Zocker sehen käsig aus, weil sie nur in der Wohnung sitzen und auf den Bildschirm glotzen. Und dick sind sie natürlich auch noch, weil sie sich zu wenig bewegen. Na, wer von euch gähnt jetzt, weil sich diese Vorurteile einfach nicht aus der Welt schaffen lassen?

Hätten die Kritiker, die derartige Behauptungen aufstellen, von GPS-Mission gehört, sie wären wahrscheinlich ein bisschen stiller. Das neue Spiel befindet sich zwar noch in der Betaphase, verbindet aber schon jetzt den Spielspaß mit der Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten - Virtualität trifft auf Realität. Und wer sich besonders ins Zeug legt, kann sogar das Oktoberfest in München besuchen. Wie das funktionieren soll? Wir verraten es euch...

GPS Mission - Video: Beim Leuchtturm

Musik hören, Fotos machen, im Internet surfen – die Funktionspalette der modernen Handys wird immer umfangreicher. Mittlerweile werden die mobilen Telefone längst nicht mehr ausschließlich zum Telefonieren genutzt. Ein weiteres Extra stellt die GPS-Funktion dar, mit der mittlerweile viele der neueren Handys ausgestattet sind. GPS steht für Global Positioning System (dt. Globales Positionsbestimmungssystem) und ist nichts anderes als das weltweite, satellitengestützte Navigationssystem.

GPS Mission - Schatzsuche mit Handy

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Mit dem Handy auf Schnitzeljagd: originelles Konzept.
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Ursprünglich zur Navigation und Ortungsbestimmung im militärischen Bereich entwickelt, wird es heutzutage auch verstärkt im zivilen Umfeld genutzt. Statt „Schatz, ich glaube, da vorne hätten wir links abbiegen müssen“ ertönt in Autos immer häufiger eine mehr oder weniger angenehme Computerstimme aus dem Navi: „Bitte in 200 Metern links abbiegen“, heißt es dann.

Dieses System macht sich auch GPS Mission zunutze. Ihr werdet aber nicht einfach ohne Sinn und Verstand durch die Gegend geschickt, bis ihr schließlich irgendwo mitten in den Pilzen landet, sondern müsst Missionen absolvieren, die sich andere Spieler für euch ausgedacht haben. Aber der Reihe nach.

Der Hauptdarsteller seid ihr selbst

Alles begann mit Geocaching – einem Unterhaltungs- und Abenteuerspiel für GPS-Benutzer, das einer Art moderner Schatzsuche gleicht. Der Grundgedanke dabei: Auf der ganzen Welt legen Leute Verstecke an und veröffentlichen deren Positionsdaten über das Internet. GPS-Benutzer können dann anhand dieser Koordinaten die Verstecke ausfindig machen. Der Finder kann die Belohnung daraus mitnehmen, muss aber auch wieder etwas ins Versteck hineinlegen.

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Ausgangspunkt: die Startseite von GPS Mission.
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Geocaching spielen auch einige Leute aus dem Team von Orbster, dem Unternehmen, das GPS Mission entwickelt, und so entstand die Idee, selbst ein derartiges Projekt zu starten. „Wir wollten ein System entwickeln, welches mehr Möglichkeiten bietet, selbst spannende location-based Games zu entwickeln und diese auf GPS-Handys zu spielen“, erzählt uns Georg Broxtermann, Managing Director von Orbster.

Das junge Unternehmen, das erst im Januar dieses Jahres gegründet wurde, entwickelte dann innerhalb von vier Monaten GPS Mission für die Orbster Entertainmentplattform. Im Vergleich zur Entwicklungszeit klassischer PC-Games hört sich das nach wenig Aufwand an, man muss aber bedenken, dass die Entwicklung der technischen Plattform satte drei Jahre in Anspruch genommen hat und auf dieser nun sehr flexibel und schnell neue Spiele entwickelt werden können. Zeit zu klären, was genau GPS Mission denn nun ist.

Bei GPS Mission sitzt ihr nicht zu Hause vor dem Rechner und steuert ein virtuelles Alter Ego, sondern werdet selbst zum Hauptdarsteller – und das ohne großen Aufwand: „Außer dem Client muss man sich nichts runterladen. Man kann jederzeit durch Aktivierung des Clients schauen, ob sich Missionen in der Nähe befinden und in die Missionen einsteigen“, erklärt Georg.

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Mit dem Mission Designer bastelt jeder seine eigene Schatzsuche.
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Das Ziel bei GPS Mission ist das Lösen von Missionen, die entweder von Orbster oder von anderen Mitspielern mit dem Mission Designer erstellt werden. „Bei uns kann jeder eine Mission für sich, seine Freunde und die gesamte Community erstellen. Mit dem Mission Designer, dem wichtigsten Tool auf GPS Mission, braucht man dafür keinerlei Programmierkenntnisse. Der Mission Designer ist das aktuell wohl einfachste Tool im Netz, um selber ein Game zu entwickeln“, erklärt Georg.

