Vergangenes Jahr hat es die PS3 nun endlich auch bis nach Deutschland geschafft. Für ihren Vorgänger, die angegraute Playstation 2, naht also langsam aber sicher der wohl verdiente Ruhestand. Und wie das so ist bei auslaufenden Konsolengenerationen, erscheinen am Schluss stets die besten Titel – so geschehen mit God of War 2 im letzten Frühsommer.

Satte 94% war uns Kratos zweites Abenteuer damals wert. Ein klares Indiz für die Qualität der rüden Metzelei. Damit die Fans bis zum geplanten dritten Teil (erscheint voraussichtlich Ende 2009) nicht zu lange warten müssen, schiebt Sony nun einen kleinen Appetitanreger nach. God of War: Chains of Olympus für die PSP zeigt, dass auch auf dem Handheld wahrhaft Großes möglich ist.

Die göttliche Tragödie

Der Strand von Attika, irgendwann in der tiefsten Antike. Tausende Perser branden in riesigen Kriegsschiffen an die Strände des griechischen Reiches, gewillt ihre finsteren Eroberungspläne mit Gewalt und Entschlossenheit durchzusetzen. Feuer lodern, Katapulte reißen gigantische Krater in die Stadtmauern – es sieht nicht gut aus für die Hafenstadt Attika. Doch von den Zisternen wirft ein muskulöser Hüne mit roten Tattoos seine beeindruckende Silhouette auf das Schlachtfeld.

God of War: Chains of Olympus - Göttlicher Spielspaß für Unterwegs: Kratos Handheld-Ausflug setzt neue technische Maßstäbe.

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Der Angriff auf Attika erinnert an den Prolog von God of War 2 auf der PS2.
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Kenner wissen schon jetzt: Kratos ist zurück. Grimmig wie immer und nicht minder gefährlich stellt er seine Kraft nach wie vor in die Dienste des Kriegsgottes Ares. Moment mal? Haben sich Kratos und Ares nicht am Ende des ersten Playstation 2-Titels gehörig in die Wolle gekriegt? Richtig. Um die Kontinuität ihrer Serie nicht zu gefährden, haben sich die Entwickler für den praktischen „Prequel-Kniff“ entschieden.

Trotzdem gibt es natürlich auch in dieser Vorgeschichte nicht wenig Gründe für Kratos, die Stirn in tiefe Wutfältchen zu legen: Helios, Gebieter des Sonnenlichts, wurde entführt, nun droht die Welt in Dunkelheit zu versinken. Fortan grummelt sich die übel gelaunte Ein-Mann-Armee von Zwischensequenz zu Zwischensequenz, in denen die seichte Hintergrundstory in spektakulären Bildern erzählt wird.

Packshot zu God of War: Chains of OlympusGod of War: Chains of OlympusErschienen für PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Prügeln für den Weltfrieden

Das war’s dann aber auch schon mit den „seichten“ Attributen in „Chains of Olympus“. Im Grunde kann man das Gameplay nämlich in drei knappen Worten zusammenfassen: Immer feste drauf. In Kurzform lässt sich das etwa so umschreiben: Ein paar fetzige Kombos hier, ein brutaler Finishing Move da abgeschmeckt mit den wildesten Kloppereien seit „Devil May Cry“ – fertig ist der adrenalingetränkte Actioncocktail.

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Kratos in Aktion: Die Chaosklingen richten verheerenden Schaden an.
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Wer schon einmal Hand an die genialen PS2-Vorgänger legen durfte, weiß denn auch, was ihn erwartet: Nach einem kurzen Intro stellt Kratos ab der ersten Spielminute seine Künste als Handlanger des Kriegsgottes unter Beweis. Und das zu Recht: Denn neben persischen Soldaten stellen sich ihm auch weit mächtigere Sagenkreaturen wie monströse Trolle, Medusen oder Skelettkrieger in den Weg.

Für solche Probleme hat Kratos stets seine Chaosklingen am Mann: Auf Tastendruck schwirren die scharfen Messer wild durch die Luft, dreimaliges Betätigen einer Taste schaltet eine Komboattacke frei. Tumbes Drauflosmetzeln sollte man aber tunlichst vermeiden: Viele Gegner haben ganz bestimmte Schwachpunkte, die man nur mit gut getimten Angriffen ausnutzen kann.

