Endlich erscheint GTA IV für den PC. Ganz traditionell sind wieder einmal einige Monate ins Land gegangen, bevor das Spiel von den Konsolen auf die Heimcomputer umgesetzt wurde. In der Tradition stehen neben einer oft gut umgesetzten Steuerung leider aber auch die den weniger leistungsstarken Konsolen geschuldete, schlechtere Grafik. Ob sich dieser Eindruck auch bei der neuesten Iteration der Erfolgsserie bestätigt und welche neuen Features und Stolpersteine die PC-Version für euch bereit hält, haben wir anhand einer druckfrischen Review-Fassung getestet.

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Vom Tellerwäscher zum Kleingangster

Wer schon die Konsolenfassung kennt, wird schnell merken, dass Alles beim Alten geblieben ist. Noch immer dreht sich die Geschichte um den Osteuropäer Niko Bellic, der sich ins gelobte Land Amerika aufmacht, um in Liberty City seinen Cousin Roman zu treffen. Dieser hat ihn mit schwelgerischen E-Mails beeindruckt, in der er ihm weismachte, Yacht, Frauen und Geld en masse zur Verfügung zu haben. In einer filmreifen Sequenz kommt Niko im Hafen von Liberty City an und steigt zu seinem Cousin in ein eher klappriges Auto. Erste Zweifel über den angeblichen Wohlstand von Roman nagen an Niko. Im Haus seines Verwandten angekommen stellt er dann fest, dass das einzige Große in Romans Leben die Kakerlaken unter dem Teppich der Absteige sind.

Grand Theft Auto 4 - Das beste Spiel des Jahres - jetzt auch für PC

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In Liberty City herrscht das Gesetz der Straße - und Nico ist mittendrin.
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Ebenso schnell zeigt sich jedoch, dass Amerika wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein kann, wenn man nur skrupellos genug ist. Erzählt wird die Geschichte mit gesellschaftskritischen Seitenhieben, Selbstreflexion der Charaktere, welche nicht aus reiner Freude töten und andere Verbrechen begehen sowie viel schrägem Humor. Das gilt gleichwohl aber wieder einmal nur für den Hauptstrang der Handlung. Wer sich nämlich mal so richtig austoben möchte, hat selbstverständlich wieder jede Menge Gelegenheit dazu, die Vielfalt an Waffen und Fahrzeugen zur Konfliktlösung und –verursachung einzusetzen.

Dieser Kernpart der GTA-Reihe ist durch abermals verbessertes Fahrverhalten der Autos und Motorräder sowie realistischer Passantenbewegungen nochmals verfeinert worden. Dank Euphoria-Engine bewegen sich die Charaktermodelle nicht durch einfache Ragdollphysik, sondern schützen die empfindlichen Zonen des Körpers durch realistisches Zusammenrollen oder das Bedecken des Kopfes bei Stürzen. Wie weit das Animationsrepertoire der Passanten reicht, zeigt sich an manch skurrilem Beispiel: Manchmal halten sich die Menschen, denen ihr ein Auto klaut sogar an der Fahrertür fest und lassen ihre geliebten Bolliden trotz voller Fahrt nicht los.

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Wer einfach mal frei drehen möchte, hat jede Gelegenheit dazu.
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Das hinterlässt einerseits zwar einen sehr realistischen Eindruck, macht aber andererseits auch einen Großteil der Brutalität im Spiel aus. Blut gibt es zwar wenig zu sehen, dafür können Nicos Handlungen schon mal arg rabiat ausfallen. Diese außerhalb der Handlung sehr undifferenziert begangenen Handlungen rechtfertigen einerseits die hohe Alterseinstufung des Spiels liegen aber glücklicherweise letztlich in der Entscheidungsgewalt des Spielers. Wer anständig fahren und umherlaufen möchte, kann dies im freien Spiel auch tun.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Wieder mit dabei sind die verschiedenen Aufträge, die ihr abseits der Handlung erfüllen könnt. Seien es nun Verbrecherjagden im Polizeiauto, Dates (und One-Night-Stands) mit Freundinnen oder Taxifahrten, GTA IV bietet jede Menge Beschäftigung neben den Pflichtmissionen. Auch zahlreiche Minispiele wie zum Beispiel beim Besuch der Bowlingbahn oder der Dartclubs bieten jede Menge Abwechslung und lassen den Spielspaß um viele weitere Stunden ansteigen.

