Man kennt das: Weihnachten und Silvester sind noch nicht allzu lange her, der Januar noch nicht rum und die eigenen Finanzen haben gelitten – kurzum, man ist pleite. Da sich die Lust zu spielen aber nur selten danach richtet, ob man gerade flüssig ist oder nicht, muss jetzt schnellstmöglich ein Game her. Was tun? Keine Sorge, wir versorgen euch mit Hinweisen auf fünf Spiele, die die meisten von euch nicht kennen werden, die unwahrscheinlich Spaß machen – und euch dabei nicht einen roten Heller kosten.

Wir werden bewusst keine MMOs in unserer Liste haben, weil Portale wie free2play.de dem geneigten Grinder zahlreiche kostenlose Online-Abenteuer vermitteln können. Auch die größeren Spiele wie Enemy Territory, die ohnehin jeder kennt, lassen wir eher außen vor. Stattdessen werdet ihr hier großartige Spiele ambitionierter Spielentwickler finden, die sich noch einen Namen wollen oder ihre Fähigkeiten testen wollten, die ihrer Leidenschaft und Kreativität Ausdruck verleihen mussten. Wir hoffen, diese Geschenke, die wir euch ausschließlich vermitteln, versüßen euch die Zeit, bis ihr euch das nächste Retailspiel kaufen könnt.

Das Höhlengleichnis

Man sollte nicht denken, dass sich auf dem so aktiven japanischen Spielemarkt ein Entwickler halten kann, der Freeware-Spiele herausbringt- so hervorragend sie immer sein mögen. Doch das ist genau, was die Damen und Herren beim japanischen Studio Pixel machen. Fragt uns bitte nicht, wie sie sich kommerziell über Wasser halten, wir wissen es nicht – alles, was wir wissen ist, dass sie ein phantastisches Spiel herausgebracht haben, das euch keinen Pfennig kostet.

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Cave Story ist in jeder Hinsicht liebevoll gestaltet.
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Das Konzept von Cave Story bzw. Doukutsu Monogatari zu erklären ist nicht ganz leicht, es ist eine eigentümliche aber sehr gelungene Mischung aus Platformer und Rollenspiel, mit Upgrades, die an ein Shoot'em Up erinnern. Es ist tatsächlich schwierig, die 2D-Extravaganza einzuordnen. Es wurde verglichen mit Castlevania, Metroid – und doch ist es irgendwie etwas ganz anderes, auf eine sehr, sehr gute Art.

Entwicklerstudio Pixel saß 5 Jahre an dem zweidimensionalen Epos, und das zeigt sich in der immensen Qualität, die aus jeder Pore tropft. Selbst die Story, so merkwürdig sie immer sein mag, fesselt und motiviert. Überhaupt ist Cave Story eines jener Spiele, denen man etwas Zeit geben sollte, bevor man sie wirklich beurteilt, denn erst nach einer Weile hat man einen Bruchteil der liebevollen Features gesehen, die Cave Story so besonders machen.

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Ihr wollt schießen, rennen, springen und euch weiterentwickeln? Cave Story ist euer Spiel!
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Ihr könnt das Spiel gleich bei uns downloaden, wer es sich vorher noch etwas ausführlicher ansehen möchte, kann es auf diesem Fanportal tun. Wir empfehlen jedem Freund von Platformern, Jump'n Run, Rollenspielen und liebevollem Design, einen Blick in die Höhle zu riskieren.

Chzo – wie aussprechen?

Manch einer mag den Namen Ben „Yahtzee“ Croshaw kennen. Falls nicht: Yahtzee ist der unheimlich schnell sprechende britische Gentleman, der in der Reihe von Videorezensionen namens Zero Punctuation auf der Seite The Escapist regelmäßig Spiele verreißt. Was die wenigsten wissen: Yahtzee selbst hat einige Spiele herausgebracht, von denen eine Reihe besonders hervor sticht – der Chzo-Mythos.

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Ein unscheinbares Haus in dreierlei Farben...oder nicht?!
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Hergestellt mit dem Adventure Game Studio besteht die Reihe (die manchmal auch DeFoe-Reihe oder „X Days a Sauerkraut“ genannt wird) aus vier Teilen, deren erster, zweiter und vierter klassische Point&Click-Adventures sind, während der dritte Teil ein Parser-System ähnlich dem von Leisure Suit Larry oder King's Quest verwendet. Alle sind höchst spielbar und zusammengenommen eine intensive Erfahrung.

Die Reihe beginnt verhältnismäßig harmlos: In 5 Days a Stranger steigt der Gentlemen-Einbrecher Trilby in das Haus eines just verstorbenen Adligen namens DeFoe ein. Anstatt von Beute findet er jedoch eine kleine Gruppe von Personen, die ihm erklären, dass er, genau wie sie, jetzt ein Gefangener des Hauses ist. Gemeinsam müssen Trilby und die anderen das dunkle Geheimnis des Anwesens lüften – und der grauenvollen Dinge, die hier geschehen sind.

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Point & Click reicht allemal für gute Rätsel und eine toll erzählte Story.
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In 7 Days a Sceptic macht die Story einen Sprung nach vorn – einen um 400 Jahre! Dr. Jonathan Somerset ist Bordpsychologe auf dem Aufklärungsraumschiff Mephistopheles, das eines Tages eine mysteriöse Metallkiste im All findet, auf der Trilbys Unterschrift ist. Kurz darauf beginnen Crewmitglieder zu verschwinden...

Trilby's Notes spielt kurz nach dem ersten Teil der Reihe. Trilby arbeitet nun bei einer Behörde, die paranormale Phänomene untersucht. Von seinem Arbeitgeber wird er ausgesandt, ein walisisches Hotel zu untersuchen – und findet dabei unverhofft Erklärungen für die Vorgänge, die sich damals im DeFoe-Anwesen zugetragen haben..

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Es sieht nicht rosig aus für Theo...
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Der Vierte und letzte Teil, 6 Days a Sacrifice, ist zeitlich genau zwischen dem ersten und zweiten Teil angesiedelt, also 200 Jahre in der Zukunft. Theo DaCabe ist eigentlich nur ein Beamter, der das Gebäude der Optimology-Sekte genauer untersuchen soll. Plötzlich wird Theo allerdings in einen Aufzugschacht gestoßen! Seine Knochen zerschmettert und sein Kopf voller Fragen, kommt er in einem unbekannten Zimmer zu sich. Bei ihm ist nur eine Ärztin, die ihm signalisiert, dass er getötet werden soll, und eine Türwache – die erstaunlich nach Trilby aussieht...

Was im ersten Teil als eine relativ harmlose aber dennoch sehr gut erzählte Okkult-Geschichte beginnt, wächst im Laufe der nächsten Teile zu einem immer komplexeren Netz aus Mystik, Verrat und sogar Philosophie. Keine Sekunde der Reihe ist langweilig, der einzige Wermutstropfen ist, dass Teil 3, der die meisten Antworten gibt, auch der am aufwändigsten zu bedienende ist.

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Okkult-Kult: Habt ihr alle Teile gespielt, habt ihr wirklich eine Reise hinter euch.
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Die Figur des Trilby ist Yahtzee an Herz gewachsen, wer lieber ein anspruchsvolles, aber intellektuell leichteres Spiel sucht, das zudem die Reflexe fordert, dem sei The Art of Theft ans Herz gelegt, eine gelungene Einbrechersimulation mit - na ratet mal - in der Hauptrolle.

Die Spiele sind alle auf Yahtzees Seite verfügbar. Mittlerweile stehen auch die Special Editions zum Download zur Verfügung, für die man bislang eine kleine Spende entrichten musste, die seit kurzem aber auch gratis sind. Die Spiele sind u.A. auch in Deutsch erhältlich und natürlich freut sich der Autor nach wie vor über finanzielle Zuwendungen, falls ihr euch sie denn leisten könnt.

