Der Hamburger Publisher für Gratis-Games ließ sich nicht lumpen und spendierte einen ausgiebigen Blick auf das Line-Up des Jahres 2010 – und überrascht mit einer Qualitätsoffensive.

Free2Play an allen Fronten

In Hamburg startete Gamigo zur Großoffensive und bestellte die Journaille zu einer Vorstellung aller Titel, die noch in diesem Jahr unter der Flagge des hanseatischen Unternehmens auslaufen sollen. Dabei wird vor allem auf Vielfalt gesetzt. Sicherlich bekommen auch die Fans der berühmt-berüchtigten Asia-Grinder ihre Vollbedienung, aber Gamigo beweist bei der Titelauswahl auch ein Auge für Games abseits des typischen MMORPG-Einerleis. So verwundert es auch nicht, dass vier Produktionen in Eigenregie entstehen, fernab jeglicher Lizenzierungen und Lokalisierungen.

Black Prophecy - Es lebt! Und sieht geil aus

Außerdem wollen die Hamburger den Markt der Social-Games erobern und haben mit Jade Tales den Grundstein zur Facebook-Offensive gelegt. In Jade Tales können die Nutzer des Social Networks die Abenteuer einer Amazone erleben, wenn sie eine Applikation auf ihrem Profil installieren. Millionen Facebook-User kennen das bereits vom erfolgreichen Spiel Farmville – und beweisen, dass Gratis-Games, die sich über Item-Shops finanzieren, ganz vorn mitmischen können, was die Umsatzzahlen betrifft. Interessant für Gesellschaftslöwen ist die Möglichkeit, mit mehreren Mitspielern Bosskämpfe zu erleben, bei denen Teamplay absolut notwendig ist.

Als weitere Plattform will der Publisher den wachsenden Markt der iPhone-Spiele erforschen. Dazu soll aber noch im Laufe der nächsten Wochen eine weitere Ankündigung folgen. Wir dürfen gespannt sein, was sich die Jungs da haben einfallen lassen. Bei Anruf Fiesta? Wir bleiben auf alle Fälle dran. Mit den zehn kommenden Titeln haben die PC-User aber auch so definitiv eine Packung, durch die sich das durchtesten allemal lohnt. Mit Black Prophecy ist sogar ein Game dabei, dass den Free2Play-Spielen die Bezeichnung „Triple-A“ aufdrücken will – und auch wird. Wir konnten schon einmal testzocken und waren beeindruckt, was uns für lau in den nächsten Monaten die Festplatte füllen wird.

Im Jahr des Drachen: Loong

Die Chinesen sind verzückt: Mittlerweile 40 Millionen Spieler sind dort von dem Rollenspiel Loong gefesselt, das nun auch zum Tigersprung nach Deutschland ansetzt. Als Hintergrund dient das antike China mit all seinen Mysterien und seiner Exotik, die für uns Europäer einen ganz eigenen Reiz hat.

Uralte Pagoden wie sie nur im alten China zu finden sind, Martial-Arts-Kämpfer und klassische Long-Drachen prägen das Bild des Kontinents, auf dem die Handlung vorangetrieben wird. Ob diese Prise Mystik auch spielerisch von Nutzen sein wird, kann ab dem dritten Quartal 2010 in Erfahrung gebracht werden -- cool sahen die Lichteffekte im Trailer zumindest schon aus.

Loong: Dragonblood - Trailer

Das Spiel selbst setzt auf klassische MMO-Kost, zieht dabei auch alle Register, die Rollenspiel-Fans bei der Stange halten. Um die 1000 Quests, mehr als 100 Pets und monumentale Schlachten, an denen mehr als 500 Spieler teilnehmen können, versprechen lang anhaltenden Spielspaß. Auch grafisch macht Loong einen ordentlichen Eindruck. Die Spielfiguren können ihre Gegner mit Kung Fu-Moves aus dem Bild treten und ihre Kampfkunst mit Skill-Trees weiter verfeinern.

