"Schöne Ansätze beim Kampf- und Waffensystem, die aber vom niedrigen Schwierigkeitsgrad und der Abwechslungsarmut überschattet werden." - Huy Vu

Im Großen und Ganzen lassen sich die Kritikpunkte von God Eater 2: Rage Burst auf ein Kernproblem reduzieren: Es spielt sich kinderleicht. Damit hat weder die flexible Steuerung noch die steigerbare Stärke eurer Waffen oder der NPC-Kameraden zu tun. Diese kommen der Dynamik während der Mission durchaus zugute und sind daher zu begrüßen. Der Knackpunkt sind die Missionsinhalte, die allesamt sehr abwechslungsarm ausfallen. Besonders aus den verschiedenen Monstern hätte sich mehr machen lassen. Einige der hartnäckigeren Biester wechseln gelegentlich zwischen ihren zwei Angriffsmustern, ansonsten läuft jede Auseinandersetzung aber viel zu monoton ab.

Mehr als ein auf Monsterjagd fokussiertes Action-Rollenspiel im Stile eines Monster Hunters will God Eater 2: Rage Burst nicht sein und es hätte nicht mal viel bedurft, um dem gesamten Spielkonzept den nötigen Pepp zu geben. Das Waffen- und Rüstungssystem mit allen Skill- und Crafting-Variationen weist weitaus mehr taktisches Potenzial auf als der große Rest. Schade drum, denn wenn die Entwickler vielleicht nur ein wenig mehr an der künstlichen Intelligenz der Gegner sowie der stärkeren Einbindung der starren Umgebung gearbeitet hätten, würde sich in Kombination mit der Waffen- und Skillauswahl schon wesentlich mehr Tiefe ergeben. Vor allem in Verbindung mit dem Mehrspielermodus hätte sich dank des an sich recht gelungenen Kampfsystems eine schöne Vorzeigealternative zum großen Vorbild Monster Hunter ergeben. So ist es weder Fisch noch Fleisch.

God Eater Rage Burst 2 ist für PlayStation Vita und PS4 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Missionen mit guten Kampftechniken schnell absolvierbar
  • Personenskills für mehr taktische Varianz bei verschiedenen Missionsteams
  • Individuelle Blood Arts laden zum Experimentieren und Verbessern alter Waffen ein
  • Massig kombinierbare Waffen- und Passivskills
  • Craftingvielfalt (Skills, Waffen, Schilde, Klamotten, Munition)
  • Große Ausrüstungsvarianz mit sieben Nahkampf- und vier Distanzwaffentypen

Contra

  • Teilweise fragwürdige Lokalisation und gewöhnungsbedürftiger Sprachausgabe
  • Zu leichter Schwierigkeitsgrad
  • Sehr repetitive Missionsinhalte, Monster und Level
  • Farblose, klischeebehaftete Charaktere mit Fremdschämfaktor
  • Sperrige Tutorial- und Glossareinträge
  • Austauschbare Geschichte

Grafik

Wie ein Großteil der japanischen Action-Rollenspiele muss sich auch dieser Titel die Kritik gefallen lassen, optisch wie aus der vorigen Konsolengeneration daherzukommen – was allerdings auch daran liegen mag, dass es sich hierbei um eine Erweiterung einer älteren PS-Vita-Fassung handelt. Die Mimik und Gestik der 3D-Modelle wirkt starr und die Umgebungen haben mehr von einer lieblosen Kampfarena als einer verwahrlosten Endzeitwelt. Sobald ihr jedenfalls glaubt, während euer Rundgänge in den zerstörten Ruinen ein interessantes Fleckchen in greifbarer Entfernung entdeckt zu haben – sei es ein Ufer am anderen Ende des flachen Gewässers, ein großes Fabrikgebäude oder andersartig ausschauendes Gewächs – stoßt ihr sehr schnell an unsichtbare Abgrenzungen.

Sound

Teilweise etwas aufgesetzt, aber zumindest kann man nicht behaupten, dass Go Shiinas chorlastiger Soundtrack von der gleichklingenden, dudeligen Plätschersorte ist. Vereinzelt bietet die Musikauswahl einige sehr kraftvolle Stücke, die auch in Dauerschleife gut anzuhören sind, ohne die es um die Monotonie vieler Kämpfe wohl noch schlimmer bestellt wäre.

Gameplay

Sofern ihr das Prinzip hinter den Monster-Hunter-Spielen kennt, dürfte euch die Missionsauswahl samt Jagdablauf hier sehr vertraut vorkommen. Die Steuerung lässt sich beliebig anpassen und funktioniert ohnehin so, wie sie soll. Genauso angenehm fällt auch der schnelle Wechsel zwischen Primär- und Sekundärwaffen sowie dem Schutzschild aus, der erst bei besonders schweren Monstergegnern wirklich Nutzen erfährt. Der überwiegende Mob lässt sich nämlich schon mit einigen gezielten Aufladeangriffen erledigen und bietet daher für die vielseitigen Aktionen kaum Spielraum. Das Team-Management beschränkt sich nahezu ausschließlich auf Unterstützungsskills und die Wahl der Missionsteilnehmer.

Multiplayer

Wer mit einer ausgewogenen Gruppe unterwegs ist und mit einem besonders starken Monster konfrontiert wird, kann sich durchaus gefordert und unterhalten fühlen. Dank Link-Specials und Unterstützungsskills bietet der Gruppenkampf mit mehreren Spielern eine durchaus taktische Note, die aber angesichts der sehr kurzen, nicht allzu kniffligen Missionen kaum wirklich zur Geltung kommt.