Schluss mit dem Zuppeln am Geduldsfaden: Das heißeste Sandbox-Gangster-Epos der letzten beiden Jahre ist nun endlich in der „Master Race Edition“ erhältlich. Die beste GTA-V- Version von allen, tönte es prophezeiend aus allen Ecken des Netzes. Und, ist etwas dran? Ja, sicher! Aber ganz ohne Makel ist diese Konsolen-Adaption nicht auf Steam gelandet. Und wer wirklich die PC-Master-Race-Karte ausspielen will, braucht entgegen der offiziell angegebenen Systemanforderungen doch einen teuren Gaming-PC.

Teurer Gaming-PC? Hieß es nicht, GTA V sei genügsam? Nun, das ist als allgemeine Aussage nicht unwahr. Rockstars Ausnahmespiel gibt sich notfalls mit älteren Grafikkarten, schwachen Prozessoren und wenig Arbeitsspeicher zufrieden. Eine Rückversicherung in Form von unendlich vielen modularen Grafikoptionen verspricht höchste Flexibilität, damit jeder, der mit den drei Protagonisten durch Los Santos ziehen will, auch dazu kommt. Inwiefern die vorgenommenen Einsparungen erträglich sind, steht auf einem anderen Blatt.

Mein persönlicher Heim-und-Hof-PC dient als hervorragendes Beispiel, entspricht er doch exakt jener Konfiguration, die Rockstar als „ideal“ vorgibt. Intel i5-CPU der letzten Generation bei 3 GHz, Geforce 660 mit 2 GB Videospeicher und sogar doppelt so viel Arbeitsspeicher wie angegeben. Mit Nvidias Spezialtreibern und einer handfesten Empfehlung durch die „Geforce Experience“ im Säckel kann da doch gar nichts schief gehen, oder?

Grand Theft Auto 5 (PC-Version) - Master-Race-Edition

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Noch schöner als zuvor, dafür extrem schwankend im Leistungshunger: GTA 5 auf dem PC.
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Ächzende Grafikkarten

Oh doch! Als jemand, der sowohl die Last-Gen-Fassung als auch die aktuellen Konsolen-Versionen im Schrank hat, bin ich hin und her gerissen, welche ich denn bevorzugen soll. Rein theoretisch gewinnt der PC. Meine Ausstattung gewährt mir im Vergleich zur PS4 eine um zwei Meter angewachsene Schatten-Kaskade in direkter Umgebung meines Hauptdarstellers, ich sehe schärfere Cubemap-Reflexionen auf dem Lack der Autos und exaktere Tesselationseffekte an ausgesuchten Ziegelwänden. Ach ja, die Sichtweite dürfte ebenfalls ein klein wenig angestiegen sein.

Kurzum: Die Stadt Los Santos samt Umland sieht selbst mit meinen altertümlichen Komponenten schöner aus als je zuvor. Faktisch geht es um Kleinigkeiten, schließlich kann ich mit meinen 2GB Videospeicher weder auf schärfere Texturen zugreifen, noch eine brauchbare Kantenglättungs-Methode aktivieren (dazu später mehr), aber an manchen Stellen fallen die Unterschiede durchaus ins Gewicht.

Mit den drei ausgedienten Gangstern Michael de Santa (Marke: Bankräuber im Ruhestand), Franklin Clinton (Geschmacksrichtung Ghetto-Gangster wider Willen) und Trevor Philips (Typ abgefreakter Soziopath) dem Verbrechen zu frönen und am Ende “das dicke Ding“ zu drehen, hatte schon auf Xbox One und PS4 einen sehr ansehnlichen cineastischen Look, den man einem Sandbox-Spiel kaum zutrauen mag. Auf dem PC verschwinden jetzt noch die allerletzten Ecken und Kanten. Doch der Preis, den ich dafür zahle, ist ziemlich hoch. Diese schwankende, nie auch nur ansatzweise über Optionen zu bändigende Bildrate ist zum Haareraufen! Egal, wie ich die Regler verschiebe, mit dem Videospeicher jongliere, Schatten, Partikel, ja selbst das Okklusions-Netz anpasse, ich komme nie auf eine befriedigende Einstellung.

