




Glattgebügelt und keimfrei: Die Spiele der „Geheimakte“-Reihe waren stets solche, die möglichst allen gefallen und niemandem wehtun wollten. Doch wahre Meisterwerke lassen sich nicht einfach aus der Quersumme eines Genres bilden. Das hat auch Animation Arts erkannt und ist für den dritten Teil hart mit sich ins Gericht gegangen. Die Story solle weniger plätschern als vielmehr einen mitreißenden Erzählfluss bilden. Die Rätsel sollen nicht mehr nur Bastelstunde, sondern natürlicher Bestandteil des Geschehens sein.
Und auch wenn die hehren Ansprüche nicht ganz erfüllt werden, ist Geheimakte 3 das bislang beste Spiel der Serie. Das liegt vor allem an der flott erzählten Geschichte, die mit erkennbarer Lust der Autoren im Esoterik-Wühltisch der Verschwörungsmythen kramt – von Archimedes über da Vinci bis zu Weltuntergangsphantastereien – und zu keinem Moment langweilig wird. Die geniale Mischung aus Ernsthaftigkeit, Selbstironie und Hommage eines „Indiana Jones“ erreicht sie jedoch nicht – dafür ist sie selbst zu sehr Groschenroman.
Die nicht zu schweren Rätsel und die kompakte Kapitelstruktur sorgen zusätzlich dafür, dass der Spielfluss nie versickert, sondern stets flutscht. Und die hervorragende orchestrale Musik bringt die Emotionen dort ins Spiel, wo die Handlung und vor allem die Charaktere sie nicht erzeugen können. Denn das ist der Preis der Mühen um Zugänglichkeit und Frustvermeidung, dem Anspruch, es möglichst allen recht machen zu wollen: Da, wo bei manchem Konkurrenzspiel das Herz schlägt, brummt bei Geheimakte der Marketing-Motor. Da, wo in jedem Pixel Seele stecken sollte, ist es steril und berechnend. Da, wo man es Spiel nennen möchte, ist es manchmal eben einfach nur Produkt.
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Die Hintergründe wirken trotz des betriebenen Aufwandes häufig steril und leblos. Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, aber bisweilen hölzern animiert. Zahlreiche Zwischensequenzen in ordentlicher Qualität machen die Inszenierung flauschiger.
Der orchestrale Soundtrack gehört zu den Highlights des Spiels und transportiert die Emotionen dorthin, wo es der Geschichte und den Charaktere bisweilen nicht glückt. Die Sprachaufnahmen sind Genre-typisch auf hohem Niveau.
Die Geschichte um eine jahrhundertealte Weltuntergangsverschwörung ist flott erzählt, die Rätsel sind sauber erdacht und nicht zu schwer. Aber beim Versuch, allen gefallen und niemandem wehtun zu wollen, wirkt Geheimakte 3 ein wenig zu glatt und seelenlos.
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