Autor: Michael Humpa

Wer in Tauschbörsen MP3s herunterlädt, riskiert einen Brief vom Anwalt. Kanzleien, die sich auf derlei Abmahnungen spezialisiert haben, haben Hochkonjunktur: Im Auftrag der Musikindustrie scannen Juristen die Filesharing-Netze nach urheberrechtlich geschütztem Material. Wer der Gefahr einer hohen Geldstrafe aus dem Weg gehen will, sollte also schleunigst Kazaa, eMule, LimeWire & Co. Lebewohl sagen.

Das bedeutet aber nicht, dass ihr künftig auf Gratis-MP3s verzichten müsst. Da das Gesetz einige Hintertürchen offen lässt, könnt ihr auch weiterhin euren Musikbestand kostenlos aufstocken. Wir zeigen euch die fünf besten Filesharing-Alternativen.

Streamripper: MP3s endlos saugen

Das kostenlose Plug-in für Winamp ermöglicht es, Internet-Radiostreams aufzuzeichnen und die einzelnen Songs als MP3-Dateien auf der Festplatte zu speichern. Mehr als tausend kostenlose Internet-Radiostreams bietet der Player frei Haus. Ihr findet die Sender in der »Medienbibliothek«. Unter »Shoutcast Radio« werden alle Sender nach Namen, Genre, Bitrate und Format sortiert. Ein Klick auf das "Quickgenre" genügt und ihr könnt die Senderliste nach der Art eurer Lieblingsmusik filtern. Ein Doppelklick auf den gewünschten Radiosender genügt und der Streamripper springt an. Jetzt nur noch auf »Start« drücken und die gespielten Songs werden auf der Festplatte gespeichert.

Gratis MP3s - MP3s gratis und völlig legal: Wir präsentieren fünf coole Alternativen zu Tauschbörsen.

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Streamripper: Kostenloses Plug-in für Winamp.
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Mit Streamripper füllt ihr euren mobilen MP3-Player innerhalb weniger Stunden mit legalen Musik-Downloads. Da das Tool den Stream direkt abgreift, muss es die Sounddateien nicht umkonvertieren. Der Vorteil: Die Sound-Qualität bleibt gleich. Sobald der Sender Titelinformationen mitsendet, benennt und schneidet die Freeware die Songs automatisch. Wollt ihr dennoch den Stream als Ganzes aufnehmen (beispielsweise bei der Übertragung eines Live-Konzerts) setzen Sie unter »Options | File« ein Häkchen vor "Rip to single file".

Tipp: Jede noch so große Playlist geht einmal ihrem Ende zu. Und wenn ihr den Streamripper einmal über Nacht laufen lasst, werdet ihr merken, dass es etliche Doppler gibt. Verhindert das, indem ihr die Option »Overwrite existing tracks« aktiviert. Fazit: Wer kein Geld ausgeben will und die Songs einzeln auf dem Rechner liegen haben will, kommt um den Streamripper nicht herum. Die Bequemlichkeit, die Lieder nicht per Hand schneiden zu müssen, bezahlt der User mit einer etwas umständlicheren Sender-Suche.

Download: Streamripper (Freeware)

ClipInc: Radio mitschneiden

Das Gratis-Tool saugt Musik sämtlicher Genres aus dem Internet. Auf Wunsch werden die Lieder vollautomatisch in kompakte MP3s umgewandelt – ganz ohne Profikenntnisse. Der Installations-Manager von ClipInc fragt euch im Laufe des Setups, woher ihr die Musik beziehen möchtet. Zur Auswahl stehen über 600 Radiosender, sortiert nach verschiedenen Genres (etwa Rock, Dance, Schlager oder Klassik). Die Stationen versorgen euch rund um die Uhr mit Musik eurer Wahl.

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Clipinc erfreut mit aufgeräumter Oberfläche.
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Nachdem ihr die Musik-Quelle angegeben habt, zeichnet ClipInc die Live-Streams aus dem Netz vollautomatisch auf. Stehen für die gewählte Station Schnittmarken (so genannte StreamTags) bereit, werden alle gespielten Songs einzeln und fertig geschnitten auf eurer Festplatte gespeichert. Ist das nicht der Fall, müsst ihr am Ende der Aufnahme selbst Hand anlegen und aus dem Dauer-Stream die einzelnen Titel herausschneiden. Mit ClipInc scheffelt ihr in wenigen Stunden Hunderte von Songs auf eure Festplatte – völlig legal und kostenlos.

Dabei ist die Bedienung der Freeware ausgesprochen simpel: Sobald ihr die Freeware gestartet habt, schneidet das Programm den eingestellten Sender in Echtzeit mit. Praktisch: Damit ihr nicht jede Menge Musik bekommt, die ihr gar nicht haben wollt, könnt ihr über »Datei | Einstellungen« die exakte Aufzeichnungsdauer festlegen oder eine Hate-List pflegen. In diese Liste könnt ihr unerwünschte Interpreten, Titel, Genres etc. eintragen, die dann von der Kostenlos-Software dauerhaft ignoriert werden.