Warum? Weil die Grafik in GTA V extremen Schwankungen in der Leistungsanforderung unterliegt. In der Stadt flutscht alles mit locker 50 Bildern pro Sekunde, bei Nacht, mit all den selbst illuminierenden (also künstlich beleuchteten) Fenstertexturen und vorgebackenen Lichtern werden sogar Ressourcen für stolze 65 Bilder frei. Nur bekommt meine Grafikkarte in der ländlichen Umgebung einen mittleren Herzstillstand. 23 Frames, auch mal 19, wenn die Szene dicht bevölkert ist. Ideal-Konfiguration? Von wegen! Rockstars eingebauter Benchmark-Test bestätigt meine Beobachtungen.

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Klar, ich könnte einfach alle Einstellungen in den Grafikoptionen reduzieren, was mir auf dem Land locker erträgliche 30 FPS zusichert. Nur bringt mich das meinem Ziel einer konstanten Erfahrung näherzukommen, wie ich sie von den aktuellen Konsolen kenne, kein Stück näher. Ab dem magischen Wert von 30 Bildern ein Luxusproblem, könnte man meinen, aber weit gefehlt.

Controller oder Maus?

Wäre GTA V ein einseitiges Spiel mit vorausplanbarer Auslastung, wäre das weit weniger schwierig. Wer in einem Shooter 60 FPS haben will, weil er sonst mit dem Zielen nicht klarkommt, dreht eben so weit runter, bis es sitzt. GTA V besteht jedoch aus unglaublich vielen Einzelteilen. Ballern, Autofahren, Fallschirmspringen, Tante-Emma-Läden überfallen, in Düsenjets durch die Gegend fliegen, zuhause Fernsehen, golfen … Es gibt unzählbar viele Beschäftigungsmöglichkeiten in und abseits der zentralen Handlung. Es geht um mehr als 80 Stunden Spielwert, wohlgemerkt. Wollte man alle Spielmodi unter idealen Bedingungen genießen, müsste man ziemlich heftige Einschnitte in Kauf nehmen, oder alle 20 Minuten in den Grafikoptionen herumwuseln – und dann das Spiel gezwungenermaßen neu starten .

Packshot zu Grand Theft Auto 5Grand Theft Auto 5Erschienen für PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Denn mal ehrlich: Geballer in Tradition von Ego-Shootern ist mit ständig schwankenden Bildraten genauso frustrierend wie ein Autorennen unter demselben Symptom. Von Unspielbarkeit zu sprechen wäre heftig übertrieben, aber es nervt gehörig, wenn das Fadenkreuz innerhalb von fünf Sekunden dreimal die Geschwindigkeit ändert. Nimmt man noch gelegentliche Verzögerungen in den Online-Modi dazu, ist das Chaos perfekt. Da fühle ich mich trotz gesteigerter Bildqualität stark an die Xbox-360-Version erinnert.

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Auf diesem Bild gut zu erkennen: diee kaskadische Schattenverschachtelung, die nur geringfügig besser ausfällt als auf den Konsolen, wenn man keine starke Grafikkarte hat.
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Ich habe im direkten Vergleich die PS4-Fassung eingelegt und dort die konstant vorgeschriebenen 30 FPS viel angenehmer empfunden als das permanente Gehopse. Was wünsche ich mir also für den nächsten PC-Patch? Einen Framerate-Limitierer! Oder einzelne Grafikoptionen für jede Art von Beschäftigung. Aber ich fürchte, der zweite Wunsch ginge zu weit.

Technisch zweifellos die beste Versionen dieses Sandbox-Mega-Hits, aber die Umsetzung kommt nicht ohne kleine Macken davon.Fazit lesen

Es klingt vielleicht etwas seltsam, forderten viele PC-Jünger doch mehr Flexibilität im Vergleich zur bescheidenen GTA-4-Umsetzung. Nun, gegen Flexibilität ist nichts einzuwenden, soll doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Dazu gehört aber auch der freiwillige Verzicht. Ich wäre überglücklich, 30 FPS (oder bei besserem PC optional 60) vorschreiben und durch die hintergründigen Einsparungen eventuell sogar Qualität hochschrauben zu können. Warum keine Lock-Option, die alle dargestellten Grafiken von der Bildrate abhängig macht? Ist doch gerade bei einem Open-World-Spiel eine viel logischere Herangehensweise.