Fummeln auf Knopfdruck

Liegt das fiese Monsterpack erstmal im Staub, hinterlassen diese meist farbige Orbs. Die nützlichen Energiekugeln sind dabei essenziell für Kratos: Grüne und weiße Orbs füllen seine Lebensenergie und den Magiehaushalt wieder auf. Mit roten Orbs dürft ihr hingegen eure Waffen und Fertigkeiten ausbauen: So schlagen die Chaosklingen noch härter zu oder gewähren deutlich stärkere Kombos.

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Besonders spektakulär: Die riesigen Bossgegner, denen nur mit Quick Time-Events zu Leibe berückt werden kann.
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Im Laufe des Göttergemetzels bleibt es jedoch nicht bei den Standardwaffen. Nach Bosskämpfen findet ihr meist magische Artefakte, die euch noch mehr Durchschlagskraft gewähren. Beschwört ihr etwa den Feuerdämon Efreet, vergehen eure Widersacher in einer spektakulären Massenexplosion. Mit Zeus’ Panzerhandschuh mutiert Kratos sogar zur ultimativen Prügelmaschine.

Großes Kino für Sonys Kleinste: Kratos mischt in technisch brillantem Gewand die PSP auf.Fazit lesen

Als absolutes Highlight darf man wohl ruhigen Gewissens erneut die perfekt inszenierten Bosskämpfe bezeichnen. Zu Beginn muss sich Kratos etwa gegen einen haushohen Basilisken erwehren, gegen Ende darf es dann sogar ein gigantischer Titan sein. Wie in den Vorgängern müsst ihr während dieser Kämpfe kleine „Quick-Time-Events“ bestehen und im richtigen Moment die passende Taste drücken.

Das ist meist leichter gesagt als getan: Gerade einmal eine Sekunde bleibt, um die entsprechende Aktion auszuführen. Gelingt euch dies, wird eine automatisch ablaufende Kampfsequenz ausgelöst. Übrigens benötigt Kratos diese Form des „Nahkampfes“ in anderen Situationen: Gleich zu Beginn trefft ihr auf zwei barbusige Schönheiten, die euch für euren Heldenmut „belohnen“ möchten. Nur wer da die richtigen Tasten auslöst, kann die jungen Hüpfer auch gekonnt befriedigen.

High Definition für Unterwegs

Wer sich an dieser Stelle bereits einen Termin beim Orthopäden besorgen möchte, kann sich beruhigen. „Chains of Olympus“ setzt den Fokus zwar auf perfekt choreografierte Daueraction, hat aber auch seine ruhigen Momente. Etwa wenn ihr eines der zahlreichen Rätsel lösen müsst. Das sind zwar oftmals wenig anspruchsvolle Schalterrätsel, eine willkommene Abwechslung sind sie aber allemal.

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Mit Blut wird nicht gespart in der PSP-Version. Dafür gab's "Keine Jugendfreigabe".
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Auch abseits dessen schwingt „Chains of Olympus“ gewaltig mit der Spielspaßkeule: Das Leveldesign ist stets abwechslungsreich, die perfekt gesetzten Kampfsequenzen machen aufgrund der eingängigen und durchdachten Steuerung einen Heidenspaß und die kinoreife Inszenierung übertrifft so ziemlich alles, was man bisher auf Sonys Handheld bestaunen durfte.

„God of War: Chains of Olympus“ nutzt als erster PSP-Titel die vollen 333 MhZ Taktfrequenz der kleinen Schwarzen – und das sieht man. Denn das Effektgewitter, das Kratos auf der PSP abbrennt, sieht geradezu unverschämt gut aus: Gestochen scharfe Texturen, Überblendeffekte, tolle Charaktermodelle, geschmeidige Animationen – grafisch setzt Kratos’ Handheld Ausflug neue Maßstäbe.

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Grafisch stellt Chains of Olympus alles bisherige auf der PSP in den Schatten.
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Auch die erstklassige Sounduntermalung soll an dieser Stelle nicht ungelobt bleiben: Der bombastische Soundtrack könnte direkt dem Kinoschlager „300“ entliehen sein, die Kampfgeräuschen tönen stets glasklar aus den Miniboxen der PSP. Besonders begeistert hat uns jedoch die deutsche Synchronisation der Sprachausgabe. Für Kratos konnte z.B. erneut der markante Sprecher der PS2-Vorlage gewonnen werden.