Rockstar Games hat mit Grand Theft Auto 4: The Lost and Damned den Qualitäts-Maßstab für Zusatzcontent gesetzt. Kaum ein Addon hat zuvor zu einem vergleichsweise geringen Preis so viele neue und qualitativ hochstehende Inhalte geboten.

Im Gegensatz zur Strategie vieler anderer Hersteller, wo Gamer für Fizzelchen wie extra Klamotten oder ein paar zusätzliche Karren kräftig gemolken werden, erhaltet ihr hier "Value for Money". Und diese kundenfreundliche Politik setzt der Entwickler nun mit der zweiten, Xbox 360 exklusiven, Erweiterung "The Ballad of Gay Tony" nahtlos fort.

Eine "Chilischote" im Mittelpunkt

Die aktuelle Zusatz-Episode steht diesmal jedoch nicht allein als Download via Xbox Live zur Verfügung (1600 Microsoft-Punkte). Sie ist auch Teil des eigenständigen Pakets "Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City", in dem für ca. 44,95 Euro beide Addons enthalten und in dieser Zusammenstellung sogar ohne den Haupttitel spielbar sind. Die Disc-Version enthält als Bonusinhalt mit "Vice City FM" sogar eine exklusive Radiostation, die den kultigen Fernando Martinez zurückbringt.

Grand Theft Auto 4: The Ballad of Gay Tony - Der Tony polstert sie alle!

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Von Beginn an gibt’s Action ohne Ende - deutlich mehr als zuvor.
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Im Mittelpunkt von The Ballad of Gay Tony steht ein gewisser Dominikaner namens Luis Fernando Lopez. Dieser fungiert als persönlicher Bodyguard für Anthony "Gay Tony" Prince, der zwei Nachtklubs besitzt und seine Hände in allerlei krummen Geschäften schmutzig macht. Als er jedoch einen krummen Deal zu viel macht, sitzt das ungleiche Team in der Klemme und Luis muss die heißen Kastanien aus dem Feuer holen.

Der Leibwächter macht das allerdings alles andere als gerne, blickt er doch bereits auf eine Karriere als Kleinkrimineller zurück, für die er bereits im Knast saß. Immer wieder lässt der smarte Schläger erkennen, dass es ihm keinen Spaß gemacht hat "seinen Arsch vor behaarten Gorillas in Sicherheit zu bringen" oder dass er die Schnauze voll davon hat "anderer Leute Kotze aufzuwischen".

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Neben Hubschraubern gehören nun auch Schützenpanzer wieder zum Fuhrpark.
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Aus dieser verfahrenen Situation entwickeln sich die Missionen, mit denen ihr gleich von Beginn an konfrontiert werdet. Tony schuldet plötzlich vielen Leuten einen Gefallen oder viel Geld und so müsst ihr dafür sorgen, dass die Gläubiger auf Distanz gehalten oder neue Geschäftsfelder im schillernden Nachtleben erschlossen werden.

Rockstar hält auch mit der zweiten Episode das enorm hohe Unterhaltungsniveau und erweitert seinen Meilenstein auf vortreffliche Weise.Fazit lesen

Schon bei den ersten Aufträgen geht es kräftig ans Eingemachte. Ob ihr euch dabei den Weg aus einem Haus frei ballert, mit einem Schnellboot oder Helikopter Jagd auf rivalisierende Banden macht, einen Golfplatz für Schießübungen aller Art missbraucht oder nun auch wieder mit dem Fallschirm im Einsatz seid - der Aspekt "Action" wird ganz, ganz groß geschrieben.

Ran an die Wäsche!

Da kommt es auch gerade Recht, dass das Arsenal an tödlichen Waffen nochmals deutlich aufgestockt wurde und ihr beispielsweise auf ein verbessertes Scharfschützengewehr, Haftbomben, neue Sturmgewehre oder die Schrotflinte mit Explosivgeschossen zurückgreift. Es macht richtig "KaWumm" und ein harter Kerl wie Luis benötigt dafür auch keinerlei Tutorials. Auf die verzichtet Rockstar angesichts der gut eingeführten Spielmechaniken wohlweislich.

Doch GTA-IV-Fans wissen, dass es mit rein krachender Action allein nicht getan ist. Auch The Ballad of Gay Tony steckt dementsprechend so voller unglaublicher Details, dass einem Hören und Sehen vergehen. Allein das famose Fernsehprogramm ist erneut unterhaltsamer und mit mehr WTF!-Momenten gesegnet als so manch anderer Vollpreistitel. Mit Princess Robot Bubblegum (siehe unser Video) sei hier nur mal ein Stichwort genannt ("The guy who played with himself too much" ...).

