Autor: Volker Schütz
Die meisten Menschen kennen Google Earth nur als detaillierte Digitalerdkugel. Satelliten- und Luftaufnahmen aus dem Netz werden hier nahezu nahtlos aneinander gefügt, so dass man mit wenigen Mausklicks Nachbars Garten oder die Garageneinfahrt der Freundin beobachten kann.
Zur Befriedigung voyeuristischer Neigungen genügen die oft betagten (Stand)Bildquellen selbstverständlich nicht. Spaß bringt die geographische Erkundungstour aber allemal. Google Earth weist aber noch eine weitgehende Besonderheit auf, welche dem virtuellen Globus einen völlig neuen Dreh gibt: die Fähigkeit, darauf zu spielen.
Google übernahm 2005 von dem Entwickler Keyhole den so genannten »Earth Viewer« und brachte diesen als »Google Earth« auf den Markt. Bereits wenige Wochen später kam die Idee auf, die hinter dem Projekt stehenden, geographischen Daten zweckzuentfremden. Der Inhaber von Google Earth Hacks, Mickey Mellen, entwickelte zu diesem Zweck » GE War«. Gleichzeitig demonstrierte er damit, welche beeindruckenden Möglichkeiten für Entwickler das Programm bietet.
Gratis-MMO-Strategie gegen die gesamte Welt: Google Earth macht es möglich. Denn wie bei klassischen Titeln versuchen sich auch bei diesem globalen MMO-Strategiespiel-Experiment die Teilnehmer an der Eroberung fremder Gebiete. Alles auf den realen Karten unseres Planeten, in der Engine von Google Earth und in Anbetracht der Plattform: mit beträchtlichem Tiefgang. Wie es sich für Despoten von Welt ziemt, müssen die Spieler für die Realisierung ihrer Allmachtsfantasien zunächst Ressourcen horten und Truppen ausheben.
Die Rohstoffsammlung beginnt mit dem Aufspüren von Juwelen. Eine knappe Botschaft deutet den nächsten Aufenthaltsort der wertvollen Klunker an, woraufhin der Spieler seine geographischen Kenntnisse unter Beweis zu stellen hat. Mit ausreichend Geschmeide in den Taschen, das gegen die offizielle Währung »Geos« getauscht werden kann, beginnet der Bau von Strukturen wie Ölraffinerien oder Baumwollfeldern. Ist das ökonomische Polster hergestellt, folgen das eigentliche Aufrüsten und der Einsatz des Militärs.

























verrückt was man mit google earth anstellen kann.