Über den Wolken...

Letztes Jahr sorgte das alternativ designte Spiel Flower für einiges Aufsehen. Dass solche Spiele in simplen aber genial umgesetzten Ideen wurzeln und nicht zwangsläufig einen hohen Produktionsaufwand brauchen zeigt ein Spiel, das von der Interactive Media Division der Universität von Südkalifornien entwickelt wurde und völlig für lau zu haben ist: Cloud. Die Ähnlichkeiten zu Flower sind übrigens alles andere als Zufall - Jenova Chen ist der Designer beider Spiele.

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Cloud ist Flower nicht unähnlich - was eine gute Sache ist!
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Und wie auch bei Flower ist es bei Cloud nicht ganz einfach zu beschreiben, worin der eigentliche Reiz liegt und sich die einzigartige Ästhetik entfaltet. Im Grunde ist Cloud ein Physik-Puzzlespiel mit Wolken. Als ein schlafender Junge, der träumt, er würde durch die Wolken fliegen, ist es eure Aufgabe, die wattigen Begleiter je nach Aufgabe zu sammeln und in bestimmter Weise zu arrangieren.

Neutrale Wolken sind dabei grau und können von euch gereinigt werden, so dass sie weiß werden. Es gibt sogar aggressive Sturmwolken, die ihr mit euren Schafimitaten bekämpfen und somit reinigen müsst, um euer Ziel zu erreichen. Kommt so ein Kampf zustande, wird Regen erzeugt, der die Erde bewässert…man merkt, der reine Shooterspieler ist hier eher schlecht aufgehoben. Das Spiel ist für Leute, die dem Protagonisten insofern ähneln, als dass auch sie Träumer sind…

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Little Nemo lässt grüßen: Im Traum die Wolken zu manipulieren macht viel Spaß und sieht toll aus.
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Das Spiel ist in unserer Downloadsektion als kostenloser Download erhältlich. Wem Cloud gefällt, der sollte sicherlich auch Spielen wie Flower oder flOw eine Chance geben, versprühen doch auch diese Games den Reiz sanfter Ästhetik und echter Kunstfertigkeit. Zudem sind sie fabelhafte Argumente gegen die „Computerspiele sind alle gewalttätig und dumm“-Theoretiker und ein starkes Statement für die Etablierung von Spielen als eigene Kunstform.

Knytt von Nifflas - sagt es dreimal schnell hintereinander!

Räumen wir das Negative gleich aus dem Weg: Knytt ist leider nur für den PC erhältlich, alle Mac-User sollten sich also dringend einen Freund suchen, bei dem sie das Game spielen können. Und die Betonung liegt auf „dringend“, denn Knytt ist einfach nur schön. Im Grunde seines Herzens ist es ein althergebrachter Platformer, der eine Menge Köpfchen braucht, eigentlich aber sehr entspannt daherkommt.

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Knyttlich - Knytt sieht nicht nach viel aus, ist aber eigenartigerweise spannend und relaxend zugleich.
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Der Knytt ist Hauptcharakter und Spielfigur des von Nifflas designten Spiels. Wer Nifflas ist? Wir haben nicht die geringste Ahnung, aber es ist auch eigentlich nicht so wichtig. Der Knytt jedenfalls ist eine kleine Figur, die von einem Alien entführt wurde. Da das Alien aber ein sauschlechter Fahrer ist, kracht es beim Rückflug kurzerhand in einen Meteoriten und befördert sich selbst und den armen Knytt auf einen fremden Planeten. Ohne die Teile des Raumschiffs wieder zu finden haben die beiden keine Chance, jemals wieder fortzukommen.

