Während der Entwicklung von GTA IV brauchten Fans des Spiels vor allem eins: Geduld. Entwickler Rockstar Games nahm sich zwischendurch mal eben eine sechsmonatige kreative Auszeit, in der totale Informationssperre herrschte.

Dennoch: Das Warten hat sich gelohnt, stellt doch die Neuveröffentlichung den bislang besten Titel der Reihe dar, die nach Adam Riese drei Vorgänger umfassen müsste. Wer einen Blick auf die Liste der vergangenen GTA-Publikationen riskiert, wird allerdings feststellen, dass diese weit mehr als nur vier Spiele beinhaltet. Höchste Zeit also für einen geschichtlichen Rückblick.

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Grand Theft Auto - Die komplette Serie im Video-Rückblick

Grand Theft Auto (1997)

Das erste GTA stellte sich seinerzeit gegen den damaligen Techniktrend der Spiele: So wartete es mit einer unzeitgemäßen Grafikengine auf und bot, neben aus Klötzen aufgebauten 3D-Städten, nur zweidimensionale Autos und Passanten, sowie etwas grobpixelige Explosionen. Da GTA aber komplett aus der Vogelperspektive gespielt wurde, fiel dies nicht weiter ins Gewicht und die niedrigen Systemanforderungen ermöglichten flüssigen Spielspaß in einer riesigen, frei befahrbaren Stadt.

Grand Theft Auto - Chronologie einer Legende: Die gamona Zeitmaschine blickt zurück auf gute zehn Jahre GTA.

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Grobpixelig aber schon viel los: das erste GTA.
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Die innovative Grundidee des Spiels: Dem Spieler stand es offen, ob er lieber einen der vielen Aufträge verschiedener Verbrechersyndikate annahm oder es stattdessen vorzog, mit der Zerstörung von Autos oder dem Töten von Passanten auf eigene Faust Geld zu beschaffen. Dies rief natürlich schnell die Polizei auf den Plan - bei steigendem Fahndungslevel auch schon mal ein starkes Kommandoteam.

Jedes beliebige Auto im realistisch dargestellten Straßenverkehr konnte geklaut werden. Eine Vielzahl an Waffen und Extras sorgte dabei für zusätzliches Chaos auf den Straßen. Besonders beliebt: Der nahezu unzerstörbare Panzer mit unendlicher Explosivmunition, der für ordentlich Blechschaden sorgte – konnte er doch mit Leichtigkeit über andere Fahrzeuge rollen.

Von Anfang an mit dabei waren Radiosender, in denen mitreißende Musik zum Spiel lief. So unterhielt der Pickup mit lässiger Countrymusik und im Sportwagen brachten treibende Rhythmen den Puls in Einklang mit dem Motortakt.

Grand Theft Auto – London 1969 (1998)

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Sofort zu erkennen: Londoner Doppelstockbus von oben.
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Während der erste Teil in amerikanischen Städten spielte, kam der passionierte GTA-Spieler mit dem Add-On „London 1969“ in den Genuss, im Buckingham Palace von London auf dem Motorrad seine Runden zu drehen. Dabei enthielt die Erweiterung den typischen Spielwitz des Hauptprogramms und hübschte das bewährte Spielprinzip mit Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt auf.

Grand Theft Auto 2 (1999)

War der Stil des Vorgängers noch im kunterbunten Comiclook gehalten, so hatten die Straßen des Nachfolgers nun einen deutlich düstereren Anstrich. Farbige Lichtquellen und eher realistische Grafiken trugen ebenfalls zur nun zum Gangstermilieu passenden Atmosphäre bei. Doch auch spielerisch hat sich einiges getan: So war es erstmals möglich, sich Ansehen bei verschiedenen Gangs zu verdienen, die dem Spieler aktiv im Kampf gegen die gegnerischen Banden zur Seite standen.

