Ähnlich geht es mit Titeln, die von einer breiteren Masse als Klassiker empfunden werden. Etwa "Turrican": Hoch gelobt, oft zitiert, aber für heutige Begriffe schnarch öde. Das Gleiche gilt für Sportsimulationen wie "Summer Games" oder "Winter Games". Wir haben viele schöne Stunden damit verbracht … rückblickend jedoch lediglich mit Joystickgerühre auf niedrigstem Niveau. Zahlreiche Remakes wie "Defender of the Crown" beweisen, egal wie sehr wir es uns wünschen, die Ideen von gestern funktionieren nicht mehr. Die Karawane ist weiter gezogen.
Alles wird schlechter, nur eins wird besser: die Moral wird auch schlechter. Denn früher war nicht alles besser, nur einfacher. Was schon allein daran liegt, dass retrospektiv lediglich der Weg existiert, den wir gegangen sind. Egal ob richtig oder falsch, er ist linear und vertraut. Die Zukunft besteht dagegen aus zahlreichen Abzweigungen ins Ungewisse, überschrieben mit einem drohenden "Hic sunt leones!" Unsere positiven Erinnerungen verstärkt, dass die 80er auch objektiv ein Jahrzehnt der griffigen Dualismen waren. Gut und böse, USA oder UdSSR, VHS oder Betamax, Pelikan oder Geha, Scout oder Amigo, Amiga oder Atari ST.
Dementsprechend waren die Spiele gestrickt: Schlicht, naiv, wenig aufwendig - mit klaren, aber einfachen Konzepten. Daher finden sie sich heute auch so häufig als Gratisgames im Netz - etwa "Bubble Bobble", Boulder Dash", "Sentinel" oder gar ein kompletter C-64 Emulator in Flash. Wenn wir ehrlich zu uns sind, erkennen wir, dass wir in Wirklichkeit nicht der Genialität vergangener Gamegenerationen nachtrauern. Wir vermissen lediglich die vermeintliche Leichtigkeit unserer eigenen Jugend. Wir empfinden nichts anderes als unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, wenn sie sagten: "Früher war alles besser!" und wir dafür nur ein müdes Lächeln übrig hatten.























