Autor: Christopher Link

Preisfrage: Welche Serie setzt seit ihren zweidimensionalen Anfängen auf der Playstation über die Jahre hinweg auch auf anderen Systemen mit jedem neuen Teil die Messlatte für den Spielspaß ein Stückchen höher? Na, wer weiß es? Richtig, die Rede ist von "Grand Theft Auto". Der neueste Teil der Serie erscheint nun für die PSP und stellt seinerseits eine Neuinterpretation des äußerst erfolgreichen "GTA: Vice City" dar.

Bei einer simplen Konvertierung hat es Rockstar aber nicht bewenden lassen: Auch wenn die Stadt selbst größtenteils bekannt ist, bietet "Vice City Stories" eine neue Story, neue Charaktere, aber auch etliche Anspielungen auf den Quasi-Vorgänger der großen Konsolen-Brüder. Am Besten ihr seht einfach selbst und kommt mit auf unseren Trip in die Stadt der heißen Schlitten, ebensolchen Bräuten und gefährlichen Modesünden.

Grand Theft Auto: Vice City Stories - Trailer PS23 weitere Videos

You're in the Army now...
Victor Vance ist schon eine reichlich arme Sau: Er hat kein Geld, einen an Asthma erkrankten Bruder und eine nervende Verwandtschaft. Deshalb beschließt der gute Vic, sein Glück bei der US Army zu probieren. Immerhin locken gute Gehälter, und ein wenig Kohle kann er schließlich gut gebrauchen. Mehr über den Hintergrund des muskulösen Schwerenöters braucht man vorerst nicht zu wissen - außer vielleicht dass er der Held des Spiels ist.

Grand Theft Auto: Vice City Stories - Dieselbe Stadt, ein anderes Spiel - aber macht GTA auf der Handheld-Konsole auch denselben Spaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 17/211/21
Traumhaft schöne Sonnenaufgänge kann auch die PSP hervorragend darstellen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

"Vice City Stories" beginnt mit einer amüsanten Introsequenz, in der Vic sich kurz nach Eintritt in die Armee zum Dienst beim General meldet. Nur dumm, dass der alles andere verkörpert als die politisch korrekten Ideale der US-Armee. Dieser General pfeift auf Vorschriften, handelt vorzugsweise mit Drogen sowie Waffen und bestellt sich auch schon gerne einmal minderjährige Prostituierte in seine Kaserne. Vics erster "Feldeinsatz" besteht dementsprechend aus einem Drogentransport - der allerdings gründlich nach hinten losgeht.

Viel mehr wollen wir euch zur Story nicht verraten. Aufmerksamen Lesern wird aber nicht entgangen sein, dass wir als Alter Ego kein namenloses 08/15-Abziehbild wie in "Liberty City Stories" vor uns haben, sondern einen redegewandten Charakter mit Charisma und einer gewissen Portion Sympathie. Denn Vic sagt zwar zu Waffengewalt nicht Nein, wirkt aber ansonsten etwas differenzierter als bisherige Spielfiguren der "GTA"-Serie.

Packshot zu Grand Theft Auto: Vice City StoriesGrand Theft Auto: Vice City StoriesErschienen für PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Alles schon mal gesehen...
Tja, was macht man nun in "Vice City Stories"? Ehrlich gesagt nichts anderes, was man nicht schon in früheren Teilen auch gemacht hätte. Man kann zum Beispiel mit einem fahrbaren Untersatz durch die riesige Stadt düsen, dabei Bürgerwehr- oder Sanitätermissionen erledigen, Amokläufe starten oder sich in Waffenläden mit Schießprügeln eindecken. Nebenher folgt man der interessanten Geschichte, die "GTA"-typisch mit Überraschungen an allen Ecken und Enden aufwartet. Vor allem aber bestechen die zum Teil genial witzigen Dialoge mit Charakteren, wie sie skurriler nicht hätten ausfallen können.

Grand Theft Auto: Vice City Stories - Dieselbe Stadt, ein anderes Spiel - aber macht GTA auf der Handheld-Konsole auch denselben Spaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 17/211/21
Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In den Missionen wird das bekannte, langsam ermüdende Spektrum heruntergeleiert, das auch schon die anderen Vertreter der Serie in sich vereinen konnten. Selbstverständlich gibt es in "Vice City Stories" ein paar echte Highlights, aber zum größten Teil kennt man den Ablauf der Missionen schon aus früheren Titeln: Wieder ist man bevorzugt mit Autos, Motorrädern, Booten oder Helikoptern unterwegs, fährt von Punkt A nach B (manchmal von dort auch weiter zu Punkt C) liefert irgendwas ab oder nietet einen Gangster nach dem anderen um - vorausgesetzt euch machen gelegentliche Kamera-Macken keinen Strich durch die Rechnung.

