Im Kampf gegen Götter und ihre mächtigeren Helfer kommen die mehrstufigen Quicktime-Events zum Einsatz, die meisterhaft gestaltet sind. Mit nahezu spielerischer Leichtigkeit erwehrt sich Kratos dann beispielsweise der Angriffe von Titanen, die ihn wie eine Laus zerdrücken wollen, widersteht der Kraft eines Herkules oder den todbringenden Klauen des Hades. Die Einblendung der Buttons ist jedoch deutlich besser gelöst als noch beim Vorgänger, wo die Symbole direkt ins Spielgeschehen eingebaut waren. In God of War 3 erscheinen die Zeichen (die ja Äquivalente der Buttons auf dem Gamepad sind) am Bildschirmrand.
Klasse Neuerungen und doch all das, was God of War so gut macht.Auf diese Weise ist es möglich selbst mit dem peripheren Sehen die richtigen Tasten zu betätigen, ohne den Blick vom Zentrum der prächtigen Action-Inszenierung abwenden zu müssen - Klasse! Besonders intensiv und bedrückend wirken Szenen, in denen Kratos seinen Gegenüber praktisch totschlägt und dies aus der Ego-Perspektive des Opfers gezeigt wird. Ist der Gewaltgrad von God of War 3 an sich schon oft hart an der Grenze des Zumutbaren, gehen die Macher hier noch einen Schritt weiter. Es ist fraglich, ob es dieser fast schon obszönen Gewaltdarstellung bedarf.
Ähnlich wie bei den Quicktime-Events hielt sich das Entwickler-Team auch beim generellen Kampfablauf an den gewohnten Strickmustern fest, bohrte diese jedoch ein Stück weit auf und führte Neuerungen behutsam ein. Eine spielerische Revolution bleibt damit zwar aus, aber an der fast perfekten Spielbarkeit des Vorgängers konnte ohnehin kaum noch etwas verbessert werden. Kratos reagiert ohne Verzögerungen auf alle Eingaben, bewegt sich formvollendet und mit flüssigen Animationen über die mythologische Schlachtplatte und bekommt auch bei komplizierteren Plattformaufgaben keine Gummiknie.
Kratos darf zu recht stolz sein: Das perfekte Ende einer fantastischen Spielreihe.Neu sind z. B. Details wie ein Greifmanöver, mit dem der rachsüchtige Spartaner Feinde wie einen Schild vor sich herschiebt und auf diese Weise umherstehende Kontrahenten ausschaltet, die Möglichkeit einen Zyklopen zu besteigen und die Kontrolle über ihn zu übernehmen oder sich Harpyien zu angeln und mit ihrer unfreiwilligen Unterstützung kilometertiefe Abgründe und Fallen zu überwinden. Neuheiten wie diese wurden vortrefflich in die bisherige Spielstruktur integriert, ohne das Handling des Protagonisten auch nur im Geringsten zu überfrachten.
Und wenn sich die Trilogie dann nach einem wahren Höllenritt mit einem dramatischen Finale gen Ende neigt (keine Angst - es erwartet euch kein Cliffhanger!), zieht God of War 3 nochmals alle inszenatorischen Register und bereitet der Actionreihe mit einem spielbaren und denkwürdigen Epilog einen absolut würdigen Abschluss. Packender und dramatischer kann selbst Homer in seinen Epen kaum gewesen sein. Ein fürwahr denkwürdiger Moment der Videospielgeschichte!
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