Damit das PvP möglichst unfrustig bleibt, soll ein ausgeklügeltes Match-Making-System Einzug halten. Neugierig genug sind wir bei der Vorstellung bereits geworden. Es bleibt zu hoffen, dass die Abenteuer auch in eine spannende Story eingebettet werden, damit unser positiver Eindruck auch ja bestätigt wird.

Heute ein König: King of Kings III

Das nächste MMORPG wird ganz auf Clans zugeschnitten sein. Das Besondere: Der Spieler befindet sich genau dann auf Erfolgskurs, wenn es um ihn herum einsam wird - an der Spitze einer Hierarchie gibt es nun mal wenig ebenbürtige Mitstreiter. Eine Hierarchie wird in einzelne Spieler aufgegliedert, die sich in Gilden organisieren, die sich mit anderen Gilden zu Legionen zusammenschließen können. Mehrere Legionen zusammengefasst stellen die Armee des Königreichs dar, auf deren Gipfel ein Herrscher steht und über alle anderen Führungskräfte herrscht.

- Next G Trailer

Das schreit geradezu nach ausgiebigen PvP-Scharmützeln, denn im Kampf um die Krone verfeinden sich einzelne Reichsgebiete schon mal. Die Spieler können als Rückzugsraum ein eigenes Haus errichten, das mit komfortablem Interieur ausgestattet wird. Möbel, Deko, aber auch wichtige Buffs werden hier gehortet, die einen Einfluss aufs Gameplay haben sollen.

Der König fasst diese Häuser zu Siedlungen zusammen, aus denen bei erfolgreicher Führung blühende Städte werden. Natürlich sind da auch Neider nicht weit, die in diesem Moment die Tinte ihrer Kriegserklärung trocknen lassen. Mages, Krieger und Kleriker schenken sich dabei im Kampfgetümmel nichts. Hier sollen mehrere tausend Spieler sich gegenseitig bekämpfen können, Festungen erobern und Aufgaben in sieben Realms absolvieren dürfen. Derzeit wird das Spiel noch für den westlichen Markt angepasst und der enorme Grindfaktor etwas entschärft. Ab dem zweiten Quartal soll dann die geschlossene Beta anlaufen.

Für raiderprobte Recken hört sich King of Kings 3 schon jetzt wie die Erfüllung eines Traums an. Ob dieses Wunschdenken Realität wird, werden wir noch in diesem Jahr genauer in Erfahrung bringen können.

Meisterhafte Seelenklempnerei: Soul Master

Wenn im dritten Quartal der Startschuss für Soulmaster fällt, könnte so mancher Spieler den Eindruck eines zweiten Fiestas bekommen. Knuffelige Spielfiguren laufen durch eine quietschbunte Spielwelt und legen alles daran, um den Manga-Aspekt aufrecht zu erhalten. Bei näherer Betrachtung verfliegt aber dieser Niedlichkeitsfaktor schon allein durch das Gameplay, das im Kontrast zur Bonbon-Optik steht.

SoulMaster - Trailer

Das zumindest verspricht uns Gamigo, die das Spiel nun auch in Europa verlegen. Die Spieler laufen nämlich nicht in Grüppchen durch eine MMO-Welt und absolvieren die typischen Missionen eines Rollenspiels, sondern müssen schon ein wenig Geschick und Erfahrung im Echtzeitstrategie-Genre mitbringen.

Im Machtkampf um das Reich Elamond müssen sich drei verschiedene Fraktionen gegeneinander beweisen. Trotzdem brauchen die Massiv-Mehrspieler-Freaks nicht auf Handel, Kommunikation, Charakter-Aufbau und Gilden-Leben verzichten. Sechs verschiedene Klassen bringen in die Taktik-Gefechte ihre eigenen Talente und Schwächen mit ein.

Insgesamt werden 18 Einheiten gesteuert und 33 verschiedene Gebäude errichtet, um den entscheidenden Vorteil ausspielen zu können. Auch die beliebten Boss-Raids bleiben den Zockern erhalten. Ziel der Konfrontationen ist die ungehinderte Errichtung von Basen, von denen man aus wichtige Punkte auf den Servern kontrolliert. Die einzelnen Städte erfüllen dabei eine Lobby-Funktion, in denen sich Gilden organisieren können, gehandelt wird oder man einfach auch nur Freundschaften knüpft. Ein derartiger Mix klingt auf alle Fälle interessant und schreit danach, von Strategen intensiver unter die Lupe genommen zu werden.

