Webseitenklau statt Samenraub: Wer heute Nacht auf google.de surfte, erhielt nicht die übliche Oberfläche der Internetsuchmaschine, sondern ein Werbebanner mit dem Schriftzug: "Für diese Domain wurden keine Inhalte hinterlegt."

Der erste Gedanke ist da selbstverständlich: Hackerangriff auf Google! Doch offenbar war der Domain-Diebstahl nur das Ergebnis eines "netten Versuchs" in Kombination mit einer Reihe von Zufällen.

Offenbar hatte ein Scherzbold am 13. Januar die Domain google.de beim Internet-Dienstleister Goneo per Umzugsantrag bestellt. Goneo habe daraufhin automatisch den Antrag an den Domainverwalter Denic weitergeleitet, woraufhin der Umzug zustande kam und die Domain sozusagen in einer "Nacht und Nebel"-Aktion den Standort wechselte.

Das Durcheinander habe deshalb stattgefunden, da Google dem Umzug nicht - wie sie es eigentlich hätten tun müssen - widersprochen habe. Auch bei Goneo und der Denic ist der unverlangte Besuch der "Möbelpacker" nicht aufgefallen: Das gesamte Verfahren ist komplett automatisiert - von Hand geprüft wird dort nichts mehr.

Doch kaum dass der Diebstahl aufgeflogen war und google.de seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden sollte, wanderte die Domain an den nächsten Räuber weiter. Offenbar hatte es zwei parallele Umzugsanträge gegeben.

Mittlerweile wurde Google auch aus den Fängen dieses zweiten Entführers befreit und steht wieder uneingeschränkt zur Verfügung.