Für GTA-Fans ist die Vier dieser Tage die Zahl der Wahl. Sei es nun die Seriennummer hinter dem Titel, das auf den vierten Monat dieses Jahres datierte Erscheinungsdatum oder die Zahl unserer Previews zum Rockstar-Blockbuster. Moment mal: Gleich vier Vorschauartikel zu einem einzigen Spiel - ist so viel Berichterstattung überhaupt notwendig? Unbedingt!

Zum einen weil die „Grand Theft Auto“-Games seit jeher einfach zu viele Features boten, als das man ihnen mit nur einem Preview gerecht werden würde. Zum anderen weil wir nach drei Präsentationen endlich nicht mehr zum Zuschauen verdammt waren, sondern erstmals selber Hand anlegen durften. Hier also die Fakten – wie spielt sich die Open World-Hoffnung wirklich?

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The Getaway

Mittagszeit in Liberty City. Auf dem Star Junction (der GTA 4-Version des New Yorker Time Squares) flanieren Passanten gedankenlos umher, tragen ihre Einkäufe nach Hause, nippen seelenruhig einen Becher Doppel-Karamel-Macchiato mit extra Schaum. Die Werbetafeln werfen ihr künstliches Licht selbst in die dunkleren Seitenstraßen, sprechen von ewiger Jugend durch billige Lotions oder Urlaub im Strandparadies der Stars.

Grand Theft Auto 4 - Reiseziel - Bandenkrieg: Endlich durften wir Liberty City auf eigene Faust erkunden.

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Überall in der Stadt sind wieder allerlei witzige Werbetafeln versteckt.
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Mittendrin: Nico Bellic. Osteuropäischer Einwanderer und Kleinganove. Unbeeindruckt von Gigantomanie und Konsumwahn sondiert er die Lage, wartet möglicherweise auf einen Kontaktmann. Plötzlich stürmt er auf die Straße, springt vor einen der vielen PKWs, die täglich Star Junction passieren und reißt nach kurzem Handgemenge den Fahrer vom Steuer. Ein dreister Raubüberfall – der auch der nahen Polizeistreife nicht entgangen ist.

Sirenen heulen, Nico tritt aufs Gaspedal. Ganze 160 Sachen macht der so eben gekaperte Wagen. Vorbei an parkenden Autos und Zivilisten schlängelt sich Nico durch die Straßen. Über ihm ertönt ein verdächtiges Donnern. Verdammt, sie kommen mit Hubschraubern. Dann ein Schuss – die Reifen sind getroffen. Mit rasender Geschwindigkeit kommt Nico von der Straße ab, stürzt metertief ins Meer. Wasser dringt ins Auto, Nico wird schwarz vor Augen…

Packshot zu Grand Theft Auto 4Grand Theft Auto 4Erschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Leichtes Handling schwerer Karren

„Ähem, das sollte eigentlich anders ablaufen.“ Erst die Stimme eines der Präsentatoren, die unserer Hands-On-Sitzung beiwohnen, reißt uns aus dieser dramatischen Actionsequenz. Denn was nach einem aufwändigen Introfilmchen mit dicken CGI-Effekten klingt, wurde tatsächlich von uns inszeniert. Keine drei Minuten halten wir das Xbox-360-Pad in den Händen und sind schon gefangen – Respekt!

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Einer muss den Job ja machen: Nico schreckt vor keiner Tat zurück.
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Doch da ist sie wieder, diese Lust am Zerstören, an Anarchie und Chaos. Denn sind wir mal ehrlich: Was macht man als erstes, wenn einem jemand den Controller in die Hand drückt und zu einer Runde Grand Theft Auto auffordert? Logisch: Ohne langes Zögern wird die Seitenscheibe des nächstgelegenen Sportwagens eingeschlagen und skrupellos drauflos gebrettert. Das ist Rock - und vor allem Roll.

Ganz so einfach machen es uns die Rockstars dieses Mal aber nicht. Da die Physik und das Fahrverhalten der Autos runderneuert wurden, fallen ungezügelte Arcade-Rasereien in GTA 4 flach. Das Stichwort heißt jetzt: Realismus. Der Tritt aufs Gaspedal oder die Bremse führt nun nicht einfach zum abrupten Start bzw. Stopp, sondern erfordert wesentlich mehr Fingerspitzengefühl – schließlich spielen Trägheit und Bremsweg auch noch mit.

Generell liegen die Karossen nun deutlich schwerer in der Straße, vermitteln ein glaubwürdiges Gefühl von Masse. Wer schnelle Schlangenlinien bei hoher Geschwindigkeit fährt, kommt ebenso schnell ins Wanken wie ein Kahn auf hoher See. Klar, einem Gran Turismo wird auch GTA 4 nicht die Butter vom Brot nehmen – dennoch sorgt dieser realistischere Ansatz für mehr Atmosphäre.

Vier gewinnt: Nach erfolgreichem GTA-Selbstversuch besteht kein Zweifel mehr – das Teil wird die Konkurrenz weit hinter sich lassen.Ausblick lesen

Wat meinste?

Eigentlich sollten wir uns ja auf unsere Mission konzentrieren. Cousin Roman will, dass wir seinem jamaikanischen Kumpel Lil’ Jacob unter die Arme greifen. Der plappert nicht nur wie ein koffeinsüchtiger Kolibri vor sich hin, sondern ist dabei – frei nach Rastafari-Mentalität – auch kaum verständlich. Wir verstehen gerade noch die Brocken „’elp me, ma brotha“ und „lets sho’em tha meaning of respect’a“ – schon stürmen wir in eine dunkle Sackgasse.

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Kaum verständlich: Lil' Jacob plaudert wie ein Wasserfall - auf jamaikanisch.
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Nico positioniert sich auf erhöhtem Terrain – kommt es zum Schusswechsel können wir Lil’ Jacob von hier aus Deckung geben. Per Steuerkreuz wechseln wir die Waffen, entscheiden uns für eine Uzi-Schnellfeuerpistole. Zeit, um uns einen Überblick zu verschaffen, bleibt nicht: Nach wenigen Minuten schlendern drei schwer bewaffnete in die Gasse und eröffnen ohne große Worte das Feuer.

Jetzt nicht die Nerven verlieren: Stirbt Jacob, gilt die Mission als fehlgeschlagen. Per rechtem Schulterknopf gehen wir hinter zwei Fässern in Deckung und schalten mit dem linken Trigger in den Zielmodus. Hier haben wir nun zwei Möglichkeiten: Zieht man den Trigger nur zur Hälfte durch, darf man selbst mit dem rechten Analog-Stick nachjustieren und frei die Gegner anvisieren.

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Beispiel für die beeindruckende Detailfülle: Die Designer haben selbst an winzige Elemente gedacht.
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Drückt man den Trigger hingegen voll durch, schaltet das Fadenkreuz fix auf sämtliche NPCs in der Nähe. Mit dem Analogstick wechselt ihr lediglich das Ziel und dürft sogar einzelne Trefferzonen (Kopf, Brust etc.) bestimmen. Wollt ihr es in Liberty City tatsächlich zu etwas bringen, solltet ihr regen Gebrauch vom neuen Deckungssystem machen – schließlich nutzen die schlauen KI-Gegner ebenfalls jeden Unterschlupf.