Gameplay mit Hand(kante) und Fuß(tritt): Martial Empires

Die Mitarbeit der Spielergemeinde an Martial Arts begann eigentlich schon, bevor das Kind einen Namen bekam. Den haben nämlich die Fans ausgesucht, um das Spiel auch in den westlichen Breitengraden bekannt zu machen. Er beinhaltet auch die Hauptmerkmale, mit denen der Inhalt punkten will: schnelle Martial Arts-Action und Machtkämpfe in einem fernöstlich angehauchten Königreich.

Derzeit befindet sich der Titel in der geschlossenen Beta-Phase – wenn die Tests zur allgemeinen Zufriedenheit abgeschlossen werden, können die Rollenspieler ab Quartal Numero drei mächtig loslegen. In einer ersten Demonstration konnte man bereits einen Einblick in das Tutorial bekommen. Martial Empires wird dabei klassische Rollenspiel-Kost mit PvP, PvE, Charakter-Entwicklung, Gildensystem und Bossraids auffahren.

Martial Empires - Trailer

Allerdings wird sehr viel mehr Wert auf Nahkampf als auf Fernkampf gelegt, denn alle Charakterklassen sind erprobte Handkantenkünstler. Beeindruckend soll die Menge an Content sein, die schon früh ins Spiel eingebaut wird. Sieben Seelen gilt es zu sammeln und mit Essenz anzufüllen. Erst dann werden die Fighter zu wahren Meistern ihrer Zunft. Möglicherweise müssen die Scharmützel noch ein wenig entschärft werden, denn noch ging es einigermaßen blutig zur Sache, wenn sich die Spieler mit ausgefeilten Kung Fu-Tricks beharkt haben.

Damit sich Spieler auch lange wohl fühlen, können Gildengebäude errichtet und Steuern individuell erhoben werden. Dafür sollen die Gruppenquests auch reichlich üppig ablaufen. Wer also schon immer zu faul war, im Dojo seiner Wahl zu Karate-Schrittfolgen zu schwitzen, kann nun zumindest virtuell den schwarzen Gürtel nachholen. Auch optisch macht der Titel einiges her. So lange wird der Veröffentlichungstermin nicht mehr hin sein, um sich selbst ein Bild von dem Abenteuer auf dem Kontinent Neha zu machen.

Was wuselt denn da? Cultures Online

Nicht jeder Newcomer aus dem vorgestellten Line-up erfordert den Download eines üppigen Clients. Der neueste Ableger der Cultures-Reihe passt bequem auf den heimischen Browser und nimmt somit keine großen Speicherkapazitäten in Anspruch. Dabei wird das City-Builder-Genre in einen Village-Builder umfunktioniert.

Als Dorfälteste koordinieren die Spieler den Häuserbau, die Organisation der Gemeinschaft, aber auch die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarn. Wenn diese nicht in die gewünscht Richtung verlaufen, wird auch schon mal ein Überfall geplant. Wichtig ist, dass alle wichtigen Stellen wie Waffenkammer, Lebensmittelherstellung und Bauarbeiter im eigenen Dorf herumwuseln.

Cultures Online - Next G Trailer

Herumwuseln ist hier durchaus wörtlich zu nehmen, denn auf dem Screen tummeln sich die Dörfler geschäftig auf den Straßen und gehen ihrem Tagewerk nach. Die auf niedlich getrimmte Grafik führt dabei natürlich die Tradition der Serie fort: Wikinger müssen nicht wie bedrohliche Plünderer wirken – hier jedenfalls zeigen sie sich eher von ihrer humorvollen Seite.

Den eigenen Charakter bilden die Spieler dabei im Laufe des Spiels kontinuierlich aus. Viele zielgerichtete Missionen sollen das Gameplay von ausgetretenen Pfaden abbringen, auf denen Strategie-Browsergames nur allzu gern latschen. Noch befindet sich das Spiel in der geschlossenen Beta-Phase, aber wer die Serie kennt, weiß um das suchterzeugende Potenzial der kleinen Knuffelkrieger.

