GC-Berichterstattung Special: Giga goes to the Stars
von Jörg Pitschmann

Abgeschaltet - und aufgeschaltet. Nun ist es endlich raus: die TV-Spieleprofis von NBC Giga haben einen neuen Partner fürs Leben gefunden. Mit ASTRA wurde dabei eine Firma ins Boot geholt, mit der man gemeinschaftlich völlig neue

Wege des Fernseherlebens beschreiten möchte. Was das im einzelnen für den von bangen Ängsten geschüttelten Fan der täglichen Gamesshow bedeutet, soll im folgenden erläutert werden.

Per Astra ad Astram
Giga Games greift nach den Sternen und verliert dabei den Bodenkontakt. So könnte man es gemeinerweise formulieren, was der sensationsheischenden Journaille auf einer Pressekonferenz am Eröffnungstag kolportiert wurde. Allerdings kann man es auch weitaus neutraler auf den Punkt bringen. Denn nachdem in der Szene in den letzten Monaten jede Menge Gerüchte bezüglich einer Abschaltung von Giga Games die Runde machten, ließen die Macher und ihre neuen Kooperationspartner von ASTRA endlich die Katze aus dem Sack. Die größte Neuerung, die uns erwartet, kann dabei auf einen Satz gebracht werden: ab dem 29.09. wird Giga Games, das wochentäglich ein zweistündiges Format ausgestrahlt hat, nur noch über ASTRA Digital zu empfangen sein. Damit wird es das erste IP-basierte TV-Programm sein. Die anderen Giga-Formate werden im Laufe der nächsten Monate nach und nach ebenfalls auf den Satelliten geschaltet und verabschieden sich größenteils vom terrestrischen Fernsehen. Für alle Fans ohne einen ASTRA-Satellitenanschluß heißt es

damit unwiderruflich Abschied nehmen von Simon Krätschmer & Co., denn wer DVBT oder Kabel hat, schaut künftig in die Röhre.

Doch von Wehmut oder Sentimentalität war auf der gemeinsamen Präsentation während der Pressekonferenz nichts zu spüren. Stefan Borg, seines Zeichens verantwortlicher Programmchef der Games-Show, stellte die Vorzüge der neuen Technik in leuchtenden Farben dar. Die Macher versprechen sich von der jetzt erfolgreich geschlossenen Kooperation viele Impulse für den Beginn eines echten interaktiven Fernsehens. So können künftig die Nutzer beispielsweise zwischen verschiedenen Kameraeinstellungen wählen oder auch jene Bereiche - PC, Konsole, Maxx - beobachten, die gerade nicht on air sind. Verschiedene einblendbare Fenster geben überdies die Möglichkeit, parallel zur Sendung Zusatzinhalte anzubieten. Auf diese Weise, so Borg, entscheide künftig der Zuschauer weitaus stärker, was er während der Sendung sehen wolle. Auch eine direktere Einbindung der Zockergemeinde in das Geschehen

GIGA - GIGA goes to the Stars

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im Studio soll so ermöglicht werden.

Interaktiv oder intern aktiv?
Die Giga-Jungs und Mädels sehen sich damit zum zweiten Mal als Speerspitze einer neuen Form des Fernsehens, weg vom konsumierenden Couch-Potatoe hin zum aktiv eingreifenden Zuschauer. Denn schon in der Anfangszeit von Giga war man bestrebt, durch die weitgehende Einbeziehung des Internets in die jeweiligen Sendeformate die Fernsehzuschauer verstärkt mit Onlineangeboten zu versorgen und sah sich damit ebenfalls in einer Vorreiterrolle. Was damals von vielen schon gerne als »interaktives Fernsehen« bezeichnet wurde, war jedoch eher eine parallele, aber getrennte Präsentation

von Fernseh- und Internetinhalten. Im Laufe der letzten Jahre gewann der Begriff aber zunehmend eine komplexere Bedeutung. Da sich mittlerweile auch die Technik rapide weiterentwickelt hat, bietet das digitale Fernsehen fraglos neue Möglichkeiten echter Interaktivität. Diesem Umstand, nämlich einem stärkeren Ineinandergreifen der beiden Medien, möchte man deshalb künftig gerecht werden. Daher, so die Macher, habe man sich entschieden, den Weg alles Digitalen zu gehen und das Format somit konsequent dem Fernsehen der Zukunft anzupassen.

Ob sich allerdings Giga Games künftig noch am Markt behaupten kann oder der zunächst nicht zu vermeidende Verlust weiter Zuschauerkreise über kurz oder lang doch das Ende der Ära Game-TV bedeuten wird, vermag derzeit freilich noch niemand zu sagen. Sicher erscheint aber, daß die massive Umgestaltung der Sendeformate nicht folgenlos bleiben wird. Denn immerhin ist das digitale Satellitenfernsehen derzeit noch nicht übermäßig verbreitet; ob es den Sprung in den Massenmarktje schaffen wird, vermag wohl niemand zu sagen. Bei Giga ist man freilich von der Zukunftsträchtigkeit des Projektes überzeugt und setzt voll auf das IP-basierte Satellitenprogramm.

Kleiner Trost für alle, die dabei außen vor bleiben: Die Show wird weiterhin, wie bislang üblich, parallel zur Ausstrahlung als Live-Stream on demand angeboten. Doch dies widerspricht zweifellos den Sehgewohnheiten der meisten Zuschauer, die Giga Games vermutlich lieber auf einer großen Mattscheibe konsumieren als in einem winzigen Browserfenster ihres PCs.

Wird also Giga Games Fernsehen künftig nur noch für wenige Auserwählte machen? Simon Krätschmer, seines Zeichens Anchorman der Show, gibt sich zuversichtlich und sieht in der neuen Form eine vielversprechende Perspektive für die Show. Außerdem hofft er, daß sie eines Tages zurück auf die terrestrische Mattscheibe kommen wird. »Spielen geht immer« lautet der hoffnungsfrohe Slogan der runderneuerten Show.

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Bleibt nur zu hoffen, daß daraus nicht ein »Fernsehen geht nimmer« wird. Viel Glück, Giga Games!