Autor: Nedzad Hurabasic

Wenn ihr in den letzten Monaten nicht völlig hinterm Mond gelebt habt, dann wisst ihr sicher bereits, dass 2007 mit God of War 2 die Fortsetzung eines der besten PS2-Spiele aller Zeiten auf den Markt kommt. God of War erschien damals nicht in Deutschland, weil es aufgrund seiner brutal-blutigen Action von Sony hierzulande lieber unter Verschluss gehalten wurde.

Auf der Games Convention hatten wir nun erstmals die Möglichkeit, den Nachfolger aus nächster Nähe zu erleben. Der kommt auch erneut exklusiv für PS2. Nix PlayStation 3, schminkt euch das ab!

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Auch das Dasein als Gott kann unerfüllt sein. Diese Erfahrung macht jedenfalls Titelheld Kratos im Olymp, wo er von seinen Kollegen nicht so recht anerkannt wird. Was macht der ABM-Gott, wenn ihm langweilig ist? Richtig, er sucht sich einen 1 Euro-Job. Unsereins geht Müll sammeln, Kratos geht etwas gewagteren "Hobbies" nach.

So lässt er sich auf neue Mission ein, die als Ziel hat, das Schicksal zu verändern. Sein Schicksal. Natürlich hat das zuvor noch kein anderer geschafft - weder Sterblicher noch Gott. Kratos, der frischgebackene Gott des Kampfes, hat gerade erst Ares vom Sockel gestoßen und lässt sich von solch hohlen Sprüchen natürlich nicht von dem "kleinen" Abenteuer abhalten. Soweit zur Vorgeschichte. Schon nach wenigen Sekunden der Präsentation sind zwei Dinge klar. Erstens: An der grundlegenden Spielmechanik hat sich nichts geändert. Nach wie vor schnetzeln wir uns durch Massen von Gegnern. Erbarmungslos. Schonungslos. Ohne Reue.

God of War 2 - Der vielleicht beste PS2-Titel aller Zeiten bekommt eine Fortsetzung. Wir haben uns im Blut gesuhlt.

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Das Blut spritzt, die Genicke knacken und der Gamer ist zufrieden. Allerdings - zweitens - ist die Demo nicht neu. Wir bekommen eine aufgewärmte Präsentation zu sehen, die auch schon auf der E3 im Mai aufgetischt wurde. Wenigstens ein neuer Level hätte es sein können. Nun gut. Nach wie vor metzelt sich Kratos mit seinen Doppelklingen durch alte und auch einige altbekannte Feinde.

Packshot zu God of War 2God of War 2Erschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Einer der Hauptunterschiede zum Erstling: Magieangriffe können nun auch mitten in der Bewegung angewendet werden. Damit erhöht sich die "taktische" Varianz der Attacken, so die Entwickler während der Präsentation. Doch mal ehrlich, vom reinen Button-Masher wird sich God of War 2 genau so wenig wegbewegen, wie Donald Duck von Entenhausen. Aber genau dafür lieben wir dieses Spiel. Immer mitten in die Fresse rein, sozusagen.

Außerdem wurde die Zugänglichkeit der Waffen verbessert. Nun sollen sie noch schneller in die flinken Hände des Kampfgottes gleiten, quasi intuitiv. Worauf großer Wert gelegt wird, ist die Feststellung, dass das Spielsystem einfacher und zugleich zugänglicher geworden ist. Auf Deutsch: die Zielgruppe wird erweitert, weil es jetzt jeder Idiot spielen kann. So brutal Teil eins war, so schwer war er teilweise auch. Die Brutalität wird uns erhalten bleiben, dafür wird der Schwierigkeitsgrad etwas zurückgenommen. Es gibt Schlimmeres.

Unverändert bleibt aber die Mischung aus Brutalo-Action sowie Rätsel-und Puzzleanteilen. Wo die Tötungsmaschine auf zwei Beinen mit Gewalt allein nicht weiter kommt, müssen wir zur Abwechslung mal die Rübe einsetzen. Auch wenns schwer fällt. So werden jede Menge Umwelt- und Interaktionsrätsel gelöst, indem beispielsweise Schalter mit Leichen beschwert werden. Möglich wird das unter anderem dadurch, dass sich in GoW2 Gegenstände aufheben lassen. Die Leichen müssen wir uns aber erst beschaffen. Wer jetzt fragt wie, kriegt eine gepfeffert. Oder wir verschieben Plattformen, indem Gewichte herangeschleppt werden. Dass auch die nicht problemlos beschafft werden können, leuchtet wohl jedem ein. Oft genug müssen auch Hindernisse überwunden werden, während wir attackiert werden.

Die Animationen sollen sich im Vergleich zu GoW nochmals verbessert haben, auf dem kleinen Präsentationsbildschirm war das aber nicht wirklich zu erkennen. Glauben wir's mal. Gut sieht es auf jeden Fall aus, wie Kratos durch die Reihen der Feinde rauscht und mit sehenswerten Komboangriffen auch die größten Gegner dahinmeuchelt. Riesige Zyklopen zum Beispiel, denen am Ende das Auge herausgerissen wird.

Neu ist die Fähigkeit, sich in bestimmten Situationen in Indiana Jones-Manier von einem Punkt zum anderen zu schwingen. Auf diese Weise werden unüberwindbare Passagen nun zum Kinderspiel. Übergangslose Übergänge zwischen Metzel-Action und Cutszenen (InGame-Engine) sollen den Spieler bei der Stange halten und außerdem die Story weitererzählen. Mit Kamerafahrten wird im typischen GoW-Stil angezeigt, was unser Held als Nächstes anstellen muss, um voranzukommen. Auf diese Weise kommt das Spiel ohne Maps aus, der Spielfluss bleibt so ständig erhalten.

Das wirkt nicht nur rasant, sondern ist es auch. Ultimativ führt aber jeder Weg zum nächsten Bossgegner. Auch wenn eine genaue Zahl nicht genannt wird, so sollen es natürlich (natürlich!) mehr sein als beim Vorgänger.

God of War 2 - Der vielleicht beste PS2-Titel aller Zeiten bekommt eine Fortsetzung. Wir haben uns im Blut gesuhlt.

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Ausblick
Bei God of War 2 wird es nicht um die gotteslästerliche Frage gehen, ob das Spiel gut oder schlecht ist. Natürlich wird es gut. Die Frage ist: Wird es (noch) besser - kann es den tollen Vorgänger toppen?

Wenn der Eindruck nicht täuscht, dann sagen wir: Daumen hoch! Der Grund: Noch mehr Abwechslung, mehr Rätsel, mehr Action. Das alles mit noch zugänglicherem Spielsystem. Was soll man da noch falsch machen können? Aber bitte liebe Entwickler: GoW3 will ich dann auf der PS3 spielen, OK?