Insgesamt wurde die Steuerung im Vergleich zu "Liberty City Stories" auf der PSP jedoch um ein ganzes Stück verbessert. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat man den Dreh raus und lenkt Vic problemlos (wenn auch nicht immer ganz präzise) durch die Gegend.

Wie in jedem anderen "GTA"-Teil bekommt auch Victor im weiteren Spielverlauf vier Wände und ein Dach über den Kopf. In den Behausungen kann man speichern, seine Lebensenergie auffrischen oder sich einfach nur umziehen. Fitnessorgien wie in "San Andreas" gibt es in "Vice City Stories" nicht.

Die Polizei - dein Freund und Helfer
Und was passiert, wenn ihr einen blutgeladenen Amoklauf startet? Richtig, dann kommt die Polizei und schlägt mit aller Gewalt zu. Für vermehrte Verstöße gegen das Gesetz steigt euer Fahndungslevel immer weiter an, bis ihr statt vom gewöhnlichen Straßenpolizisten gleich von einem ganzen SWAT-Team samt Einsatzhubschrauber gejagt werdet. Nur dumm, dass die zum Dienstantritt zwar mit jeder Menge Schießeisen, aber offenbar ohne Gehirn ausgestattet wurden. Diese KI jedenfalls ist alles andere als vorschriftsmäßig.

Grand Theft Auto: Vice City Stories - Dieselbe Stadt, ein anderes Spiel - aber macht GTA auf der Handheld-Konsole auch denselben Spaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 17/211/21
Karre und Knarre - und Vic ist glücklich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In Holzhammer-Manier versuchen die Mannen euch bei einer Verfolgungsjagd von der Straße zu drängen. Rücksicht auf Andere wird dabei nicht genommen. Simple Lösung gegen solch übertriebene Aufdringlichkeit: Macht es euch einfach auf einem abgezäunten Grundstück gemütlich und vergesst nicht, eure Karre vors Tor zu stellen - schon wissen die Hüter des Gesetzes nicht mehr, wie sie zu euch vordringen sollen.

Optisch gibt es nichts zu meckern. Für PSP-Verhältnisse sieht "Vice City Stories" überraschend gut und sogar noch einen Tick besser aus als "Liberty City Stories". Die Weitsicht ist enorm, die Framerate die meiste Zeit über stabil und die Qualität der Animationen kann zufrieden stellen. Vor allem aber fängt das Spiel gekonnt das 80er-Jahre-Flair ein, das schon sein PC-Pendant zu atmosphärischen Höhenflügen verhalf. Auch der comicartige Stil beim Charakterdesign ist den Entwicklern hervorragend gelungen.

Grand Theft Auto: Vice City Stories - Dieselbe Stadt, ein anderes Spiel - aber macht GTA auf der Handheld-Konsole auch denselben Spaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 17/211/21
Das also ist Vice City - kennen wir das nicht irgendwie schon?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Sorgen über die akustische Qualität darf man sich getrost sparen. Schließlich handelt es sich um einen "GTA"-Titel! Die Synchronisation ist gelungen wie eh und je - wenn auch nur auf Englisch. Für Nicht-Fremdsprachenkorrespondenten lassen sich jedoch deutsche Untertitel einblenden. Die Soundeffekte kommen gut zur Geltung und wirken auch auf der PSP überzeugend. Stets ein Highlight sind die Radiosender, die mit lustigen Höreranrufen die Lachmuskeln beanspruchen und ansonsten eine überragende Musikauswahl aufbieten: Mit von der Partie sind Oldies wie "I wanna know what love is" von Foreigner oder "It's my life" von Talk Talk. Das Spektrum ist riesig und abwechslungsreich.

Wie schon in "Liberty City" dürft ihr euch in "Vice City Stories" gemeinsam mit bis zu sechs Freunden über WiFi in der weiträumigen Stadt vergnügen. Jeder Spieler hat dabei die gleichen spielerischen Möglichkeiten wie im Einzelspieler-Modus. Aufgrund der enormen Größe der Spielwelt sollten allerdings mindestens vier Spieler mit von der Partie sein - sonst lauft ihr euch nämlich seltener über den Weg als dem Weihnachtsmann.