Auf der Flugbahn bekannter Vorbilder: War of Angels

Man kann sich bestimmt auch unauffälliger bei erfolgreichen MMOs bedienen, als es hier der Fall war. Wenn es sich aber um den Hit Aion aus dem letzten Jahr handelt, ist das Interesse bei vielen Spielern sicherlich schon geweckt. Look und Feel kommen dem kostenpflichtigen Game von NCsoft schon recht nah, jedoch ohne dass hier Gebühren verlangt werden.

Grafisch hat Aion nach wie vor die Nase vorn, aber Berührungspunkte gab es auf den ersten Blick schon mehr als genug. Natürlich liegt das in erster Linie an den geflügelten Helden, aber auch Interface und Gameplay zeigten deutliche Parallelen. So werden auch bei War of Angels zunächst Charakter gestylt, Gesinnung ausgewählt und in typischer MMO-Manier drauflos gequestet. War of Angels bietet aber auch Pets, die sich ebenfalls in die Luft erheben können.

War of Angels - Next G Trailer

Derzeit wird der Anime-Stil noch den europäischen Nutzer-Vorlieben angepasst, danach geht der Titel schnell in die Closed Beta. Eine Veröffentlichung im zweiten Quartal soll trotzdem noch angepeilt sein. An Support für Gilden und Clans wurde ebenso gedacht wie an Stoff für Intensiv-Spieler: Mehr als 1000 Missionen sollen Langzeitmotivation garantieren – darunter spielen sich PvP-Schlachten auch am Firmament ab. Ein Tag- und Nachtsystem wird zusätzlich eingebaut, was unterschiedliche Auswirkungen auf das Gameplay hat.

Wir sind gespannt, ob sich War of Angels tatsächlich mit der Bezahl-Konkurrenz messen kann. Attraktiv genug für eine spannende Mitbewerberschaft mit den ganz Großen des Geschäfts waren im groben Anriss aber schon ausreichend vorhanden.

Gratis-Games auf Triple-A-Wegen: Black Prophecy

Die wohl interessanteste Hintergrundgeschichte des 2010-Aufgebots hat eindeutig Black Prophecy in petto. Als sich das Studio Reakktor vor einigen Jahren an die Entwicklung setzte, ging plötzlich dem Publisher 10tacle die Luft aus – die Folge war ein Insolvenzverfahren, das nicht zuletzt durch den Einsatz von Gamigo überstanden wurde.

Nun sind die Hannoveraner wieder obenauf und bringen Black Prophecy für lau heraus – manchmal kommt es eben doch anders als man denkt. Dabei handelt es sich bei Black Prophecy beileibe nicht um ein billiges Fire-and-Forget-Produkt. Hier steht Weltraum-Action auf dem Plan, die in einer offenen Spielwelt mit Tausenden anderen Spielern erkundet werden will.

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Der Geschmack der Spieler entscheidet, ob die Missionen in Third-Person-Ansicht oder mit Blick aus dem Cockpit gemeistert werden. In der ersten Anspielsitzung bewährte sich für uns die erste Möglichkeit – die Übersicht in den Weltraumgefechten war doch etwas höher. Ehrgeizig klingt das Vorhaben, Clan-Support, PvP, PvE, Gilden, Crafting, Social Networking und ein modulares Raumschiffdesign zusammen mit Handel und Echtzeitgefechten unter einen Hut zu bringen.

Obendrein sieht der Weltraum durch die Augen eines Raumschiffkapitäns in diesem Spiel einfach klasse aus. Bevor die ersten Assoziationen mit Eve Online auftauchen, nehmen wir diese lieber vorweg: Black Prophecy ist deutlich actionlastiger und unkomplizierter als der Dauerbrenner aus Island. Die Beta wird auch zeigen, was alles im Universum von Black Prophecy möglich ist – auf dem ersten Blick zumindest genug, um noch einmal eine eigene Vorschau zu dem Titel folgen zu lassen.

Mehr Infos zu Black Prophecy in unserem ausführlichen Black Prophecy Preview.