Die Informationspolitik der Rockstar Games gilt unter Journalisten als legendär: Vorschauversionen gibt es nur äußerst selten zu sehen, Details lassen sich die verschwiegenen Jungs schon mal gar nicht aus der Nase ziehen und ein Probespielchen sollte man sich vor dem Besuch in den Entwicklerstudios lieber gleich aus dem Kopf schlagen.

So zuletzt geschehen bei GTA 4: Die erste Präsentation vor einigen Monaten umfasste lediglich 15 Minuten Ingame-Material. Genau richtig, um wieder vom famosen GTA-Feeling erfasst zu werden, zu wenig um ein fundiertes Urteil abzugeben. Umso erfreuter waren wir, als man uns nun erneut einlud, um mit Nico Belic durch die Straßen Liberty Citys zu schweifen.

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Kein Schwein ruft mich an
Das fängt ja gut an: Statt wieder ein paar zusammenhanglos aneinander gereihte Szenen zu präsentieren, zeigen uns die Rockstars diesmal endlich echte Missionen. Und die starten nicht etwa bei einem NPC mit gelbem Fragezeichen über der verzweifelten Rübe, sondern - so will es der technische Fortschritt - werden per Handy ausgewählt und übermittelt. Für Nico Belic, den tragischen Helden des vierten Grand Theft Autos-Ablegers, ist das tragbare Telefon der wichtigste Draht zu Kontaktpersonen und Auftraggebern.

Grand Theft Auto 4 - In den Straßen von Liberty City: Wir haben mit Nico Belic die Missionen angetestet.

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Das Gesetz der Straße: Drive-By-Shootings wird es natürlich auch wieder geben.
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Dank des kleinen Multimedia-Kastens versendet ihr Kurzmitteilungen, schießt Fotos, verwaltet Termine im Kalender - und beschafft euch zusätzliche Feuerpower. Waffen und Munition gibt es ab sofort nur noch auf Bestellung. Ein Anruf genügt und Nicos Kumpel "Little Jacob" präsentiert euch in einer abgelegenen Gasse seinen waffenstarrenden Kofferraum. Die beliebten "AmmuNation"-Geschäfte aus den Vorgängern wurden hingegen gestrichen.

Für den Multiplayer-Modus soll das Handy darüber hinaus noch eine weitere Bedeutung haben - welche das ist, wollte man uns jedoch noch nicht verraten. Auch allgemeine Informationen zu den geplanten Online-Features waren den Entwicklern nicht zu entlocken. Gespannt sind wir trotzdem, bisher ließ die GTA-Reihe vergnügliche Mehrspieler-Matches nämlich schmerzlich vermissen.

Packshot zu Grand Theft Auto 4Grand Theft Auto 4Erschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Need for GTA
Die erste Beispielmission beginnt: Officer McReary, ein korrupter Ermittler, der es mit dem Gesetz nicht ganz so genau nimmt, bittet euch um Hilfe: Ein unbekannter Widerling erpresst ihn mit belastenden Fotos, die auf einem Memory-Stick gespeicherten Beweise rückt er natürlich nur gegen Bares raus. Als Übergabeort soll eine nahe gelegene Grünanlage dienen. Nicos Auftrag: Den Erpresser ausschalten und die Daten beschaffen - wenn nötig mit Gewalt.

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Da macht er die Flatter: Nico Belic meistert selbst die härtesten Situationen.
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Im Park angekommen gilt es, den Verräter zu identifizieren. Zum Glück kennen wir seine Telefonnummer. Der Griff zum Handy entlarvt den Übeltäter, mit ein paar gezielten Schüssen strecken wir unser Ziel nieder und schnappen uns dessen Aktenkoffer. Soviel öffentliche Gewaltbereitschaft erregt natürlich die Aufmerksamkeit der Cops: Das Fandungslevel füllt sich mit Sternen, wir hören bereits erste Sirenen. Letzter Ausweg: Flucht.

Hierbei fällt uns das brandneue Radarsystem auf. Ähnlich wie in Need for Speed: Most Wanted besitzen eure Verfolger einen gewissen Entdecker-Radius, aus dem ihr euch so schnell es geht heraus bewegen müsst. Erst wenn ihr außerhalb dieses Radius für zehn Sekunden unentdeckt bleibt, sinkt euer Fandungslevel wieder auf Null. Ob es darüber hinaus wieder möglich ist, sein Auto auf die Schnelle umlackieren zu lassen, steht noch nicht fest.

