Auf der Bühne von Get Even entfaltet sich ein ästhetischer Albtraum; spinnenartige Puppenfinger krabbeln über eure Haut und wilde, fragmentierte Ruinen umschließen euch: Eine faszinierende Spielerfahrung, ebenso originell wie grausam - und wie die sich anfühlt, erzähle ich euch im Test.

Der Test ist Spoiler-frei. Ihr möchtet Get Even aber dennoch ganz ohne große Einblicke in die Story spielen? Hier geht es zum Fazit.

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Wer bin ich?

Eure Aufgabe ist es, herauszufinden, wer ihr seid, wo ihr euch befindet und was ihr getan habt. Warum ihr nicht helfen konntet. Der Mann setzt euch die VR-Brille auf; ein heißes Stechen bohrt sich durch euren Kopf und die Welt zerfällt. Schwarz. Ein Leuchten? Eine Stimme. Shhh…

Get Even - Bestialisch

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Get Even im Test: Eine Stimme in der Dunkelheit
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Mr. Black. Aufwachen. Hören Sie mich? Ja … ja, gut so. Sie müssen nicht wissen, wo Sie sind. Von Bedeutung ist nur, dass Sie weitermachen. Suchen Sie. Finden Sie heraus, was passiert ist”, seine Stimme bricht ab; verschwimmt im Rauschen des Fernsehbildes, “Atmen Sie. Ruhig.

Es war zu erwarten, dass sie verwirrt sind. Aber Sie sind in guten Händen.

Suchen, Mr. Black. Suchen Sie – die Stimme von dem Mann aus dem Fernseher blitzt in meinem Kopf auf, während ich überlege, wie ein Test zu Get Even nicht spoilern kann. Denn das Psycho-Drama von The Farm 51 beginnt mit einem Knall, einem Mysterium und schreitet in Fragen voran, begleitet von rhythmischen Schlägen einer Uhr und Erinnerungsfetzen, die sich euch aufdrängen und in euren Kopf bohren – und schließlich, ein Mann im Fernseher: Sagen sie mir, warum das Mädchen mit der umgeschnallten Bombe sterben musste.

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Die Opfer häufen sich in Get Even
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Get Even ist mehr Film als Spiel, mehr Erfahrung als Erzählung und mehr Anspruch als Unterhaltung. Ein frustrierender, schwerer Thriller, der euch im Dunkeln erschrecken und euren Herzschlag in die Höhe treiben wird, ein Meisterwerk der narrativen Musikgestaltung und keineswegs ein leichte Kost. Dafür jedoch eine Delikatesse der ästhetischen Gewalt.

Wenn sie mich hierlassen, töten sie mich.

Was haben Sie getan, Mr. Black? – Schonungslos, schonungslos… lösen Sie jedes Problem mit einer Kugel?”, ein Knacken; seine Stimme verzerrt sich ins Schräge, “Hm, Ihr Dopamin-Level ist in die Höhe geschossen. Genießen Sie… das hier, Mr. Black?

Ein ästhetischer Albtraum über ein Mädchen und eine Bombe.Fazit lesen

Ein Mann hockt vor mir, kriecht auf dem Boden und ich sehe ihn aus der Ego-Perspektive; richte mein Handy auf ihn und mache ein Foto. “DNS erkannt”, sagt mir eine weibliche, metallene Stimme aus dem Gerät, ehe sie mir einen Namen nennt.

Dann beginnt er zu betteln. Er würde sterben, sollte ich nicht den entsprechenden Knopf betätigen und ihn freilassen, sie würden ihn töten; bitte, wimmert er und ich komme dem nach, denn ich kenne ihn nicht. Denn ich weiß noch nicht, dass dieses Spiel mich zwingen will, zu leiden.

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Du bist Schuld
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Schwierige Entscheidungen müssen in vielen Games getroffen werden, falsche Entschlüsse werden euch oft zur Last gelegt, aber Get Even ist – wie auch in vielen anderen Punkten – krasser: Ihr helft einem Menschen in Not, den ihr nicht kennt, und werdet die nächsten Stunden immer und immer wieder dafür bestraft. Schuld ist kein einmaliges Ereignis in Get Even, Schuld ist ein all umgreifendes Thema, das über die Musik getragen und in Worten erzählt wird; es klebt rot an den Wänden und frisst sich in eure Augen.

Denn ihr macht Fotos: Ein Telefon sowie eine Waffe sind eure ständigen Begleiter, während ihr durch die dunklen, verfallenen Schauplätze von Get Even streift; ihr macht Aufnahmen und erhaltet SMS von unbekannten Namen: „I DoN scarED YoU LOL xDDDDD“.

Doch. Doch, das Spiel macht Angst; mit seinen von Graffiti befleckten Abrisshäusern, seinen Sümpfen und Friedhöfen und Mannequins; seinen Blutlachen und Bildstörungen und zerbrechenden Gestalten, deren Pixel schwerelos vor euch schweben und starren. Eine Angst, die allerdings selten so schön gewesen ist.

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Die Puppen sind kaputt
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Pandora

Ah, sie sind zurück. Gut. Haben sie Kopfschmerzen? Kein Grund, sich deswegen zu sorgen, Mr. Black. Nichts weiter als eine Macke der Technologie. - Sie wollen wissen, was das soll? Das ist irrelevant für ihre Behandlung.

Nun. Fahren sie fort mit ihrer Untersuchung.”

Fahren sie fort. Der Mann im Fernseher sagt, ich solle ihn Red nennen, denn das würde mir die Kommunikation erleichtern. Überall, wo ich bin, hängen Bildschirme an den Wänden, überall taucht er auf, halb verdeckt im weißen Rauschen der Pixel – “Mr. Black, wie fühlen sie sich?”, fragt er und wiederholt immer und immer wieder diesen einen Satz: “Mr. Black, sie müssen fortfahren. Forschen sie weiter, finden sie Antworten, gehen sie tiefer, tiefer in die Pandora …

Die Pandora ist eine virtuelle Simulation verschiedener Erinnerungen, die ihr durchstreift. Eine VR-Brille mit roten Leuchten bohrt ihren Blick in den Spiegel vor euch, sie wurde mit Gewalt auf euren Kopf gesetzt – und ihr seid nicht der einzige mit diesem Gerät. Red führt euch durch ein Labyrinth voller Soldaten und etlichen Briefen, Bildern und Audioaufnahmen – euer Ziel: Sammelt Informationen und entkommt den bewaffneten Männern, die über euer Unterbewusstsein wachen.

Eine Bühne: Puppe, tanz für mich

… und die Pandora ist schön. Ästhetisch. Kreativ. Fragmentarisch. Grausig.

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Ästhetisch
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Kreativ
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Fragmentarisch
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Grausig
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Die Pandora ist Traum und Realität gleichermaßen: In ihr verschwimmen Personen mit Puppen, Worte mit Gedanken und Erinnerungen mit Fantasie. Es ist eine gewalttätige, kunstvoller Bühne, auf der sich Get Even in eine Erfahrung wandelt, die ihr so schnell nicht vergessen werdet.