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Eine Vielzahl neuer Waffen und erspielbarer Boni sorgten ebenfalls für Abwechslung. Zudem konnte nun auch endlich in Kirchen zwischen den Missionen der Spielstand gesichert werden. Dies machte endlich Spielunterbrechungen möglich, die man beim Vorgänger während der stundenlangen Spielsessions sehnlich vermisste.

Grand Theft Auto 3 (2001)

Einen imposanten Schritt in moderne 3D-Grafik-Dimensionen wagte schließlich GTA 3. So steuerte man erstmals seinen Charakter in der Third-Person-Perspektive. Folglich musste auch die Steuerung mit den Richtungstasten über Bord geworfen werden – PC-Spieler konnten den Charakter fortan mittels Maus dirigieren.

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Nächtliches Katz-und- Maus-Spiel mit der Polizei war gleich doppelt dramatisch.
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Die riesige Stadt war frei begehbar, Autos wurden wie im Rennspiel in der Innenansicht oder in der Rückansicht gesteuert und Objekte und Personen wurden endlich dreidimensional dargestellt. Wettereffekte, dynamische Lichtquellen und ein Tag-Nacht-Zyklus sorgten für eine realistisch anmutende Spielwelt. Wer mochte, konnte aber immer noch in die Vogelperspektive umschalten, wie sie in den vorherigen Spielen Standard war.

Neben den zusammenhangslosen Aufträgen der Vorgänger wurde nun auch endlich eine Story ins Spiel integriert. So sinnt in GTA 3 unser namenloser Hauptcharakter nach Rache an seiner Komplizin, die ihn bei einem Banküberfall niederschoss, um mit der Beute alleine zu fliehen. Neu waren auch die Minispiele beim Einstieg in Taxen, Feuerwehrautos, Krankenwagen oder Polizeiautos. Erstmals musste man im Streifenwagen Verbrecher jagen oder im Taxi Personen von A nach B fahren.

Grand Theft Auto – Vice City (2002)

GTA Vice City versetzte den Spieler zurück in die Zeit von Miami Vice und Magnum, zitierte in seiner Gangsterstory vor allem aber auch Filme wie Scarface und Der Pate. Ebenso wie in GTA 3 fand die Story in einer fiktiven amerikanischen Metropole statt. Auch dieses Mal begleitete man einen Kleingangster auf dem Weg zum Boss der Unterwelt. Das grafische Grundgerüst blieb das Gleiche wie bei GTA 3, konnte aber durch den bunten 80er Jahre Stil punkten.

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Stimmungsvolle Sonnenuntergänge im Vice City der 80er Jahre
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So enthielt das Spiel eine glaubwürdige Darstellung aus der Zeit der Netzhemden und merkwürdigen Frisuren. Auch für den Soundtrack des Spiels verwendete Rockstar Originalsongs der 80er wie "Video killed the Radio Star" und verkaufte die Musik zum Spiel auch separat. Nicht um sonst erhielt „Vice City“ besonders wegen seiner stimmungsvollen Atmosphäre Lob von diversen Spielemagazinen.

Grand Theft Auto – San Andreas (2004)

Wer sich mit den bisherigen Szenarien nicht abgeben wollte, weil in ihm schon immer ein richtiger „Gangsta“ steckte, dem bot GTA San Andreas endlich fette Beats, Bitches und böse Jungs. Technisch war noch immer die GTA 3 Engine am Werk, aber diese hatten die Entwickler so weit aufpoliert und mit detaillierteren Modellen und besseren Effekten versehen, dass sie zeitgemäße Grafik bei riesiger Sichtweite bot.

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In dieser Wüstenlandschaft stand euer eigener Flugplatz!
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Im Radio erklangen die mal mehr, mal weniger bekannten Musikhits diverser Genres. So meldeten sich auf dem Hip-Hop-Sender „Los Santos“ Rapkünstler von 2 Pac bis Snoop Dogg zu Wort – fetzige Ghetto-Slang Ausdrücke, wie „Yo, what’s up motherfucker!“, brachten mehr Authentizität ins Spiel.

