Diablo 3 liegt noch in weiter Ferne. Daher haben wir Ausschau nach Alternativen gehalten, die die „Wartezeit überbrücken helfen“, wie es so schön heißt, und sind auf Greed gestoßen, ein ambitioniertes Projekt des deutschen Entwicklers Headup Games. Im Gegensatz zu kommenden Blizzard-Spielen bietet Greed einen LAN-Modus, versaut Spielern nicht mit nervigem Kopierschutz den Spaß und spielt darüber hinaus endlich mal nicht in ausgelutschten Fantasywelten, sondern nimmt euch mit in die Weiten des Weltraums. Grund genug für uns, Michael Zolna von Headup zum Interview zu bitten.

gamona: Greed wird in der Presse immer mal wieder als „Diablo im Weltraum“ beschrieben. Fühlt ihr euch dadurch geehrt?

Michael Zolna: Ich würde die Unwahrheit sagen, wenn ich nein sagen würde. Wenn erfahrene Journalisten, die GREED in der Preview-Fassung bereits angespielt haben, Diablo zu Beschreibungszwecken heranziehen, können wir uns zweifelsohne darüber freuen. Gleichzeitig ist es auch ein großer Auftrag an uns, den wir innerhalb unserer Budgets versuchen, bestmöglich zu erfüllen. Wobei natürlich auch klar sein sollte, dass wir Blizzard kein Paroli bieten können. Es zeigt uns aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir denken, der Community eine unterhaltsame Überbrückung bis zum heiß ersehnten „Diablo 3“-Release zu bieten, der ja noch über ein Jahr hin ist.

GREED - Black Border Ingame Trailer

gamona: Nicht mehr lange, dann erscheint bekanntlich Diablo 3. Warum sollten sich die Spieler trotzdem Greed kaufen?

Michael Zolna: Diese Frage hat sich dank der neuesten Ankündigungen von Blizzard ja erledigt. (lacht) Der Release von GREED am 10. Dezember passt doch nun sehr gut. Es ist noch einiges hin bis zum Erscheinen von Diablo und so lange können die Durstenden die Zeit sehr gut überbrücken, ohne einer Fata Morgana zu verfallen.

Sammelwut im Weltraum

gamona: Space Siege von Chris Taylor (Supreme Commander) versuchte sich ebenfalls an einem „Diablo im Weltraum“ – und scheiterte kläglich. Was wollt ihr besser machen?

Michael Zolna: Über die Probleme von Space Siege sollten sich andere den Kopf zerbrechen. Ich kann nur darüber sprechen, was GREED gut macht. In Zusammenarbeit mit unserem Entwickler ClockStone haben wir zunächst eine grundlegende Story ersonnen. Im Anschluss haben wir Balthasar von Weymarn, der für die preisgekrönten „Mark Brandis“-Hörspiele verantwortlich zeichnet, verpflichtet und er hat die Story weiter ausgebaut und sie schließlich zu dem gemacht, wie sie sich in Gänze im Spiel wiederfinden wird.

GREED - LAN-Modus, kein Kopierschutz, massig Items - Diablo kann warten!

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Greed verlagert das Diablo-Prinzip ins Weltall.
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Wir haben das bewährte und gute Hack’n’Slay-Prinzip von anderen Spielen übernommen und es um einige genreuntypische Facetten ergänzt. So kann man in GREED über „WASD“ eine Ausweichbewegung auslösen, den so genannten „Dodge Move“. So gestalten wir das Spiel ein wenig actionreicher. Es wurden auch kleinere Rätseleinlagen zur Auflockerung des Spielgeschehens eingebaut, die so in vergleichbaren Titeln auch noch nicht vorzufinden sind.

Wir haben drei grundlegend verschiedene Charaktere zur Auswahl, die sich in drei komplett unterschiedlichen Settings auf die Suche nach dem wertvollsten Rohstoff machen können, dem Ikarium. Abgerundet wird das ganze durch eine stilvolle Präsentation. Unter den Synchronsprechern finden sich sehr bekannte deutsche Stimmen von Hollywoodstars, die das Spielerlebnis mit dem atmosphärischen Soundtrack zusammen, passend abrunden.