Man merkt an allen Ecken, dass es um einen Konsolenport geht, der durchaus liebevoll für den PC aufbereitet, aber nicht zwingend für diese Plattform optimiert wurde. Kompromisse sind unvermeidlich. Selbst bei der Steuerung.

Selbstverständlich machen die meisten Ballerpassagen mit Maus und Tastatur mehr Spaß als mit einem Controller. Die Ego-Perspektive, die schon in der jüngsten Konsolenfassung eingeführt wurde, wirkt zwar mit der Maus etwas steifer als bei anderen Spielen, macht jedoch hervorragenden Gebrauch von den Vorteilen der typischen PC-Steuerung. Das ändert sich schlagartig bei allem, was mit fahrbaren Untersätzen zu tun hat. Einen Sportwagen bekommt man ganz gut mit den WASD-Tasten durch das Straßennetz geschippert.

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Bei Rennen gegen menschliche Spieler an einem Joypad hat man jedoch so gut wie keine Chance, mit reinem Können zu gewinnen. Düsenjäger, Helikopter und Co steuern sich mit der Tastatur träger, weil die Wege der Knöpfe länger sind als bei einem Controller. Ohne analoges Gas und feinfühlige Bremse auch kein kontrolliertes Einschwenken in lange Kurven und so weiter. Gerade in den Online-Modi wird es für ambitionierte Spieler zur Pflicht, ein Gamepad neben der Maus bereitzuhalten. Swapping-Orgie ahoi! Funktioniert immerhin reibungslos.

Um dieses lange Statement mal zu einem Abschluss zu bringen: GTA V sieht besser aus als auf den Konsolen, aber eine ähnlich optimierte, durchgehend konstante Spielerfahrung darf man nicht erwarten, egal ob bei Leistung oder bei der Steuerung. Meine persönlichen Präferenzen für die Zukunft werden wohl auf ein Patt hinauslaufen: online spiele ich lieber auf der Konsole, den Story-Modus lieber am PC. Allein schon weil die Konsolen-Gemeinde dem ersten Eindruck nach mehr Wert auf Abwechslung bei den Online-Missionen legt. In den durchgezockten Nächten für diesen Test hab ich gefühlt dreimal so viele Death-Match-Sitzungen erspäht wie auf der PS4.

Eines der besten Videospiele aller Zeiten

Oh, Moment mal. Ihr habt hier doch keine Inhaltsbesprechnung erwartet, oder? Entschuldigt, wenn ich euch für grundsätzliche Inhaltsfragen den ersten Test vom Kollege Gumpi verweise. Für jeden, der in den letzten zwei Jahren Gaming-mäßig nicht hinterm Mond gelebt hat, dürfte eine weitere Zusammenfassung Zeitverschwendung sein. Zumindest eines sei gesagt: GTA V ist selbst nach Jahren noch unterhaltsam, zumal es der hohen Qualität von San Andreas extrem nahe kommt. Ich finde die drei frei wechselbaren Hauptdarsteller sogar noch besser ausgearbeitet und im Verbund logischer agierend als Nico Bellic aus Teil 4, der bereits eine ungemein kaltschnäuzige Authentizität mitbrachte, obwohl GTA mit Übertreibungen nicht spart.