Die Spielwelt war gegenüber Vice City und GTA 3 deutlich vergrößert worden und umfasste jetzt auch eine große Berglandschaft und ländliche Ortschaften. Das spielerische Grundkonzept blieb erhalten, wurde aber durch unzählige freiwillige Bonusaufgaben ergänzt. Der Spieler konnte Bowling spielen, sich an verschiedenen Rennen beteiligen, Tanzen gehen, seinen Charakter über Schuhe, Hemden, Sonnenbrillen und Halsketten völlig neu einkleiden, und selbst Rollenspielanteile waren vorhanden.

Wer nur im Auto fuhr und immer Fast-Food aß, dessen Charakter setzte folglich schnell Fett an und war irgendwann nicht mehr in der Lage, vor der Polizei zu flüchten. Trainierte man dagegen regelmäßig im Fitnessstudio, bis das Tier im Manne auch äußerlich durch den muskelbepackten Nacken sichtbar wurde, waren Schlägereien schnell beendet. Selbst Beziehungen konnte man mehrere führen, jedoch musste dafür genügend Zeit für die Freundinnen aufgebracht werden – sonst hieß es schnell „get the hell out of here!“

Heiß, heißer, Hot Coffee Mod!

War das Spiel bisher eher wegen seiner Gewaltdarstellung gegenüber unschuldigen Passanten in die Kritik geraten, kam mit GTA San Andreas noch das Thema Sex hinzu. Kurze Zeit nach dem Release wurde eine Mod namens "Hot Coffee" bekannt: Mit dieser konnte der Protagonist nach mehreren erfolgreichen Dates von seiner Freundin auf einen „Kaffee“ eingeladen werden. Nahm man das Angebot an, folgte ein Minispiel, bei dem durch Drücken verschiedener Tasten die Kopulation der zwei Polygoncharaktere zu einem erfolgreichen Ende geführt werden musste.

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"Einen Kaffee in deiner Wohnung? Nein, danke, Süße, ich muss zu meinem Raid."
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Das Pikante dabei: Es handelte sich um Inhalte, die bereits im Spiel enthalten waren und nur noch freigeschaltet werden mussten, womit die Schuld, minderjährigen Spielern sexuelle Darstellungen zuzuführen, aus Sicht der Kritiker auf Rockstar fiel. Die Folgen waren zahlreiche Rechtsverfahren gegen Computerspiele, die gewaltvolle oder sexistische Szenen beinhalten. Insbesondere der Richter Jack Thompson forderte mehrmals das Verbot diverser „Gewaltspiele“, wie z.B. von GTA, allerdings blieb sein Bestreben bis jetzt vergebens.

Grand Theft Auto - Liberty City Stories (2005)

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Das scheint fast wie ein etwas ungleiches Rennen.
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Liberty City Stories, ein Ableger für PSP und PS2, spielt drei Jahre vor der Geschichte von GTA 3 in derselben Stadt. Der Spieler steuert Toni Cipriani, einen kleinen Mafioso, auf seinem Weg zu höheren Posten in der Familie. Die PSP-Version verfügt über einen Multiplayer-Modus für bis zu sieben Spieler.

Grand Theft Auto - Vice City Stories (2006)

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Ein Licht am Horizont für die 80er Jahre Fans.
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Vice City Stories, ein Serienableger im Vice City-Ambiente für PS2 und PSP, fügte der Stadt noch einige Gangs hinzu, verbesserte die Grafik und bot eine andere Story im 80er Jahre Szenario. Im Singleplayer-Modus steuerte der Spieler den Protagonisten Victor Vance durch die Missionen, auf der PSP hingegen konnte man sich spannende Multiplayergefechte mit bis zu sieben weiteren Personen bieten. Das Spiel war abermals ein großer Erfolg bei den Spielezeitschriften und Käufern.

GTA und GTA 2 können übrigens schon seit längerer Zeit neben anderen älteren Rockstar-Titeln kostenlos heruntergeladen werden.

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