Ghost Recon 2 - Summit Strike (Xbox-Test)
von Jan Keitsch

Neun Monate nach dem Erfolg von "Ghost Recon 2" kehrt Ubi Soft mit dem Add-On "Ghost Recon 2 - Summit Strike" (läuft auch ohne "Ghost Recon 2") in die Krisengebiete dieser Welt zurück!

Der aktuelle Einsatz führt die Ghosts nach Kasachstan, das Sie aus der Gewalt eines pakistanischen Top-Terroristen befreien müssen. Doch auf dem Weg zu Freiheit und Gerechtigkeit begegnen Ihnen in gewohnter Tom Clancy-Manier ganze Armeen gegnerischer Soldaten! Ob Sie im neusten Sprössling des Clancy-Universums

also packende Action oder nur aufgewärmte Kriegsklischees erleben, verrät unser ausführlicher Testbericht!

Die Welt am Abgrund
Trotz aller Verehrung von Tom Clancy fällt es schwer zu leugnen, dass seine Geschichten fast immer ähnlich aufgebaut sind. Auch in "Ghost Recon 2 - Summit Strike" bediente man sich bewährter Konzepte und wich nicht vom Stil des Kult-Autors ab. Dass dieser Weg nicht unbedingt schlecht ist, beweisen fast unzählige gelungene Adaptionen seiner Werke. Auch "Summit Strike" überzeugt mit einer zwar simplen - aber nicht minder mitreißenden - Story.

Dem pakistanischen Terroristen Aamir Rahil gelang ein Anschlag auf den kasachischen Präsidenten. Nach dem Tod des Präsidenten stürzt das Land ins Chaos. Während die Mehrzahl der Menschen loyal um den Tod des Regierungschefs trauert, laufen einige Bürger zu Rahils Terrorgruppe über. Mithilfe seiner mächtigen Organisation will Aamir Rahil nun die Kontrolle über

das geschwächte Land gewinnen. An der Seite der Vereinten Nationen kämpfen die Ghosts nun für die Freiheit und Sicherheit Kasachstans. Doch diese Ziele sind nur zu erreichen, wenn Rahils Armeen endgültig besiegt werden!

In elf abwechslungsreichen Einzelspielermissionen erleben Sie die packende Story um Aamir Rahil. Verbunden werden die einzelnen Missionen mit atmosphärischen Zwischensequenzen und Briefings. Hier haben die Entwickler von Red Storm Entertainment tolle Arbeit geleistet. Die Geschichte wird filmreif präsentiert, sodass man zu jedem Zeitpunkt im Spiel das Gefühl hat, die packende Story fortzuführen. Während die Hintergrundgeschichte in vielen anderen Shootern oft nur ein Alibi für riesige Ballerorgien darstellt, bilden Geschichte und Gameplay wie in den Vorgängern auch in "Summit Strike" eine Symbiose.

Das Gameplay - Top oder Flop?
In der Kampagne ist der Spieler entweder alleine, oder an der Seite von drei Kameraden unterwegs.
Im Vierer-Team offenbart der Titel eine der Stärken der "Ghost Recon"-Reihe. Das Zusammenspiel zwischen dem Spieler und den CPU-Kameraden klappt sehr gut und lässt sich taktisch einsetzen. Durch simple Befehle lässt sich das Verhalten der Kollegen verändern, sodass diese Ihnen nicht im Wege stehen, sondern wichtige Ziele erfüllen.

Die KI wurde außerdem nochmals verbessert. Missinterpretationen Ihrer Befehle kommen nur noch sehr selten vor, wodurch das Teamplay viel mehr Spaß macht als in den Vorgängern. Zwar kommt es manchmal noch immer zu KI-Aussetzern, diese Fehler fallen allerdings kaum negativ ins Gewicht.

Doch nicht nur die Kameraden, auch die Gegner verhalten sich sehr intelligent. Sie verstecken sich hinter Gegenständen, schleichen sich an und schlagen hinterhältig zu. Während man im Schwierigkeitsgrad "Normal" als Einsteiger aber trotzdem noch gute Überlebenschancen hat, bestehen im schweren Modus nur Veteranen.

Auf einen leichten Schwierigkeitsgrad wurde gänzlich verzichtet, Neueinsteiger werden also wohl regelmäßig auf die Quicksave-Funktion zurückgreifen müssen. Dank gelungener Steuerung und nachvollziehbarer KI finden sich aber auch Genre-Neulinge nach einigen Stunden zurecht. Wer jedoch nur einen anspruchslosen Shooter für zwischendurch sucht, der ist hier an der falschen Adresse.

Der spielerische Anspruch des Spiels zeigt sich auch in der Missionsgestaltung. Während andere Shooter fast immer völlig linear verlaufen, bietet Ihnen "Ghost Recon 2 - Summit Strike" innerhalb der Missionen zahlreiche Freiheiten.

