Ghost Pirates of Vooju Island – Test

PC

Nach Monkey Island 3 und Vampyre Story das neue Meisterwerk von Bill Tiller?

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von Thomas Goik, 20. November 2009 09:45 Uhr

Der Fluch

Ein körperloses Gespenst zu sein hat seine Vorteile: Lebende Wesen können uns weder sehen noch hören, wir müssen also indirekt über die Umgebung kommunizieren, sollte dies von Nöten sein. Gegenstände lassen sich aber auch als Geist manipulieren, also keine Angst: Ein volles Inventar gibt es trotzdem. Wobei "voll" relativ ist, denn die meisten Objekte nehmen wir nicht mit, wir merken sie uns nur. Das war bereits bei A Vampyre Story so und ist heute genauso sinnlos und unnötig wie damals beim Transilvanien-Ausflug, da es spielerisch keine Auswirkungen hat. In der zweiten Spielhälfte bekommen wir unsere Körper zurück und können erst dann als lebende Wesen Multiple-Choice-Dialoge führen. Da unsere Charaktere nun willkürlich ihre materiellen Hüllen verlassen können, verbringen wir die meiste Zeit aber weiterhin als Geister.

Screenshot zu: Nach Monkey Island 3 und Vampyre Story das neue Meisterwerk von Bill Tiller?Die Atmosphäre auf Blood-... ähm Vooju-Island ist gelungen.

Queen Zimbi ist mit ihrer Zombiearmee nicht die einzige, die uns (und der gesamten Karibik) an den Kragen will. Auch Kapitän Greenbeard bedroht mit seiner Piratencrew die Welt und will aufgehalten werden. Die beiden Oberbösewichte wirken aber weder sonderlich bedrohlich, noch witzig oder einzigartig. Lediglich der Skelettpirat Grimjaw und sein Kumpane können überzeugen, leider bekommen die beiden nur einen sehr kurzen Auftritt. Auch sind unsere drei unfreiwilligen Helden sympathische Recken, die mit ihren kleinen Streitereien und schnippischen Kommentaren seltene Glanzlichter im sonst recht unwitzigen Spielverlauf bieten.

Generell konnte uns die generische Geschichte um einen großen Voodoo-, pardon, Vooju-Fluch nicht fesseln, es gibt kaum Highlights und den Zwischensequenzen mangelt es an Dramatik und Feinschliff. Wir können verschmerzen, dass ein Großteil der Orte genauso aussieht wie Blood Island und Puerto Pollo aus dem großen Adventure-Vorbild von 1999, bei den Nebencharakteren und dem Story-Gerüst hätten wir uns aber deutlich mehr Ideenreichtum gewünscht.