Packshot zu GREEDGREEDErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

gamona: Der Dreh- und Angelpunkt im Hack’n’Slay-Genre ist sicherlich die oft zitierte „Sammelwut“ nach neuen Items. Wie sieht das bei Greed aus?

Michael Zolna: Das Lootsystem von GREED steht auf drei grundsätzlichen Säulen: den Items an sich, den Sockel-Upgrades und dem für die Spieler unsichtbaren Loot- und Gegnertable. Wir haben ca. 230 grundsätzlich verschiedene Gegenstände. Diese bewerten sich nach einem Wahrscheinlichkeitssystem zudem in verschiedenen Wertkategorien und Stärkegraden. Darüber hinaus werden bei jedem Spiel die Gegner innerhalb ihrer Gruppen per Zufall gespawnt, so dass auch hier sich die Droprates unterscheiden.

GREED - LAN-Modus, kein Kopierschutz, massig Items - Diablo kann warten!

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Dürfen nicht fehlen: jede Menge Wummen.
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Aus der Kombination von Sockeln, Upgrades und Grundwerten der Gegenstände ergibt sich ein hoch flexibles Itemsystem, das jeder Spieler entsprechend der gewählten Spielweise und Skillung seiner Figur füllen kann. Last but not least gibt es zudem die Möglichkeit, ungewollte Gegenstände jederzeit zu verschrotten – dabei können mächtige, neue Upgrades entstehen.

Alles in allem sind wir sehr zufrieden, denn es gibt eine ungeheure Befriedigung, wenn man z.B. beim Pyro vom kleinen, unmodifizierten Flammenwerfer auf den zweifach gesockelten Doppelrohr-Flammenwerfer wechselt und in diesen auch noch Upgrades setzt, die Boni auf Fertigkeiten wie die Flammenwelle und Energiezehrung gibt und darüber hinaus den Spieler schneller ausweichen lässt.

LAN-Modus - aber kein Kopierschutz

gamona: Dass Diablo 2 heute immer noch gespielt wird, liegt bestimmt auch am Battle.net bzw. dem Mehrspieler-Modus. Was hat Greed in dieser Hinsicht zu bieten?

Michael Zolna: GREED können Spieler sowohl im LAN als auch im Internet mit bis zu drei Spielern spielen. Wir bewegen uns hier ganz klar entgegen allen Trends der Branche. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass wir verständlicherweise leider kein Battle.net anbieten können. In eventuellen Nachfolgern oder Add-ons wird dies das Erste sein, was wir zusätzlich anbieten möchten.

gamona: Du spielst damit sicherlich auf Blizzard an, die sich ja dazu entschieden haben, kommende Spiele nicht mehr mit LAN-Unterstützung auszustatten. Stattdessen wird eine Internet-Verbindung nötig sein – ein Dorn im Auge aller LAN-Party-Fans.

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Fremdartige Welten: Greed bietet volle LAN-Unterstützung.
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Michael Zolna: Wie schon gesagt, wir möchten keine Dornen in den Augen der Spieler hinterlassen und haben LAN-Unterstützung von Anfang an eingeplant.

gamona: Keine Internet-Aktivierung, aber auch kein Kopierschutz – seid ihr komplett wahnsinnig? ;)

Michael Zolna: Die meisten Spieler werden uns gerade deswegen nicht für verrückt erklären, im Gegenteil. Wir möchten die Spieler, die Interesse an GREED zeigen und womöglich negativ gegenüber jeglichen DRM-Maßnahmen eingestellt sind, nicht verprellen. Indem wir auf Internet-Aktivierung und Kopierschutz verzichten, hoffen wir ihr Interesse weiterhin aufrechtzuerhalten.

Zudem halten wir es gerade im Hinblick auf den LAN-Modus für äußerst fair, wenn wir die Spieler hier unabhängig von Internet und Kopierschutz agieren lassen – nichts ist ärgerlicher, als auf einer guten Zock-Session erst einmal viel Zeit aufgrund rigider DRM-Politik zu verlieren.

gamona: Michael, vielen Dank für das Gespräch.