Ein Einsatz besteht immer aus mehreren Teilabschnitten. In welcher Weise und Reihenfolge Sie diese Aufgaben erledigen, bleibt Ihre Entscheidung. Basierend auf Ihren Entscheidungen entwickelt sich die Mission so vielleicht zu einem offenen Kampf oder zu einem strategischen Hinterhalt.

Ghost Recon 2 - Summit Strike - ... zurück im Kampf für Gerechtigkeit!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 8/101/10
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Kampagne, Missionen & Mehrspieler-Modi - Add-On oder doch ein Nachfolger?

Neben der Kampagne bietet das Add-On zu "Ghost Recon 2" zahlreiche weitere Modi für Einzelspieler und gesellige Kameraden. Wer also nach der Kampagne einzelne Karten unter anderen Voraussetzungen nochmals besuchen möchte, der kann sich bei den Schnellmissionen umsehen. Wirklich interessant wird es aber erst im Multiplayer. Hier hat Ubi Soft nicht gespart und ermöglicht Multiplayerspaß per Splitscreen (mit 2-4 Spielern), System-Link (2-10 Spieler) oder Xbox Live.Austoben kann sich der Spieler auf insgesamt 24 Karten (einige davon stammen aus den Vorgängern) in ebenfalls 24 Spielvariationen.

Packshot zu Ghost Recon 2 - Summit StrikeGhost Recon 2 - Summit StrikeErschienen für XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Neben klassischen Spielmodi wie Deathmatch und Last Man Standing bietet der Titel auch eine Jagd auf Helikopter und die Absolvierung der Kampagne im Kooperationsmodus. Zwar überzeugt die KI der CPU-Mitstreiter, reale Kameraden können aber auch sie nicht ersetzen.

Der Umfang des Titels ist also mal wieder enorm und steht "Ghost Recon 2" in fast nichts nach. Zwar ist die Kampagne etwas kürzer ausgefallen, aber mit 15-20 Stunden bietet auch sie nicht weniger als zahlreiche Vollpreistitel. "Ghost Recon 2 - Summit Strike" ist aber bereits für knapp 30 Euro zu haben und bietet damit eine sehr gute Alternative zu anderen aktuellen Xbox-Spielen, die etwa das Doppelte kosten. Lediglich die alte Engine und die kaum überarbeitete Grafik demonstrieren, dass es sich nicht um einen vollwertigen Nachfolger handelt.Dieser befindet sich zwar auch in Entwicklung, erscheint aber erst für die Xbox 360.

Grafik & Sound
Als Add-On ohne neue Engine bietet "Ghost Recon 2 - Summit Strike" kaum grafische Überraschungen. Allerdings ist das auch nicht nötig, schließlich sah schon der Vorgänger sehr gut aus.

Dank kleinerer grafischer Verbesserungen wirkt das Spiel trotz angestaubter Engine noch zeitgemäß und demonstriert eindrucksvoll, dass die Xbox trotz hohen Alters und nahendem Nachfolger noch eine Menge zu bieten hat. Mit aktuellen PC-Referenzen kann die Grafik zwar nicht mithalten, auf der Xbox gibt es aber nur wenige Shooter, die "Ghost Recon 2 - Summit Strike" das Wasser reichen können. Erstmals in der Geschichte von "Ghost Recon" wurde auch Schnee integriert, der wunderbar umgesetzt wurde. Vergisst man kurz die Thematik des Spiels, dann kommt schon fast Weihnachtsflair auf.

Ghost Recon 2 - Summit Strike - ... zurück im Kampf für Gerechtigkeit!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 8/101/10
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die tolle Grafik lässt sich leider jedoch nicht ganz ohne Einschränkungen genießen. Gelegentlich kommt es zu Einbrüchen der Framerate, was den Spielverlauf aber nur geringfügig stört. Meistens läuft das Spiel völlig flüssig. Ein weiteres Manko sind die Animationen der Soldaten. Während andere Shooter in den letzten Jahren mit lebensechten Animationen überzeugen konnten (Half-Life 2, Halo 2), wirken die Bewegungen in Ghost Recon noch immer hölzern und unrealistisch.

Beim Sound gibt es dagegen nichts zu meckern. Hier haben die Entwickler in allen Belangen gute Arbeit geleistet. Die Musik, die (deutschen) Synchronsprecher und die Umgebungsgeräusche lassen keine Wünsche offen. Besonders Besitzer einer Dolby Digital 5.1-Anlage werden am Sound ihre helle Freude haben.

Die Musik sorgt für stimmungsvolle Atmosphäre, die Synchronsprecher wirken auch in der deutschen Übersetzung authentisch und die Umgebungs - und Waffengeräusche sind beängstigend realistisch. Wer also ein schwaches Herz hat, der sollte sich besser mehrfach überlegen, ob er den Verstärker aufdrehen soll.