Ähnliches gilt für den Online-Modus, der maximal 30 Spieler in einer virtuellen Stadt beherbergt und mit seinen direkt anwählbaren Missionen fast schon so universell wirkt wie eine Runde Mario Party mit höchst subversivem, köstlich anarchistischem Unterton. Es gibt keinen Actionkracher, bei dem man online ungenierter die Sau rauslassen, ja gar mit der freien Welt experimentieren darf. GTA V ist online kein Spiel, sondern ein Werkzeug, ein wenig wie ein Ball. Man kann nach den Regeln spielen, seinen Charakter über Erfahrungspunkte aufwerten, neue Waffen erwerben, Jobs erledigen und so weiter. Aber es mach genauso viel Spaß, mit 30 Mann einfach nur Schwachsinn anzustellen, angefangen bei einer knalligen Sportwagen-Spreng-Polonäse über den erbitterten letzten Widerstand gegen das FBI (verteidigt euch mal im Pulk gegen eine 5-Sterne Fahndung - dagegen ist der Film 300 lachhaft!) bis hin zu friedlichen virtuellen Picknick-Ausflügen mit der Motorrad-Gang samt anschließendem Base-Jumping.

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Jetzt sag mal einer, das sehe nicht geil aus. GTA V strotzt nur so vor Details.
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Nicht zu vergessen: Der implementierte Film-Editor, mit dem man komplette Szenen choreografieren, filmen, schneiden und codieren kann, als ginge es um eine Filmproduktion. Einen ähnlichen gab es bereits im Vorgänger, nur war er noch nicht so detailverliebt. Kein Witz, selbst Gespräche von Passanten kann man wie ein Regisseur fest vorgeben. Irre geil für die Machinima-Szene, zumal alle Aufnahmen erst im Nachhinein gerendert werden. Dadurch lässt sich die Ausgabequalität bis auf den Anschlag erhöhen, selbst wenn man mit einem schwachen PC spielt.

Kein anderer Titel der letzten Jahre brachte so viel Langzeitmotivation mit wie dieser. Ich meine es ernst: Wer GTA V kauft, braucht theoretisch für Monate kein anderes Spiel. Hier ist alles drin. Vielleicht an manchen Ecken nicht so genau ausgearbeitet wie ein reinrassiger Genre-Hit, aber immerhin so nahtlos miteinander verflochten, dass man diese pulsierende Welt gar nicht verlassen möchte. Es macht schon Spaß, einfach nur in einem Auto zu sitzen und den Radiosendern zu lauschen, das verzerrte Spiegelbild Amerikas einwirken zu lassen. Setzt euch zuhause vor die Glotze und schaut stundenlang irre kritische, teils gewagt politisch inkorrekte Cartoons. Fassbenders Welt am Draht ist harmlos gegen alle Zahnrädchen, die unbemerkt in dieser Simulation ticken. Ich möchte den Wert der drei möglichen Handlungsausgänge gar nicht schmälern, aber in meinen Augen erzählt der Rest der Stadt viel interessantere Geschichten.

An die Grenzen geführt

Das soll in Sachen Inhalt genug sein, denn wenn ich die Gespräche unter den Online-Spielern so vernehme, interessieren solche Dinge kein Schwein. Ich glaube, ich habe den Ausdruck „Master Race“ noch nie so oft in gesprochener Form vernommen wie in den letzten 48 Stunden im Sprachchat dieses Spiels. Als ob GTA irgendwas für diese Zunft zu beweisen hätte. Spielspaß? Ach so, ja, das gibt’s ja auch noch.

Bei dieser Einstellung kratze ich mich am Kopf und rolle mit den Augen. Aber na gut, dann soll es halt so sein. Dann schauen wir mal, was die überlegenen Herren und Damen denn so von Rockstar bekommen haben.

Höchst erstaunlich finde ich, dass quasi die halbe Engine offen liegt. Ich hatte es eingangs schon angedeutet: Es gibt irre viele Grafikoptionen, und Rockstar trickst bis zum Geht-nicht-mehr, um diese lebendige Stadt gerendert zu bekommen. Da fallen auch ein paar Späne.

