Verschwörungen, Umweltkatastrophen und Beziehungskrisen – wahrlich unsichere Zeiten für die Menschheit. Die drohende Apokalypse vereint im Nachfolger von „Geheimakte: Tunguska“ die ehemaligen Protagonisten Nina und Max wieder.

So machen sich die zwei auf, mehr oder minder freiwillig die Welt vor den wahnwitzigen Machenschaften der Sekte „Puritas Cordis“ zu retten. Nachvollziehbare Rätsel, erstklassige Dialoge und eine gute Portion Sarkasmus verhelfen dieser Rettungsaktion zu guter Atmosphäre und Spielspaß.

Geheimakte mit sieben Siegeln? Unsere Komplettlösung weiß Rat!

Geheimakte 2: Puritas Cordis - GC 2007 TrailerEin weiteres Video

Wieder einmal wird die Welt bedroht, und zwar diesmal von einer Sekte namens „Puritas Cordis“. Diese will, was der Pinky & der Brain jeden Abend auch wollen, nämlich die Weltherrschaft an sich reißen. Um solch hochgesteckte Ziele zu erreichen, das weiß jeder Superschurke, darf man nicht zu zimperlich agieren. Diesem Motto folgend lässt die Sekte nichts unversucht: Düstere Prophezeiungen eines gewissen Zandona, die sich eigenartigerweise auch erfüllen, verängstigen die Massen und die Sekte bekommt immer mehr Zulauf und Macht.

Geheimakte 2: Puritas Cordis - Nina und Max retten mit Sarkasmus die Welt

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Zu Beginn des Spiels rätseln Nina und Max getrennter Wege.
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Eine beängstigende Sachlage, die nach Rätsel lösenden Helden schreit. Da kommt ihr ins Spiel, und zwar in der Rolle von Nina Kalenkow und Max Gruber aus dem ersten Geheimakte-Fall. Beide werden eher zufällig in die Geschehnisse verstrickt. Während Nina auf einer Kreuzfahrt mit der Sekte und ihren Schergen zusammenstößt, macht Ninas Ex-Freund Max im indonesischen Dschungel unangenehme Bekanntschaften mit „Puritas Cordis“.

Als Team treten die zwei Protagonisten leider erst gegen Ende des Spiels auf. In zwei weiteren Sidekicks kann man einen Priester mimen oder sich in die Rolle der Hobbyarchäologin Sam versetzen, die trotz bewaffneter Bewachung und Bambuskäfig ihrem vorlauten Mundwerk freien Lauf lässt.

Mit Angelina Jolie auf Kreuzfahrt

An vielfältigen Schauplätzen wie Paris, Indonesien oder der Bretagne wird die Geschichte gekonnt vorangetrieben. Auch wenn es am Anfang ein Weilchen dauert, bis der Plot in die Gänge kommt, ist die Geschichte rund um den nahenden Weltuntergang, Sekten und Verschwörungen kurzweilig erzählt und hält den Spieler am Ball.

Storytechnisch zieht „Puritas Cordis“ im Vergleich zum ersten Teil jedoch den kürzeren: „Tunguska“ war spannender, die Handlung zielgerichteter. Trotzdem, nicht nur Fans von Verschwörungstheorien und Romanen im Stile von „Sakrileg“ dürften ihre Freude am zweiten Teil haben.

Geheimakte 2: Puritas Cordis - Nina und Max retten mit Sarkasmus die Welt

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Sex sells: Nina teilt mit Angelina Jolie mehr als nur die Synchronstimme.
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So richtig punkten kann „Geheimakte 2“ jedoch mit erstklassig vertonten Zwischensequenzen und Dialogen. Die Charaktere wurden, wie bereits im Vorgänger, professionell synchronisiert: So erkennt man bei den Nebenrollen die Stimmen von Morgan Freeman und dem Chefkoch aus „Southpark“ wieder. Nina wurde die deutsche Synchronstimme von Angelina Jolie vergeben, Max erhielt die von Mark Wahlberg. Von den Sprechern profitieren die gut geschriebenen Dialoge, die der Handlung somit eine stimmige Atmosphäre verleihen.

Trotz Naturkatastrophen und baldigem Weltuntergang kommt der Humor nicht zu kurz. Vor allem die mit Sarkasmus und Ironie unterlegten Dialoge bringen einen zum Schmunzeln, aber auch gelegentliche Situationskomik lockert das Geschehen auf: So muss man an einer Stelle mittels halluzinogenen Beeren eine Wache ins Delirium befördern und sie dann mit Hilfe von Leuchtstäben und einem Frosch (!) in die Flucht schlagen.

Point, Click n’ be happy

Geheimakte 2 ist ein waschechtes Point & Click-Adventure. Wie üblich sucht ihr Räume und Gegenden nach Gegenständen oder Hinweisen ab und kombiniert diese wenn möglich. Auch die Steuerung ist denkbar simpel: Wandelt sich euer Mauszeiger beim Darüberfahren, kann man beim betreffenden Objekt beherzt zuklicken und erhält genreüblich hilfreiche Hinweise oder ein neues Item fürs Inventar.

Geheimakte 2: Puritas Cordis - Nina und Max retten mit Sarkasmus die Welt

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Auf Ninas Kreuzfahrt geschehen merkwürdige Dinge.
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Mit einem Klick laufen Nina und Co., wenn auch leicht verzögert, an die gewünschte Stelle; bei größeren Distanzen legen die Helden auch mal einen Gang zu. Mit einem Doppelklick auf einen Ausgang verlasst ihr den Schauplatz auf Anhieb, wodurch lästige Wartezeiten vermieden werden.

Falls man einmal nicht weiter weiß, zeigt sich „Puritas Cordis“ dem Spieler gnädig. So kann man auf eine integrierte Spielhilfe zugreifen, die einem zu jeder Zeit die Hotspots eines jeden Raumes anzeigt. Weiter werden dem Spieler auch im Tagebuch Hinweise gegeben, die das Lösen der Rätsel erleichtern. Falls diese Spielhilfen nicht erwünscht sind, kann man sie im Options-Menu ausschalten – was erfahrene Adventure-Fans wohl auch machen werden. Alle anderen schauen in unsere Komplettlösung .

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Max verschlägt es mit seiner alten Flamme Sam in den Dschungel.
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Dadurch, dass die Handlung weniger zielgerichtet vorangetrieben wird als noch bei „Tunguska“, weiß man nicht immer, wieso man gerade tut, was man tut. Dadurch wirken gewisse Rätsel aufgesetzt und das Lösen verkommt mitunter zu einem Trial&Error-Verfahren. Abgesehen von diesen Ausnahmen sind die Rätsel jedoch nachvollziehbar, logisch und auch gut in die Handlung eingebettet. Wie bereits angetönt, dürften Adventure-Kenner mit Geheimakte 2 unterfordert sein – nach maximal zehn Stunden wird wohl jeder die Welt gerettet haben.

Ein rundum gelungenes Adventure, bei dem die Bezeichnung 'solide, aber nicht genial' wohl am ehesten zutrifft.Fazit lesen

Bei der Präsentation hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig getan – für Adventure-Maßstäbe befindet sich die Grafik sich auf gehobenem Niveau. Die Umgebungen sind detailreich gerendert und die schicken Animationen hauchen den abwechslungsreichen Schauplätzen Leben ein. Neue Lichteffekte und ein höherer Detailreichtum sorgen dabei für eine stimmige Inszenierung. Dazu tragen auch die neu eingeführten Zwischensequenzen bei. Mit Ausnahme der teils hölzern animierten Charaktere gibt es an der Präsentation kaum was zu nörgeln.