New York im Jahre 2072. Geld ist Macht. Das Steueraufkommen bestimmt den Wert eines Bürgers. Für den Selbstmord einer Prostituierten interessiert sich niemand. Selbst wenn dahinter mehr steckt. Der Cop Jake muss sich in einer von Korruption und perversen Begierden gezeichneten Welt behaupten, um einem grausamen Verbrechen auf die Spur zu kommen.

Goin' Downtown - Release Trailer

Der depressive Polizist Jake McCorly findet auf der Straße vor seinem Apartment eine junge ohnmächtige Frau. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause und lässt sie in seinem Bett ihren Schock ausschlafen. Als er wieder aufwacht, hat sie sich aus seinem Fenster gestürzt. Warum hat sie das getan? Alles, was Jake weiß, ist ihr Name: Rose.

Goin' Downtown - Düster, schmutzig, vierdimensional: Der Sci-Fi-Thriller erweist sich als ungeschliffene Genre-Perle.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
Jake und Rose: Das Abenteuer nimmt seinen Anfang.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ausgehend von diesem tragischen Fall spinnt sich die Geschichte von Goin Downtown weiter. Jake erhält weitere Hinweise in Gesprächen mit diversen Personen, kombiniert in klassischer Adventure-Manier Gegenstände und wird gegen Ende sogar in die Zeit zurücksehen, um die Gründe für Roses Freitod zu erfahren.

Düstere Zukunft: Silver Style macht ernst

Nach ihren vorherigen Titeln „Simon the Sorcerer“ und „Everlight“, die eher witzig und verspielt daherkamen, hat Silver Style nun eine wahrlich düster-sterile Zukunftsvision entworfen. Die Welt ist kalt, schmutzig und verkommen. Der Hauptcharakter selbst ist drogenabhängig, seit seine Frau starb, und hat einen Hang zum Zynismus.

Goin Downtown ist definitiv für ein reiferes Publikum gedacht, denn auch mit Kraftausdrücken wird nicht gerade gespart - eine erfrischende Abkehr vom gewohnten Stil vieler Genrevertreter. Fans des Spiels Blade Runner aus dem Jahre 1997 dürfen sich auf eine dystopische Zukunftsszenerie freuen.

Goin' Downtown - Düster, schmutzig, vierdimensional: Der Sci-Fi-Thriller erweist sich als ungeschliffene Genre-Perle.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
Sprechblasen in den Cutscenes unterstreichen den Comiclook des Spiels.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Grafisch ist Goin Downtown ein zweischneidiges Schwert. Die Hintergründe sind durchweg schön gestaltet und tragen viel zur Atmosphäre bei. Die Charaktere selbst sehen dagegen leider recht blass und wenig detailliert aus. Dies scheint zwar von den Entwicklern so gewollt, um den Comiclook des Spiels zu unterstützen, wirkt aber doch teilweise schlicht lieblos umgesetzt.

Texturfehler bei animierten Objekten sind ebenfalls keine Seltenheit. Immerhin verfügen die Gesichter über ein ordentliches Mienenspiel, welches manches Mal auch kleinere Gefühlsnuancen durchscheinen lässt. Mit feiner detaillierten Modellen hätte hier noch mehr Atmosphäre erzeugt werden können.

Goin' Downtown - Düster, schmutzig, vierdimensional: Der Sci-Fi-Thriller erweist sich als ungeschliffene Genre-Perle.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
Mini-Games lockern das Geschehen auf.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Besonders eingängig ist die Bedienung. Ein Linksklick führt Handlungen aus, ein Rechtsklick lässt Jake Dinge genauer inspizieren, was so manches Mal Spiel entscheidende Informationen vermittelt. Mit einem Klick auf den Kompass im Inventar wechselt ihr direkt auf die Übersichtskarte, ein Doppelklick auf die gewünschte Lokalität bringt euch sofort zum Ziel eurer Reise. Lange Laufwege entfallen fast völlig.

Ebenfalls im Inventarfenster ist Jakes Notizbuch zu finden, welches die erledigten und unerledigten Aufgaben auflistet. Sehr praktisch, wenn man das Spiel ein paar Tage unterbrochen hat und nicht mehr weiß, was zu tun ist. Im Laufe des Spiels sammeln sich eine Art Chips an, mit denen neue Hinweise zu den unerledigten Aufgaben frei geschaltet werden können.

Zurück in die Zukunft

Die Rätsel im Spiel sind durchweg durch logisches Nachdenken lösbar. Selten kommt Leerlauf auf, weil ein wichtiger Gegenstand nicht gefunden werden kann. Das Spiel unterlegt auf Knopfdruck die benutzbaren Gegenstände in einem Raum mit deren Bezeichnung. Die pixelgenaue Jagd nach Kleinkram, ein Nervfaktor vieler klasssicher Adventures, wird so konsequent verhindert.

Goin' Downtown - Düster, schmutzig, vierdimensional: Der Sci-Fi-Thriller erweist sich als ungeschliffene Genre-Perle.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
Im Simulator erhält die Welt einen deutlichen Grünstich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Leider fallen die Rätsel recht unoriginell aus. Das Zukunftsetting wird selten in die Lösung der Rätsel einbezogen. Viele könnten genauso gut in einem gegenwärtigen Szenario vorkommen. Hier hat Silver Style eine Chance verpasst, die Spielwelt enger mit den Rätseln zu verspinnen. Generell merkt man über längere Strecken kaum, dass man in der Zukunft spielt. Dies muss aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein, da sich Goin Downtown weniger auf technische als auf gesellschaftlich soziale Aspekte der Spielwelt konzentriert.

Der Tag-Nacht-Wechsel, der manuell ausgelöst werden muss, wirkt sich auf die Anwesenheit verschiedener Charaktere aus. Bei Nacht steht beispielsweise niemand im Polizeilabor als Ansprechpartner zur Verfügung. In der Bar Fat Franzys hingegen ist um diese Uhrzeit deutlich mehr los als tagsüber, was wiederum ein geheimes Treffen mit einem Firmenboss ermöglicht.

Rätsel in vier Dimensionen

Gegen Ende des Spiels erhält Jake zusätzlich noch die Möglichkeit, eine Art Zeitreise in einem speziellen Simulator anzutreten. Die Umgebung ist im simulierten New York der Vergangenheit in schick verzerrten Grüntonen gehalten und flimmert beständig vor sich hin. Ein paar kleinere Rätsel, die mit dem Raum-Zeit-Kontinuum spielen stechen hier auf interessant-ungewöhnliche Weise heraus, bleiben aber leider die Ausnahme. Mit der durchaus interessanten Simulator-Idee wären deutlich mehr solcher „vierdimensionalen“ Rätsel möglich gewesen.

Goin' Downtown - Düster, schmutzig, vierdimensional: Der Sci-Fi-Thriller erweist sich als ungeschliffene Genre-Perle.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 90/951/95
Held Jake spricht mit der Stimme von Will Smith.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Beim Sound gibt es recht wenig zu bemängeln. Zwar fallen Hintergrundgeräusche eher spärlich aus, aber die Musik ist meist passend gewählt und je nach Örtlichkeit unterschiedlich. Sehr großes Lob verdient die professionelle Synchronisation. Die Stimmen der Figuren werden unter anderem von den deutschen Synchronsprechern der Stars Will Smith, Antonio Banderas und Jennifer Lopez zum Leben erweckt. Diese machen ihre Sache durchweg gut bis sehr gut und geben der Atmosphäre einen dicken Bonus. Solch professionelle Vertonungsarbeit wollen wir weiterhin in Adventures sehen!