Voll auf Online getrimmt

Langjährige Fans der Serie wissen längst Bescheid: Das klassische „Ich muss mir meine Lizenzen verdienen“-Konzept legen die Entwickler mit GT Sport vorerst zu den Akten und ersetzen es durch den namensgebenden, stark Online-zentrierten Sport-Modus, wo man sich unter anderem bis an die Spitze einer Nationen- sowie einer Hersteller-Meisterschaft kämpft. Motivierend in diesem Zusammenhang: Als erstes Videospiel überhaupt verfügt GT Sport über eine offizielle FIA-Lizenz (Federation Internationale de l’Automobile), hat also sozusagen das Amen des weltweit wichtigsten Automobilverbands.

Gran Turismo Sport - Eine weitere Ode ans Automobil?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 132/1381/138
Die mehr als 150 Fahrzeuge im Spiel sind ein echter Hingucker und bestehen laut Sony aus bis zu 300.000 Polygonen. Zum Vergleich: Im ersten Gran Turismo setzt sich jeder Bolide aus gerade mal 300 Vielecken zusammen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das mag zunächst wenig spektakulär klingen, wird aber spätestens dann interessant, wenn man Sonys zukünftige E-Sport-Strategie für GT Sport genauer betrachtet. Die nämlich sieht vor, dass groß angelegte Turniere nicht nur live an ein Millionenpublikum gestreamt werden, sondern Siegern auch jede Menge Ruhm und Ehre zuteilwird.

Geht’s nach Gran-Turismo-Mastermind Kazunori Yamauchi, sollen beispielsweise die Gewinner der „GT Sport World“-Finals im Rahmen der alljährlich stattfinden FIA-Gala-Zeremonie geehrt werden Also auf genau dem Event, auf dem bereits Vettel, Hamilton und viele andere Stars und Sternchen der weltweiten Racing-Elite prominente Auszeichnungen entgegennahmen.

Gran Turismo Sport - Eine weitere Ode ans Automobil?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Egal, ob sich nun acht oder 20 Fahrzeuge auf der Strecke (hier Northern Isle Speedway) tummeln – die Framerate bleibt stabil bei 60 Bildern pro Sekunde
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Tiger im Tank

Und die Technik? Hinterließ in der mir präsentierten Version in den meisten Punkten einen ganz hervorragenden Eindruck. Sei es nun die konstant flüssige Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde, die aufwändige HDR-Optimierung oder die dynamische 4K-Auflösung auf PS4 Pro – im Direktvergleich mit dem Bug-geplagten Gran Turismo 6 gibt GT Sport wieder ordentlich Gas. Das gilt erfreulicherweise auch aus akustischer Sicht. Insbesondere die bei GT 6 vielfach kritisierten Motorengeräusche sind endlich am Puls der Zeit und klingen nun nicht mehr wie ein Staubsauger mit Fehlfunktion. Lob zudem für die sehr abwechslungsreiche Musikuntermalung innerhalb der Menüs sowie den bereits in einer vorherigen Vorschau zum Spiel angerissenen Foto-Modus.

Noch mal zurück in die Garage muss hingegen die Künstliche Intelligenz. Sie agierte im Probespiel noch viel zu zaghaft und vorhersehbar. Besonders auffällig: der Gummiband-Effekt. Falle ich also in einem Rennen zurück, scheint auch die KI-Konkurrenz auf die Bremse zu drücken, damit ich wieder mitmischen kann – und zwar unabhängig vom Schwierigkeitsgrad. Einsteiger begrüßen solche Mechanismen freilich. Wer jedoch auf eine knallharte Simulation gehofft hatte, könnte zum gewissen Grad enttäuscht werden – auch was das Schadensmodell angeht. Der Fairness halber sei allerdings darauf hingewiesen, dass die Balance der gezeigten Fassung noch nicht komplett austariert war und ein solides Schadensmodell laut Polyphony Digital sehr wohl Teil der finalen Fassung sein wird.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: