Kann Ghost Pirates of Vooju Island denn nun wenigstens im Kern überzeugen, sind die Rätsel gelungen? Auch hier müssen wir enttäuschen, denn teils klaffen große Logiklücken in den verzweigten Knobeleien. Glücklicherweise können wir stets unsere beiden Partner nach Gegenständen befragen, so kommen wir teils schnell an die ein oder andere Lösung, auf die wir allein nie gekommen wären. Teilweise führen uns diese Informationen aber auch in die völlig falsche Richtung, so dass uns nichts anderes bleibt, als wild Objekte miteinander zu kombinieren und auszuprobieren.
Auch Geisterpiraten haben ein volles Inventar, wenn auch nur aus gemerkten Gegenständen.Mit einer Feile die Böden zweier Glasflaschen abzusägen, um sie anschließend an beide Enden eines Bambusrohres zu stecken, damit wir ein Fernglas erhalten, mag zwar abstrus sein, ist aber innerhalb der Spiellogik noch einigermaßen nachvollziehbar. Warum wir aber eine Feder von einem Glasfetisch durch Bewurf mit einer Säureflasche entfernen sollen, nachdem uns ausdrücklich gesagt wurde, vorsichtig zu sein, ist – und das ist das Traurige – das eigentliche Rätsel, dessen Antwort wohl nur Bill Tiller selbst kennt.
Diese beiden Beispiele stammen noch vom Beginn des Spiels, später werden die Rätsel zwar komplexer, aber nicht sinnvoller und somit zu frustrierenden Klickorgien. Die Spitze auf dem Eisberg bildet die Tatsache, dass wir die Kommentare bei einem Fehlversuch nicht überspringen können, wir müssen also jedes mal warten, wenn unser Charakter uns mitteilt "Nein, das geht nicht, aber eine schöne Idee!" oder "Ich habe jetzt noch keinen Grund dazu!"
Das "Kombiniere Gegenstand X mit Objekt Y"-Spielprinzip wird an einigen Stellen mit speziellen Knobeleinlagen aufgelockert, die an Minispiele erinnern. So müssen wir etwa mit einer Leiche Gesten vollführen, die durch Bilder repräsentiert werden, um einem Gefängnisinsassen Informationen zu entlocken. Mehrmals hintereinander wählen wir ein Bild, nur die richtige Kombination führt uns zum Ziel. Zwar bringen diese Mini-Rätsel Abwechslung ins Spiel, arten aber ebenfalls schnell im Rumprobieren aus, da mehrere Bilderkombination logisch wären, aber nur eine richtig ist.
Die Grafik ist stimmig, aber technisch schwach.Wenn Bill Tiller eines kann, dann ist es zeichnen. Die Hintergründe von Ghost Pirates of Vooju Island versprühen mit ihrem Detailreichtum und dem schräg-sympathischen Stil den gleichen Charme wie schon "A Vampyre Story" oder eben "Monkey Island 3", die passende und unaufdringliche Musik trägt ihr übriges zur gelungenen Karibik-Atmosphäre bei. Leider ist die Auflösung des Spiels auf 1024x768 Pixel und ein 4:3-Format beschränkt. Die 3D-Modelle der Figuren sind zwar ebenfalls stilsicher, leiden aber an schwachen Texturen und hakeligen Animationen. Die deutschen Sprecher sind solide, die Stimmen passen aber teilweise nicht zu den Charakteren.
Letztendlich wurde unser Eindruck der Vooju-Rätselei durch den mangelnden Feinschliff und einige Bugs bestätigt: Animationen wirken abgehackt und werden bei Dialogen teils nicht abgespielt, Figuren werden falsch in die Welt gesetzt, Tonspuren wirken unsauber aneinander gereiht, die Hot-Spot-Anzeige liegt auf der Tab-, statt wie im Handbuch beschrieben auf der Leertaste - hier hätten noch einige Monate Entwicklungszeit gut getan.
von dtp Entertainment AG, Autumn Moon EntertainmentGenre: AdventurePC: 6.11.2009Offizielle WebseiteFreigegeben ab 6 Jahren
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen