellt wurde. "Nicht leistungsfähig genug, dieses EAX" meinte Ola, und beschrieb uns, wie Massive den beeindruckenden Sound von GC2 realisiert hat. Zu jedem Zeitpunkt werden mehrere hundert (!) Sound-Samples abgespielt, damit der Spieler das Gefühl hat, tatsächlich inmitten des Schlachtengetümmels zu stehen. Teile der Musik wurden vom Oxford Sinfony Orchestra eingespielt und danach in das Spiel integriert.Für Massives nächstes Spiel kündigte Ola echtes Dolby 5.1 an - sofern es bis dahin Sound-Hardware gibt, die in der Lage ist, 5.1-Sound in Echtzeit zu verarbeiten. Drücken wir die Daumen, dass die Hersteller von Soundkarten ein Einsehen haben… Im Büro von Joakim erfuhren wir, wie das 3D-Modell eines Panzers animiert und mit Texturen versehen wird. Für die Animation wurde ein eigenes Programm entwickelt (Showcase), das Lightwave-Objekte verarbeitet und dem Grafik- und Animationsteam die Arbeit enorm erleichtert. Ausserdem bekamen wir die Original Concept Arts zu Gesicht, die jeder Einheit und jedem Gebäude zu Grunde liegen. Der Detailreichtum ist beeindruckend und auf Screenshots leider nicht zu 100% nachzuvollziehen. Joakim demonstrierte uns die Funktionsweise des Animations- tools anhand der verschiedenen Animationssequenzen, über die alle Einheiten in Ground Control 2 verfügen. Die Studiotour wurde

immer wieder "unterbrochen" durch Abstecher auf die gigantische Terrasse des Büros, wo wir bei strahlendem Sonnenschein ein kaltes Getränk und den Blick auf die Haupteinkaufsstraße von Malmö und den beeindruckend hübschen Teil der weiblichen Bevölkerung Schwedens genossen.

Ausnahmslos alle Massive-Mitarbeiter vermittelten den Eindruck, dass sie unseren Besuch keinesweg als Pflichtübung ansahen, sondern sich im Gegenteil über unsere Anwesenheit freuten. Diese Offenheit sorgte für reichlich Gespräche auch über nicht computer- und spielebezogene Themen.

Nach ca. 5 Stunden Studiotour bekamen wir noch die Gelegenheit, in einem GC2-Match unsere Unterlegenheit unter Beweis zu stellen. Das 3vs3 Game endete mit einem überwältigenden Sieg des Teams, in dem zwei Massive-Mitarbeiter mit von der Partie waren. Ein kaltes Bier linderte den Schmerz über die Niederlage, und schließlich hatten wir ja auch mit diesem Ausgang gerechnet - letztendlich ist es nicht ehrenrührig, gegen die Entwickler mit Pauken und Trompeten unterzugehen. Zum Abschluss durften wir uns alle noch über ein handsigniertes Exemplar von Ground Control 2, eine Making-Of DVD und ein Poster

freuen. Nach den hitzigen Gefechten war Nahrungsaufnahme (dieses Mal in fester Form) angesagt, und so machte sich unser Trupp - bestehend aus uns drei, Carl, Martin Rystrand, Joakim und Robert auf den Weg in ein nahegelegenes Restaurant.

Das Essen war ebenso lecker wie das Bier teuer (5€ sind für ein 0,3l Glas fällig), aber die Schweden scheinen sich im Allgemeinen nicht wirklich um die hohen Alkoholpreise zu scheren -unsere Gastgeber mit eingeschlossen. In entspannter Atmosphäre entwickelten sich interessante Gespräche und wir bekamen den einen oder anderenSchwank aus dem Leben der Entwickler zu hören. Wer hätte gedacht, dass ein Programmierer es während seiner Studienzeit einmal auf stolze 36 Bier an einem Abend gebracht hat? Nach dem Verlassen des Restaurants verabschiedeten sich Robert und Joakim, die verbliebene Fünfergruppe machte sich noch auf die Suche nach einem freien Platz in einem der unzähligen Straßencafés von Malmö. Da wir das erste wirklich schöne Sommerwochenende in Malmö erwischt hatten, waren die Kämpfe um einen Sitzplatz härter als erwartet, letztendlich konnten wir aber einen ergattern.

Erneut machte sich das völlige Fehlen von Starallüren oder Berührungsängsten auf Seiten der Massive-Mitarbeiter sehr positiv bemerkbar und wir bekamen die Gelegenheit, die verbliebenen zwei "ganz normal" kennen zu lernen. Die Palette an abgedeckten Gesprächsthemen reichte vom optimalen Trinkespiel bis hin zu politischen Themen - Langeweiledroht jedenfalls zu keinem Zeitpunkt aufzukommen, für Unterhaltung war bestens gesorgt. Gegen ein Uhr nachts neigte sich das Treffen dem Ende zu, wofür wir natürlich Verständnis hatten, auch wenn wir gerne noch die eine oder andere Stunde mit unseren Gastgebern genossen hätten. Nach einem Schlummertrunk in der Hotelbar verabschiedeten auch wir einander in Richtung Bett, hundemüde aber glücklich und um einige unvergessliche Erfahrungen reicher. Am nächsten Tag erwartete uns zunächst ein gigantisches Frühstücksbuffet. Von Brötchen und diversen Frühstücksflocken über Waffeln bis hin zu warmen Würstchen und eingelegtem Fisch (*schüttel*) wurde alles geboten, was das Herz begehrt. Wir stärkten uns ausgiebig, um für den kommenden Tag und die geplante Erkundungstour durch Malmö gewappnet zu sein. Der Vormittag war damit ausgefüllt, die Innenstadt und Einkaufsstraßen Malmö unsicher zu machen. Wir genossen das herrliche Wetter, die ausgesprochen sommerliche Atmosphäre und nutzten die Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten zu begutachten. Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, wo wir uns (leider vergeblich)
bemühten, sämtliche bisher geschossenen Bilder via FTP-Upload ins (nicht ganz so) ferne Deutschland zu schicken war unser nächstes Tagesziel schnell gefunden: Ein Internetcafe musste her, schließlich wollten wir die Fans so schnell wie möglich mit Impressionen unseres Besuches versorgen.Im I-Net Cafe angekommen stellte sich jedoch schnell Ernüchterung ein: PC's mit dem Uralt-Betriebssystem Windows NT verhinderten nachhaltig die Übertragung der Bilder auf den PC. Also musste doch das Hotel herhalten, ein paar Bilder verkraftete auch der Weg über E-Mail, vom Ergebnis konntet ihr euch am Samstag abend auf GC2Exodus.de selbst überzeugen. Als Abendprogramm stand noch ein Abstecher zum Strand auf dem Programm, wo wir pünktlich zu einem herrlichen Sonnenuntergang eintrafen. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen Park, der mit herumliegenden und grillenden Schweden bis zum Bersten gefüllt war - Grund war das Konzert einer bekannten schwedischen Rock-Gruppe. Den Namen konnten wir im Gespräch mit einem Security aufgrund der ungewohnten schwedischen Aussprache leider nicht herausbekommen. Wandern macht hungrig, und so meldeten sich bald unsere Mägen lautstark zu Wort und verlangten nach Essen. Nach einer kleineren Odyssee durch die enorm stark frequentierte Innenstadt wurden wir schließlich fündig und genossen es, nach einem anstrengenden Tag gemütlich dazusitzen und ein leckeres griechisches Essen zu verspeisen.

Um noch die letzten Reste schwedischer Kronen (ja, da oben ist nichts mit Euro) loszuwerden, suchten wir erneut eine der vielen Bars auf und legten unser Geld in leckeren Getränken an. Um ca. 1 Uhr war wieder Zapfenstreich und unsere kleine Gruppe machte sich auf den Weg ins Hotel. Man verabredete sich zum Frühstück am nächsten Tag, um vor einem weiteren anstrengenden Reisetag nochmal ordentlich aufzutanken. Einer der Gewinner verließ uns direkt nach dem (erneut fantastischen) Frühstück und die Gruppe schmolz für die letzten Stunden in Malmö auf zwei Personen zusammen. Kurze Zeit später wurde es auch für die beiden Verbliebenen Zeit, die Heimreise anzutreten. Der Bahnhof war schnell erreicht, und so ging es ein letztes Mal über die riesige Öresund-Brücke zum Flughafen Kopenhagen. Die weitere Reise verlief durch ein angenehm großes Zeitpolster auf den Flughäfen sehr entspannt und am Sonntag abend waren alledrei Malmö-Besucher wieder zurück in der Heimat. Insgesamt sind wir uns alle einig, dass unser Kurztrip nach Schweden ein voller Erfolg war. Wir haben die zwei Tage in vollen Zügen genossen, vor allem die Offenkeit und Gastfreundschaft des gesamten Massive-Teams waren Garanten für einen unvergesslichen Aufenthalt. Dass sich ein Spieleentwickler (teilweise trotz Urlaub) derart viel Zeit für Fans nimmt ist bei weitem nicht selbstverständlich.

Herzlichen Dank dafür an Massive Entertainment, wir kommen gerne noch einmal vorbei! Bedanken möchten wir uns ebenfalls bei Vivendi Universal Games, die unsere Reise durch das Gewinnspiel erst möglich gemacht haben. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Janette Bergmann, unsere Ansprechpartnerin und Organisatorin bei VUG - die perfekte Organisation und tolle Betreuung im Vorfeld der Reise waren das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen "I".