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Online mit mit bis zu 30 Spielern geht die Post ab. Wer in allen Wettbewerben oben mitmischen will, braucht neben Maus und Tastatur aber zwingend einen Controller.
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Siehe etwa die Verdeckungs-Differenz (das sogenannte Occlusion Culling), deren Genauigkeit man frei bestimmen darf. Dabei geht es um ein unsichtbares Netz aus kleinen Quadraten, das die gesamte Spielfläche in Sektoren aufteilt. Alle Sektoren, die die Kamera des Spielers nicht sehen kann, weil sie von anderen Gegenständen (etwa hohen Häusern oder Mauern) verdeckt werden, muss euer PC nicht mehr berechnen – sie werden erst gar nicht dargestellt. In der Standard-Einstellung ist die Empfindlichkeit des Occlusion Culling allerdings ziemlich hoch eingestellt. Spart viel Rechenzeit, hat aber den Nachteil, dass einige Objekte direkt vor eurer Nase und am äußeren Ende des Sichtgrenze wie von magischer Hand verschwinden.

Passiert auf den Konsolen nicht, wohl aber hier, eben weil Rockstar PC-Gamern freie Hand lässt. Wer keine Ahnung vom Stoff hat, könnte sich wundern, warum einige Autos an gewissen Straßen wegpoppen, wenn sie parallel zum Spieler fahren, nicht aber, wenn sie ihn kreuzen. Tia, dann liegt genau da ein Occlusion-Sektor, den die Engine großzügig mitnimmt, obwohl die Kamera deren letztes Eckchen noch sieht. Schraubt ihr die Genauigkeit der Verdeckungs-Differenzen herunter, kostet euch das ein ganzes Stück mehr Rechenkraft.

So ziemlich jede andere Steigerung macht sich im Speicher bemerkbar. Wer mit 2 GB Video-RAM hantieren muss, ist gezwungen, die Anzahl der Passanten herunterzudrehen, wenn er Kantenglättung oder Texturen über Konsolen-Niveau sichten möchte. Das eine kostet 400 MB fürs grundsätzliche Anschalten (höhere Stufen nicht einberechnet), das andere 500 MB - wie fein säuberlich in den Optionen aufgelistet. Das standardmäßig aktive FXAA ist ein Tropfen auf dem heißen Stein und bewirkt so gut wie gar nichts. Kantenflimmern überall.

4K-Auflösung könnt ihr euch ohne doppeltes Grafikkarten-Gespann völlig abschminken, genauso wie die höchste Texturauflösung, es sei denn ihr besitzt eine Titan-Grafikkarte mit stattlichen 6 GB. Jegliche andere Herangehensweise ist ein Tauschgeschäft mit Einbußen an anderer Stelle. Master Race? Ja , sicher. Aber auch Master-Geldbeutel!

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4K-Auflösung ist theoretisch machbar - aber nicht für Normalsterbliche. Auch sonst muss man zugunsten der Bildrate einige Kompromisse eingehen.
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Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte? Nun, vor allem, dass Rockstars jüngste Konsolen-Versionen im Vergleich besser abschneiden als im Vorfeld gedacht, und dass man als Konsolero nichts verpasst. Dieses Spiel sieht auf allen Systemen saugeil aus, und wer die passende Hardware hat, soll sich gefälligst ein Schnitzel freuen, dass er den Horizont weiter nach hinten verlegen oder Reflexionen schärfer machen kann. Aber am Ende geht es um den Spaß, und genau hier sehe ich die PC-Fassung mit all ihren Kompromissen leider nicht an erster Stelle. Jedenfalls nicht auf einem Durchschnitts-Rechner. Noch nicht. Rockstar, hört ihr mich? Ich will meinen optional zuschaltbaren Bildraten-Limitierer! Dann wird alles fein.

Denn in allen anderen Belangen bleiben keine Fragen offen. GTA V hat jegliches Lob aus vergangenen Tagen mit Recht eingeheimst. Allein die Möglichkeit, selbst angelegte Online-Charaktere auf eine andere Plattform mitzunehmen, ist überaus vorbildlich und darf gern Schule machen. Sprachchat? Läuft intern! Ladezeiten? Gibt es im Story-Modus nur am Anfang, sind völlig zu vernachlässigen. Beim Wechsel der Online-Modi bleiben sie erträglich. Lediglich das Aufschaufeln von 65 Gigabyte über sieben DVDs in der Handelsfassung könnte nervig werden. Aber da reicht ja ein Mal.