Download: ClipInc (Freeware)

TheLastRipper: Wunschmusik speichern

Nutzer des Musik-Vorschlagdienstes Last.fm können mit der Erweiterung TheLastRipper alle abgespielten Songs auf der eigenen Festplatte speichern. Der Online-Musikdienst Last.fm bringt eure Wunschmusik per Stream auf den Rechner. Allerdings könnt ihr die Songs nur über die Webseite anhören, aber nicht auf der Festplatte speichern. TheLastRipper macht Schluss mit diesem Umstand und lagert gewünschte Songs als MP3 auf eurem PC ab.

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Für LastFM-Nutzer ist The LastRipper das perfekte Zusatztool.
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Das passende Cover wird ebenso mitgeliefert, wie die korrekten ID3-Tags. So erhaltet ihr neben den tatsächlichen Dateien, die per Suchkriterien eingegrenzt werden können, auch noch Informationen zu Album, Interpret und Dauer eines Songs. Und so geht's: Beim ersten Start von TheLastRipper gebt ihr eure persönlichen Zugangsdaten für last.fm ein. Schon verbindet die Freeware sich mit dem Web-Dienst und gibt eine Suchmaske frei, in der ihr nach eurem Lieblings-Interpreten fahnden könnt.

Nach ein paar Sekunden hört ihr den ersten Song und TheLastRipper beginnt automatisch den Titel mitzuschneiden. Als Folgesongs spielt last.fm passende Titel, die von anderen Mitgliedern des Musikvorschlagdienstes als Ähnlich eingestuft wurden. Fazit: "Last.fm" bietet Musik aller großen Labels. Dem Aufbau einer eigenen Musiksammlung steht so nichts mehr im Wege.

Download: TheLastRipper (Freeware)

Clickster: Google für MP3s

Die Freeware Clickster geht einen anderen Weg. Sie sucht auf gewöhnlichen Internetseiten nach frei verfügbarer Musik.
Im Gegensatz zu einem Filesharing-Tool sucht Clickster nicht bei anderen Usern, sondern ausschließlich im Internet selbst nach MP3-Files aller Art. Herstellerangaben zufolge kann Clickster über diesen Weg schon auf mehr als 30 Millionen Titel zurückgreifen. Damit ihr etwas davon habt, müsst ihr nur den gewünschten Songnamen oder euren Lieblings-Interpreten in die dafür vorgesehenen Suchfelder eintippen, schon beginnt Clickster zu suchen.

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Radio Ripper: Kennt alle Shoutcast-Sender.
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Kurze Zeit später erhaltet ihr eine Liste aller aufgespürten Songs. Diese können direkt in Clickster zur Probe gehört werden, bevor sie mit einem einzigen Mausklick auf die eigene Festplatte geladen werden. Darüber hinaus könnt ihr mit Clickster Internet-Radiosender aufzeichnen und die dort abgespielten Titel als MP3 auf dem eigenen Rechner speichern. Da die Gratis-Software als Datenbank die Shoutcast-Senderliste nutzt, könnt ihr zwischen tausenden Stationen wählen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Wem das immer noch nicht reicht, kann auch die auf der Social-Network-Seite MySpace angebotenen MP3s mit abgreifen. Da mittlerweile auf MySpace.com viele bekannte Künstler Ihre neuesten Werke vorstellen, ist das Feature nicht zu unterschätzen. Vorsicht: Nicht alle in Clickster angezeigten Quellen sind legal.

Download: Clickster (Freeware)

Flatster: Top 20 für lau

Wer die aktuellsten Single-Charts immer auf seinem iPod dabei haben will, für den ist Flatster genau das Richtige. Flatster zeichnet Musiktitel von Internet-Radiostationen auf und lädt sie geschnitten und nach MP3 konvertiert auf die Festplatte. Cool: Werbespots, Kommentare und unsaubere Schnitte, die sonst aus Aufnahmen von Internetradios bekannt sind, gibt es mit Flatster nicht.

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Top 20: Die Hitparade der vergangenen Woche steht zum kostenlosen Download bereit.
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Die Qualität der Aufnahme könnt ihr automatisch anpassen lassen oder über die Einstellungen vorgeben. Bitraten von bis zu 320 KBit/s sind möglich. Allerdings werden dann die MP3s nur noch "tröpfchenweise" übertragen. Jede Woche können die 20 beliebtesten Lieder kostenlos aufgezeichnet werden. Für andere Songs verlangt der Hersteller eine Monatspauschale.

So kostet die Basic-Variante von Flatster derzeit rund 4,50 Euro. Hier habt ihr Zugriff auf die Top-100-Charts und zusätzlich auf zehn komplette Alben. Die Max-Version kostet unterschiedlich nach Laufzeit zwischen 8 Euro und 10 Euro im Monat. Nur hier bekommt ihr die Möglichkeit, über eine Wunschliste alle auffindbaren Songs herunterzuladen.

Download: Flatster (Freeware)