„Kein Rätsel wird aufgesetzt wirken!“ Dieses Statement der Geheimakte-3-Entwickler gleich zu Beginn unseres Treffens auf der gamescom trifft uns wie der Schlag. Ein Adventure, bei dem das Geschehen wie ein natürlicher Bestandteil von Geschichte und Spielwelt wirken soll und nicht wie die Bastel-AG einer Waldorfschule – Kein „Benutze Schnürsenkel mit Autoreifen“? Klingt, als wolle uns gerade jemand ein MMO ohne generische „Töte 10 hiervon“-Quests anpreisen. Paah!

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Glauben tun wir’s erst, wenn wir es in aller Ausführlichkeit gesehen haben. Doch allein der Wille, an diesem grundlegenden wunden Punkt im Genre den Hebel anzusetzen, kann man den Entwicklern bei Animation Arts nicht hoch genug anrechnen. Zumal gerade die Geheimakte-Spiele für ihr Krämerladen-Design berühmt wie berüchtigt waren, das ein buntes Sortiment an Gegenständen über dem Spieler ausschüttete, um miteinander kombiniert zu werden. Außer „Gray Matter“ ist mir jedenfalls kein Adventure bekannt, in dem ein solches Ansinnen auch nur ansatzweise geglückt wäre.

„Uns hat genervt, dass jedem unserer Spiele dieselben Kritikpunkte vorgehalten werden“, erklärt uns Steffen Schamberger, Produzent von Geheimakte 3. Bereits beim letzten Spiel, Lost Horizon, war das Bemühen deutlich erkennbar, vorsichtige Schritte in die angepeilte Richtung zu setzen. Dennoch war vielen Spielern die Story zu hanebüchen, gingen Handlung und Spielmechanik nicht Hand in Hand, sondern getrennte Wege.

Geheimakte 3 - Story! Story! Story!

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Alexandria, 48 v. Chr.: Die Verschwörungen in Geheimakte 3 überspannen mehrere Jahrhunderte Menschheitsgeschichte.
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Daher habe man bei der dritten Geheimakte den Schwerpunkt auf die Story verlagert und hierfür professionelle Autoren engagiert, die bereits für namhafte TV- und Kinoproduktionen verantwortlich zeichnen. Gut, das haben Crysis und Homefront auch von sich behauptet und sind kläglich gescheitert. Das Einzigartige im Falle Geheimakte ist aber: Im Gegensatz zu den meisten Adventurespielen werden Handlung und Rätsel nicht parallel zueinander entwickelt und dann zusammengesetzt. Stattdessen wird die Geschichte zunächst vollständig ausgearbeitet und anschließend geprüft, an welchen Stellen welche Rätsel eingebaut werden können, sodass sie sich aus der Handlung heraus ergeben und diese voranbringen.

Wie das aussehen könnte, zeigte man auf der gamescom anhand des Prologs, der als eine Art interaktives Intro fungiert: Im Jahre 48 v. Chr., zur Zeit von Julius Cäsar und Kleopatra, brechen wir als behänder Meisterdieb in die Bibliothek von Alexandria ein, um einen Satz Schriftrollen zu vernichten. Wieso, weshalb, warum? Dies Geheimnis zu lüften, wird Dreh- und Angelpunkt der Jahrhunderte überspannenden Verschwörungsgeschichte à la Assassin’s Creed sein.

Geheimakte 3 - Story! Story! Story!

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Statt auf Hochzeitsreise geht es für Nina und Max einmal mehr auf Abenteuerfahrt.
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Einmal mehr laufen sämtliche Fäden bei Nina und Max in der Gegenwart zusammen, die sich eigentlich eine Auszeit von Katastrophen globalen Ausmaßes gönnen wollten und vollauf mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt sind. Doch unheilvolle Vorzeichen werfen bereits ihren Schatten auf’s strahlend weiße Brautkleid: Nina wird von düsteren Albträumen geplagt – oder sind es Visionen, die vom drohenden Unheil künden?

Kein Rätsel wird aufgesetzt wirken, versprechen die Entwickler. Wenn das gelingt, wird Geheimakte 3 nichts weniger als die Quadratur des Adventure-Kreises.Ausblick lesen

Jedenfalls wird Max unversehener Dinge von einem vermeintlichen Spezialkommando in Keflarrüstung und mit vorgehaltener Maschinenpistole abgeholt und entführt. Die Nachforschungen führen Nina ins Berliner Naturkundemuseum, das Serienkenner bereits aus dem ersten Teil vertraut ist. Hier bringen sie ihre Nachforschungen auf die Spuren eines uralten Geheimnisses der untergegangenen Mayakultur…