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Viele liebevolle Details machen's möglich: GTA 4 kann weit mehr als schicke Gangstergefechte in Szene zu setzen.
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Wer mag, kann GTA IV sogar als eine abgefahrene Lebenssimulation aus Gangstersicht spielen, in der ihr euch mit Frauen verabredet, euch in Kleidergeschäften herausputzt und in den Nebenaufträgen Geld verdient. Wollt ihr aber die ganze Spielwelt erkunden und alle Features frei schalten, dann führt kein Weg an den Storymissionen vorbei, die euch nach und nach mit den Spielelementen vertraut machen.

Auch auf dem PC ein Leckerbissen erster Güte, der Dank des genialen Videoeditors für wochenlangen Spielspaß sorgt.Fazit lesen

Deren Konzept kennen aufmerksame Leser schon aus unserem Test der Konsolenversion – geändert hat sich hier nichts, sämtliche Aufträge sind gewohnt spannend inszeniert und durch grandiose Zwischensequenzen verknüpft. Als Hauptargument für einen Kauf der PC-Version bietet Rockstar aber nun zum ersten mal in der Geschichte der Serie einen Videoeditor an, der es euch ermöglichen soll, im Spiel gedrehte Szenen selbst zusammen zu schneiden, mit Effekten zu belegen und auf dem Rockstar-eigenen Onlineportal „Rockstar Social Club“ zu veröffentlichen.

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Wie im Kino: Dank dem mächtigen Video-Editor könnt ihr geniale Kurzfilme inszenieren.
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Zunächst einmal müsst ihr im Spiel die Szene inszenieren, die ihr filmen wollt. Beispielsweise könnt ihr eine Handgranate neben ein Auto fallen lassen und dann lässig davon marschieren, während hinter euch die Hölle losbricht. Mit einem Druck auf die Taste F2 speichert das Spiel dann die letzten 30 bis 40 Sekunden als Clip ab. Die gespeicherten Clips könnt ihr nun im Videoeditor aufrufen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten bei den Filmschnipseln sind dabei beachtlich.

Keine Chance für ehrliche Käufer

Ihr könnt freie Kamerafahrten einbauen, das Geschehen aus der Sicht der NPCs in einem bestimmten Umkreis filmen lassen, die Kameraperspektive frei wählen oder auch das Bild automatisch, wie per Handkamera gefilmt, wackeln lassen. Darüber hinaus bietet das Spiel zahlreiche Filmeffekte an, wie zum Beispiel einen Sepia- oder Noire - Effekt, um altes Filmmaterial vorzutäuschen, verschiedene Farbfilter für psychedelisch oder radioaktiv verseucht scheinende Umgebungen und dergleichen mehr.

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Grafisch wurde GTA 4 übrigens nochmals aufpoliert.
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Zeitlupe oder Zeitraffer gehören dabei ebenso zum Repertoire wie einblendbare Titel und das Unterlegen des Geschehens mit Songs aus den verschiedenen Radiosendern im Spiel. Leider muss das Spiel jeden einzelnen Clip erst umständlich laden, was bei vielen kleinen aneinander geschnittenen Einstellungen schnell zur Fummelarbeit werden kann. Da die Vorschaubilder der Clips nicht immer ideal ausgewählt sind, ist die Arbeit mit dem Editor nur etwas für geduldige Bastler.

Allerdings braucht es schon einiges an Zeit, bis man sich letztlich nach Liberty City begeben kann. Bei der Installation eines Spieles ist man solche Pflichtbeiprogramme wie SecuRom inzwischen bereits gewohnt. Hinzu kommt aber noch eine Registrierung bei Games for Windows Live sowie die Anmeldung zum sogenannten „Social Club“, um Videos hochladen zu können. Das ist zwar nicht Pflicht, nur so darf man jedoch seine eigenen Filme im Netz präsentieren.

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So schlimm, man möchte glatt flüchten: Die Installationsprozedur ist eine Qual.
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Bis ihr also endlich in die grandiose Parallelwelt von GTA 4 eintauchen könnt, vergehen schon mal ein paar Stunden. Zumal ein Programm noch regelmäßig aktualisiert werden will: Wer auf die Zwangsupdates des Games for Windows LIVE Services verzichtet, kann nämlich das Spiel nicht mehr starten - für Solospieler eine unnötige Einschränkung, die sich zum Glück jedoch in keinster Weise auf den eigentlichen Spielspaß auswirkt.