„Nomen est Omen“, heißt es so schön. Wo Goldeneye draufsteht, sollte auch Goldeneye drin sein. Ist aber nicht so. Activision hat vielmehr Spaß daran, Fans des N64-Originals über den Tisch zu ziehen.
Shooter von der Stange, der mit der N64-Vorlage nichts gemeinsam hat.FazitWas für eine Mogelpackung. Der Bond-Klassiker, mit dem alles begann, ist zurück – so steht es auf der Rückseite der Schachtel. Gemeint ist der legendäre Bond-Shooter vom Nintendo 64, den die Kultschmiede Rare zu verantworten hatte. Zu dumm nur, dass Activisions vermeintliches Remake weder inhaltlich noch optisch irgendwelche Gemeinsamkeiten mit dem Klassiker aufweist.
Beide erzählen die Geschichte des 1995er-Actionstreifens „James Bond: Goldeneye“ in Form eines First-Person-Ballerspiels, aber das war's dann auch schon in Sachen Schnittmenge. Das ändert sich auch nicht in der aufgebohrten HD-Fassung für Xbox 360 und PS3, die zwar besser aussieht als die Wii-Version vom letzten Jahr, aber keine nennenswerten Anpassungen mitbringt.
Natürlich kann man argumentieren, dass beide Spiele ähnliche Stellen der Handlung hervorheben oder sogar ein und dieselbe Szene rekapitulieren. Etwa die mit dem berühmten russischen Soldaten, den man auf dem Klo überrascht, die Panzerfahrt in St. Petersburg oder der Hinterhalt auf dem russischen Büstenfriedhof. Schließlich geht es auch um denselben EMP-unempfindlichen Helikopter und das namensgebende Satellitensystem, mit dem Bösewicht Alec Trevelyan die Welt in Terror stürzen will.
Christopher Walken hat es auch ins Spiel geschafft. Oder so ähnlich.Angesichts der komplett umgestalteten Spielmechanik wäre die Einstufung als Remake aber so, als würde man Brian Singers Superman als Neuverfilmung der Siebzigerjahre-Vorlage bezeichnen, bloß weil Superman in beiden Filmen empfindlich auf Kryptonit reagiert. Die Szenerie mag ähnlich erscheinen, aber bereits nach fünf Minuten Spielzeit bleibt vom Déjà-vu-Gefühl nicht einmal ein hohles Echo übrig.
Das wäre halb so wild, wenn der aktuelle Namensvetter ähnliche Qualitäten unter der Haube hätte wie Rares Kultspiel von anno dazumal. Doch wie bereits vor exakt einem Jahr in der Wii-Fassung langweilt Goldeneye Reloaded seine Käufer lieber mit Durchschnittsware von der Shooter-Stange. Waffe zücken, Hirn abschalten, durchballern. Strategie? Nicht vonnöten, denn wer sich lange genug deckt, braucht nur zu warten, bis einem die dummen Pixelsoldaten einzeln vor die Flinte latschen.
Zugegeben, die Todessehnsucht der Gegner hat im Vergleich mit der Wii-Fassung etwas nachgelassen. Sie decken sich häufiger und länger. Und doch ballert man sich als Doppelnull-Agent durch den müden Haufen wie ein Jahrmarktschütze in der Schießbude, solange sie nicht gemeinsam im Rudel angreifen. Passiert aber sowieso nur dann, wenn man sich völlig ungeschickt anstellt. An vielen Stellen scheinen die Kontrahenten sogar blind und taub zugleich zu sein, weil sie nicht einmal aus drei Metern Entfernung auf offenem Feld erkennen, wie Bond einen Kollegen hinterrücks abmurkst.
Walther PPK oder doch lieber 'ne AK47? Völlig unerheblich, denn beide sind ähnlich durchlagskräftig. Einzig die Shotgun sticht mit ihrer Vernichtungskraft heraus, leidet dafür aber an geringer Reichweite. Munitionsmangel ist ein Fremdwort und selbst das Sprengen von Vorrichtungen wird abgehandelt, als wäre es so normal wie ein Einkaufsbummel. Hier kommt man mal schleichend an der Meute vorbei, da muss man mal mit dem Smartphone Fotos schießen oder eine Rakete Zünden, damit ein bewaffneter Heli endlich Ruhe gibt, aber herausstechende Eigenschaften und Handlungsmöglichkeiten sucht man leider vergebens.
Mit dem Schalldämpfer im Schnee.Auch wenn die Ausführung solide ist, sind das Shooter-Qualitäten, die schon seit Jahren niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Wenn Goldeneye Reloaded wenigstens klassische Regeln wie vorgegebene Lebenskraft ohne Selbstgeneration pflegen würde, könnte man ja zumindest wegen des Bezugs zu Rares Shooter-Klassiker ein Auge zudrücken. So etwas hätte das Bond-Geballer sogar angenehm vom weichgespülten First-Person-Einerlei heutiger Tage abgehoben.
Stattdessen herrscht vergessenswerte Belanglosigkeit, weil Entwickler Eurocom lieber darauf besteht, den Spielablauf im endlosen Kugelhagel zu ertränken, statt einzelne Spielszenen strategisch auszudefinieren. Wie Activision auf die Schnapsidee kommt, dieses Wald-und-Wiesen-Geballer im gleichen Atemzug mit Call of Duty in die Ladenregale zu stellen, bleibt wohl ein Geheimnis der Schlipsträger aus der Chefetage.
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1. Mann sollte die Waffen (wie in fast alle anderen "Shootern") selbst auswählen dürfen, mit Scoop und etc.
2. Ein bischen mehr abwechslung. Bei dem Vorgänger war es mir persönlich zu viel unübersichtliche Ballerei. (-> liegt vlt. an der Todessucht der Gegner)
3. Sie sollten sich mal ernsthaft Gedanken um die Wii version machen.
(Am Beipsiel von COD-> man hat das Gefühl das die einfach nur ohne Sinn und Verstnad probiert haben das Spiel auf die Wii zu übernehmen...)
Naja. Ich werde noch weitere Tests lesen, aber ich denke für meine PS3 werde ich es nicht kaufen... Vlt. für meine Wii wenn es raus kommt... (um den Vergleich zum Vorgänger zu haben)
Wer zwingt euch eigentlich so dümmliche Headlines auf?
Ok ist zwar länger her seid ich den Bond-Film Goldeneye angeschaut habe aber er war doch dort nicht in einer Disko in Barcelona, oder?
Naja was soll man sonst noch sagen? Ein paar Fans haben einen Goldeneye-Multiplayer-Mod für Half Life 2 gemacht. Hoffentlich kommt der Singleplayer ebenfalls. Am besten 1:1 übernommen nur mir mit besserer Grafik. Dann können auch N64-Fans in Nostalgie schwärmen