Und so manövriert man die relativ kleine Figur durch eine monströs große Welt, deren einzelne Bildschirme ebenfalls sehr umfangreich sind. Anstatt sich starr von links nach rechts zu bewegen, kann man in alle Himmelsrichtungen gehen – und das muss man auch, denn die Teile sind nicht eben leicht zu finden. Ein Leitstrahl aus Licht zeigt dem Spieler die ungefähre Richtung, in der das nächste Raumschiffteil liegt. Dorthin zu gelangen jedoch ist leichter gesagt als getan, auch wenn dem Knytt einige Kniffe zur Verfügung stehen, unter anderem die aktive Nutzung von Wänden zum Klettern und Walljumpen.

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Knytt - jetzt auch mit Angeln!
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Das Original könnt ihr euch gleich hier downloaden. Hat man Knytt erst durch, darf man sich gleich auf den Nachfolger stürzen, Knytt Stories. Das Arsenal der Spielfigur wurde um einige interessante Kräfte erweitert und zu Knytt Stories gibt es sogar Expansion Packs. Und falls jemand herausfindet, was das Wort „Knytt“ bedeuten soll, sind wir für jegliche Hinweise dankbar.

Gentlemen, starten sie die Maschinengewehre!

Werfen wir einen Blick in die Vergangenheit: Habt ihr euch jemals gefragt, wie dieses kleine finnische Studio namens Remedy, von dem vorher noch nie irgendjemand etwas gehört hatte, eines Tages einfach mit Max Payne in der Industrie einschlug wie eine Bombe und mittlerweile einige der meisterwarteten Spiele überhaupt entwickelt, darunter das Horror-Adventure Alan Wake? Die Wahrheit ist, dass Remedy bereits vor seinem mittlerweile legendären Film Noir-Shooter ein Spiel herausbrachte. Dieses Spiel ist Death Rally.

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Death Rally - Ihr wisst, ihr wollt es!
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Was Death Rally ist? Das fehlende Glied in der Evolution von Micro Machines zu Carmageddon. Ihr merkt, wir reden hier von älteren Spielen und auch Death Rally, das ein Rennspiel aus der Vogelperspektive ist, sieht man seine Jahre an, immerhin erschien es 1996. Wer also eine Pixelallergie hat, der sollte lieber weggucken, alle anderen jedoch sollten aufpassen! Death Rally bietet nämlich diebischen Spaß und erstaunlich viele Möglichkeiten.

Als Teilnehmer an einem Autorennturnier startet der Spieler mit einem VW Käfer, etwa 500 Dollar in der Tasche und einem Ziel: Der Beste zu werden und dem bislang Besten eine reinzuwürgen. Diesem Isnogud des Rennsports könnt ihr noch einen Namen und ein Portrait verpassen (unter anderem das Gesicht von Duke Nukem, da das Spiel seinerseits von Apogee/3D Realms gepublisht wurde), und dann geht es los: In rasanten Schlachten heißt es, auf ausgetüftelten Strecken die Nummer 1 zu werden und somit mehr Geld zu verdienen. Wozu das Geld?

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Micro Murder Machines - Rasen, ballern, fröhlich sein.
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Nun, das Spiel hieße wohl kaum Death Rally, wenn ihr eure Karre nicht ordentlich bewaffnen könntet. Maschinengewehre, Minen, Stachelrammen und derlei mehr sind ebenso Optionen wie z.B. das Beauftragen eines Saboteurs, der vor dem Rennen die Bremsleitungen eurer Widersacher durchschneidet. Habt ihr genug Penunze, könnt ihr euch auch bessere Wagen kaufen, um eure Feinde nach allen Regeln der Kunst zu überholen bzw. verschrotten. Und haben wir erwähnt, dass auf den Strecken Passanten rumstehen?

Death Rally ist seit dem letztem Jahr Freeware und ihr könnt es in unserer Downloadsektion herunterladen und sofort losspielen. Ansonsten hoffen wir, dass euch unser kleiner Ausflug ins Land der Gratisspiele gefallen hat. Wenn ihr ein Spiel dringend vermisst und empfehlen möchtet oder lauthals einen zweiten Teil fordert, lasst es uns in den Kommentaren wissen. Na dann: Fröhliches Zocken!