Eurem Ideenreichtum sind beim Erstellen keine Grenzen gesetzt: Ihr könnt eine Schnitzeljagd mitsamt Sehenswürdigkeiten oder besonders interessanten Orten erstellen, den Spieler zu einem Versteck führen und ihn Fragen beantworten lassen oder aber eine Art Stadtführung zu euren Lieblingsplätzen designen. Ganz egal was ihr euch ausdenkt: Euer Handy führt euch mit Hilfe der GPS-Karte zum Ziel. Außerdem könnt ihr in der Mission virtuelles Gold verstauen, das der Spieler aufsammeln kann. Von diesem können dann zum Beispiel Medaillen erworben werden, die der Community zeigen, was schon alles erreicht worden ist.

Mit dem Handy in der Hand durch das ganze Land

Wer jetzt aber denkt, man müsste nur genügend Gold in seine Mission stopfen, damit diese gezockt wird, irrt: „Die Menge an Gold, die der Ersteller der Mission verteilen kann, richtet sich nach dem Umfang der Mission. Je mehr Checkpoints und Fragen, desto mehr Gold, jedoch kann man nicht mehr als 100 Gold pro Mission verteilen. Der Ersteller der Mission bekommt 50 Gold, wenn jemand seine Mission spielt. Er kann seine eigene Mission natürlich auch selber ablaufen, jedoch nur einmal das selbst verteilte Gold aufsammeln“, so Georg.

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Der Gamsbart geht als Wanderpokal jeweils an den besten Spieler.
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Die Missionen nur aus Goldgier zu spielen, ist aber auch gar nicht nötig, gibt es doch auch so schon genug Möglichkeiten, die Aufträge interessant zu gestalten. Fotomissionen sind so ein Beispiel. Hier müssen die Spieler bestimmte Orte fotografieren, die Bilder sind anschließend direkt auf gpsmission.com sichtbar. Und das ist noch nicht alles: „Ganz neu und bislang nur in Deutschland kann der Spieler auch in jedem Ort eine kurze Mission meist zu einem zentralen Platz finden. Als Belohnung bekommt der Spieler das jeweilige Stadtwappen in sein Trophy board auf gpsmission.com“, berichtet Georg.

Die Idee scheint anzukommen. In den ersten acht Wochen nach Beginn der Betaphase haben sich bereits Spieler im vierstelligen Bereich angemeldet, die eifrig Missionen erstellen und absolvieren. Laut Georg zocken die meisten Leute in Deutschland, Skandinavien und den USA. In Asien sind die Leute besonders in Singapur fleißig.

Hat euch eine Mission besonders viel Spaß gemacht, könnt ihr sie beliebig oft wiederholen, auch Unterbrechungen sind problemlos möglich. Im Internet können User außerdem die Missionen bewerten und im Forum diskutieren. Außerdem kann man sich auf GPS-Mission.com einen Überblick über die Missionen verschaffen und zum Beispiel ansehen, wie weit die zurückgelegte Wegstrecke der Mission ist oder wie lange es ungefähr dauert, bis ihr am Ziel angelangt seid.

Von der Stadtführung bis zur Mysterygeschichte

Viele User lassen sich bereits beim Erstellen der Missionen einiges einfallen, und bisweilen gibt es schon mal eine kleine Mysterygeschichte mit Rätseln und fiktiven Charakteren zu lösen. Wie man sieht, ist es also auch abseits der Wii möglich, Gaming mit frischer Luft und Bewegung zu verbinden. Und geht es nach Orbster, sind die Möglichkeiten der Verknüpfung von Realität und Virtualität mit GPS-Mission noch lange nicht ausgeschöpft.

„GPS Mission ist erst der Anfang und für uns eine Art Testspiel. Wir arbeiten an weiteren, größeren Games. Die faszinierenden Möglichkeiten, virtuelle Geschichten und Games an realen Orten anzubieten und spielen zu können, treibt uns an. Ihr dürft gespannt sein“, freut sich Georg.

Die fleißigsten User haben zum Zeitpunkt dieses Artikels bereits über 5000 Gold gesammelt. Das ist eine beträchtliche Menge, wenn man bedenkt, dass pro Mission maximal 100 Gold gesammelt werden können. Das Goldsammeln macht aber nicht nur Spaß, es lohnt sich auch noch.

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Dem fleißigsten Goldsammler winken zehn Liter Freibier auf dem Oktoberfest.
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Dem fleißigsten Goldsammler der Betaphase winkt ein Trip zum Oktoberfest dieses Jahres in München – und zwar inklusive Anreise, Übernachtung und zehn Liter Freibier. Na, wenn das mal kein Ansporn ist, zumal für das Spielen neben den Datenübertragungskosten an die Mobilfunkbetreiber keinerlei Kosten anfallen.

Wer in der Rangliste führt, darf außerdem den „goldenen Gamsbart“ sein Eigen nennen – ein Wanderpokal, der im Profil des jeweils Führenden in der Goldrangliste erscheint. Also holt euer Handy raus, ladet den Client runter und probiert’s aus: Die besten Abenteuer warten ohnehin in der Realität.

Mehr Infos zu GPS Mission erhaltet ihr auf der offiziellen Seite . Den Client könnt ihr euch hier herunterladen .