Grand Theft Auto 4: The Ballad of Gay Tony - Princess Robot Bubblegum9 weitere Videos

Luis hängt in seiner spärlichen Freizeit jedoch nicht nur vor der Glotze ab und guckt halb nackten Anime-Girls beim Schwingen ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale zu - er geht auch selbst gerne auf Tuchfühlung. Wenn ihr es nicht gerade mit dem Gesindel von Liberty City aufnehmt, schwingt ihr nun auch selbst das Tanzbein in einem der Nachtklubs und beeindruckt dabei unter Umständen die eine oder andere holde Dame.

Wer sich geschickt anstellt, sorgt dann schnell nicht nur für zuckende Leiber im pulsierenden Discolicht, sondern amüsiert sich schon bald auf dem Klo um die Ecke mit der neuen Eroberung. Ähnlich erheiternden Amüsements geht der als "Chilischote" verspottete Kleinunternehmer auch mit seinen Freunden Henrique und Armando aus alten Tagen nach, die ihn auch mit Waffen- bzw. Fahrzeuglieferungen frei Haus versorgen.

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Wer das Tanzbein schwingt, kommt nicht nur ins Schwitzen, möglicherweise bandelt man sogar mit dem weiblichen Geschlecht an...
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Besonders beeindruckend ist neben den pointierten und schlagfertigen Charakteren auch die Vernetzung der verschiedenen Story-Elemente aus allen drei Handlungssträngen: Immer wieder läuft euch einer der bestens bekannten Protagonisten über den Weg. Ob ihr nun fast von einem verdutzt dreinschauenden Niko Bellic über den Haufen gefahren werdet oder euch ein gewisser Motorradrocker namens Johnny Klebitz bei einem Unterwelt-Deal begegnet - Rockstar hat einfach ein Händchen dafür, die unterschiedlichen Ebenen filmreif zusammenzuführen und dadurch das Gefühl eines großen Ganzen entstehen zu lassen.

Im Hinblick auf die Missionsstruktur werden sich Perfektionisten vielleicht über die Möglichkeit freuen, Aufträge nun nach Abschluss der Kampagne erstmals bei einem Konsolen-GTA beliebig oft wiederholen zu können, um dabei ihre Wertungen zu verbessern, die es nun bei Abschluss jedes Auftrags gibt.

Inhalte ohne Ende

The Ballad of Gay Tony bietet davon abgesehen alle lieb gewonnenen Spielmechaniken des Originals, so beispielsweise viele neue Nebenmissionen und Mini-Games (wie z.B. Champagner-Wetttrinken). Erneut setzen die Entwickler auf eine von Beginn an frei zugängliche offene Welt, in der ihr euch nach Herzenslust austoben könnt. Dabei kommt im Spielverlauf nicht nur der endlich wieder eingeführte Fallschirm zum Einsatz, auch im virtuellen Internet findet ihr eine Reihe neuer Inhalte und Ablenkungsmöglichkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Endlich könnt ihr auch wieder den Fallschirm bei euren Missionen und im Mehrspielermodus einsetzen.
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Die meisten Aufträge bewegen sich jedoch trotz der sichtbaren Bemühung um Abwechslung meist im Rahmen der bereits bekannten und wenig innovativen Punkt-zu-Punkt-Aufträge, bei denen man sich lediglich an den GPS-Punkten entlang hangelt. Glücklicherweise gibt es auch in "Gay Tony" Speicherpunkte innerhalb der Missionen, womit euch die oft ewig langen Anfahrten im Falle des Scheiterns meist erspart werden.

Apropos Fahren: The Ballad of Gay Tony bietet eine Vielzahl neuer fahrbarer Untersätze, darunter auch einen Schützenpanzer (N.O.O.S.E), unterschiedliche Helikopter (deren Steuerung immer noch ziemlich störrisch ausfällt) sowie das bereits erwähnte Schnellboot. Leider wurde das schwammige Handling der Vehikel noch immer nicht verbessert, doch das gehört wohl mittlerweile zum Konzept der Macher.

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Und es hat Kawumm gemacht! Explosionen wie diese gehören fast zur Normalität, wenn man Luis über den Weg läuft.
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Zu diesem Schema gehört natürlich auch erneut ein umfangreicher Multiplayermodus mit den klassischen Spielmodi für bis zu 16 Spieler mit allen neuen Waffen und Fahrzeugen, neuen Locations, neuen Rennen, dem Base Jumping, Killstreaks und Assist-Kills. Für massig Unterhaltungswert ist auch hier gesorgt, nicht nur weil man im Mehrspielermodus an ihren Fallschirmen hängende Konkurrenten beim Base Jumping vom Himmel holen kann.