Doch die Cops sind intelligenter geworden - einfaches Davonfahren reicht in GTA 4 nicht mehr aus, um den "Wanted"-Status zu verlieren. Per Funk geben die lästigen Anhängsel eure Wagennummer durch, informieren über Größe, Statur und Kleidung. Um also wirklich auf Nummer Sicher zu gehen, müsst ihr schon die Autos wechseln oder euch in besonders dunklen Ecken verstecken. Da kann eine Verfolgungsjagd schon Mal mehrere Minuten dauern.

"Join the Women's Gun Club"
Eine andere Mission erfordert hingegen Eigeninitiative: Um einen Vorstand einer Anwaltskanzlei zu erledigen, müsst ihr den Laden infiltrieren. Also gilt es, das städtische Internet-Cafe tw@ aufzusuchen und euch auf der Kanzlei-Website für einen Aushilfsjob zu bewerben. Witziges Detail: In den Onlinebuden soll es sogar möglich sein, nach Gutdünken im Netz zu surfen - natürlich entstammen sämtliche Seiten den schwarzhumorigen Hirnen der Entwickler.

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Die Cops gehen dieses Mal noch wesentlich aggressiver zur Sache.
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Nach kurzer Zeit erhalten wir einen Anruf. Sehr gut, die Anwälte sind auf den Köder hereingefallen. Für das anstehende Vorstellungsgespräch müssen wir uns natürlich noch standesgemäß einkleiden. In einem Designergeschäft beschaffen wir uns den edlen Zwirn. Solche Gestaltungsoptionen gibt es in GTA 4 ausschließlich im Rahmen einer Mission - die unnötigen Modeaccessoires des Vorgängers wurden ersatzlos gestrichen.

Den beschwerlichen Weg zum Kanzleigebäude nehmen wir jedoch nicht zu Fuß auf uns. Dafür gibt es jetzt schließlich einen Taxidienst, der euch bequem zum Zielort befördert. Die Fahrten könnt ihr entweder auf Tastendruck überspringen oder ihr genießt für mehrere Minuten die Rundfahrt durch Liberty City - sowie den abermals genialen Soundtrack. Neben cooler Musik setzen die Rockstar-Jungs wieder auf die herrlich skurrile Radiowerbung.

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Da wird die Autofahrt zum Hörgenuss: Der coole Soundtrack rockt wie immer gewaltig.
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Da preisen militante Emanzen ihren Waffenclub für genervte Frauen an, dubiose Ärzte verkaufen einen Kontroll-Mikrochip für untreue Kerle und auf Bestellung darf man sich ein Klonkind selbst zusammenbasteln - zum Totlachen. Die Rockstars konnten wieder allerlei professionelle Sprecher für ihre abstrusen Clips gewinnen.

Der Doktor empfiehlt: Hot Dogs
Nach kurzer Zeit erreichen wir das Bürogebäude, in dem der ahnungslose Kanzleivorstand auf unsere Ankunft wartet. Vorbei an den Wachen betreten wir dessen Zimmer und klären nach kurzem Dialog die Situation auf - mit Waffengewalt. In letzter Sekunde kann unser Opfer jedoch die Alarmanlage betätigen, sämtliche Wachen sind alarmiert. Der einzige Ausweg: Wir müssen uns den Weg nach draußen frei schießen.

Der Schützenmodus bietet einige Neuerungen für GTA-Veteranen: So könnt ihr nun hinter vielen Gegenständen Schutz suchen und eure Gegner aus der Deckung heraus aufs Korn nehmen. Ist die Gefahr zu groß, könnt ihr die Waffe auch einfach aus der Deckung halten und blind drauf los feuern - die Trefferwahrscheinlichkeit ist dann allerdings entsprechend gering.

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Wird es brenzlig, sucht Nico einfach Deckung.
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Neu ist auch, dass während der Feuergefechte ein großer Teil der Umgebung zerstört werden kann: Mörtel bröselt von den Wänden ab, Scheiben zerbersten - komplette Abrissaktionen im Stile eines Stranglehold oder Kane & Lynch wird es aber nicht geben. Werdet ihr verletzt, füllt ihr die verlorene Lebensenergie nicht mehr mit herumliegenden Herzen auf, sondern greift auf Nahrungsmittel wie Hot Dogs zurück.