Nintendos DS verkauft sich seit dem Release weltweit hervorragend. Dazu tragen neben qualitativ guten Spielen auch pädagogisch wertvolle Titel wie etwa Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging bei. Dieses Stück Unterhaltungssoftware, wird nicht nur von der jüngeren Zielgruppe, sondern gleichsam auch von Erwachsenen geschätzt und zählt bis heute zu einem der meist verkauften DS-Titel überhaupt. Grund genug für Ubisoft, einen direkten Konkurrenten ins Rennen zu schicken und auf ein großes Stück des schmackhaften Kuchens zu spekulieren.

Mehr Power für Ihr bestes Stück!

Um sicher zu gehen, dass „Gehirntraining“ auch wirklich den gleichen Nerv der Zeit trifft, wurde Nintendos Spielkonzept nahezu in identischer Form übernommen. Sowohl die Menügestaltung als auch die Präsentation erinnern permanent an das große Vorbild. Die Rolle des Dr. Kawashima übernimmt wahlweise eine attraktive blonde Frau oder ein männlicher Kollege. Der Spieler fühlt sich also, unabhängig von seinem Geschlecht, von Anfang an bestens betreut.

Gehirntraining - Dr. Kawashima lässt grüßen: Ist die knifflige Knobelei mehr als nur eine dreiste Kopie?

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Hauptkategorien bieten vielfältige Übungen.
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Die zugrunde liegende These von „Gehirntraining“ besteht darin, dass der Mensch für gewöhnlich gerade einmal 10% seines neurologischen Leistungspotenzials nutzt. Mit anderen Worten: neun von zehn Gehirnzellen befinden sich die meiste Zeit im Tiefschlaf. Auch wenn das den einen oder anderen nicht weiter wundern wird, treibt es die meisten Spieler dazu an, diese brach liegenden Ressourcen zu optimieren, um ungeahnte Denkleistungen zu vollbringen – soweit die Theorie…

Wie beim Gehirn-Jogging legt ihr zu Beginn ein Profil an, das eure Leistungsfähigkeit über Tage, Wochen und Monate protokolliert. Zunächst absolviert ihr dazu einen Basistest, der die aktuelle Leistungsfähigkeit eures Gehirns bestimmt. Obwohl wir im Rahmen dieses Basistests nahezu alle Aufgaben schnell und effizient gelöst haben, lag unsere ermittelte Gehirnleistung jedoch zufälligerweise exakt bei 10%. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Parallele zwischen der anfangs aufgestellten These und dem Ergebnis des Tests nicht ganz zufällig ist. Zudem räumt sich das Spiel auf diese Weise sehr viel Raum für die Verbesserung des Leistungspotenzials ein.

Schicke Präsentation

Bei den zu absolvierenden Einzelaufgaben haben sich die Entwickler von Gameloft nicht an „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ orientiert. Auffällig ist, dass die Präsentation nicht ganz so schlicht ist wie bei der Konkurrenz. Zahlreiche grafische Elemente lockern das Geschehen angenehm auf und sorgen für optische Abwechslung. Eingeteilt sind alle Übungen in die Hauptkategorien „Gehirntraining“ und „Stresstraining“.

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Die freundliche Trainerin wertet alle Leistungen aus.
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Erstere beinhaltet die Unterkategorien „Logik“, „Mathe“, „Merken“, „Visuell“ und „Fokus“. Die Aufgabengebiete sind entsprechend vielfältig, auf Dauer jedoch leider wenig unterhaltsam. So müsst ihr schon eine Menge Disziplin aufbringen, euch regelmäßig den verschiedenen Übungen zu widmen. Immerhin bieten selbst die Unterkategorien ihrerseits nochmals fünf Varianten. Permanente Erläuterungen der reizenden Assistentin sorgen ganz im Stile des Dr. Kawashima für Hintergrundwissen rund um das neurologische Themengebiet. Damit ihr dem Geschwafel auch entsprechende Aufmerksamkeit schenkt, fragt euch die junge Dame sogar später ab.

Stress als Freizeitbeschäftigung

Die Hauptkategorie „Stresstraining“ unterscheidet sich durch gezielt ausgeübten Druck und Ablenkungsversuche vom „Gehirntraining“. So müsst ihr beispielsweise per Touchpenberührungen Mäuse vertreiben, während ihr mathematische Aufgaben löst. Andere Übungen werden durch bunte Farbspiele oder verdeckte Inhalte erschwert. Ziel ist es, sich von all diesen Dingen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und die gestellten Aufgaben konzentriert und effizient zu lösen. Gelegentlich wird sogar auf laute Geräusche und schroffe Befehle zurückgegriffen, so dass man sich als Spieler nahezu terrorisiert fühlt.

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Wer mag, ersetzt Trainerin Hurley durch Trainer Stevens.
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Leider mangelt es nahezu allen Aufgaben an Unterhaltungswert. Wer gute Bewertungen erzielen möchte, setzt sich während des gesamten Spiels großem Stress aus. Auch beim „Gehirntraining“ läuft die Zeit gnadenlos gegen euch. Hohe Punktzahlen bekommt ihr nämlich nicht nur für fehlerfreie, sondern vor allem für extrem schnelle Lösungen. Wer sich auch nur ein paar Sekunden zuviel Zeit nimmt, wird trotz fehlerfreier Leistung leider nur ein mittelmäßiges Ergebnis erzielen.

Wie schon bei „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ werden die Ergebnisse des Tagestests, der eine zufällige Zusammenstellung verschiedener Übungen umfasst, in einer Grafik dargestellt. So könnt ihr auf einen Blick die Entwicklung eurer Gehirnleistung nachverfolgen. Fleißige Spieler werden zudem mit Bonusinhalten belohnt, die euch zusätzlich in den Bereichen „Kreativität“, „Entspannung“, und „Sechster Sinn“ fördern beziehungsweise unterstützen sollen. Leider wirkt sich das Gebotene auch hier nicht spürbar positiv auf den Spielspaß aus.