Microsoft jubelt. Der Grund: In einer Pressemitteilung gab man bekannt, dass die dritte Folge des Splatter-Shooters Gears of War diesmal auch in Deutschland erscheinen wird und demnach - anders als seine beiden Vorgänger - nicht von einer Indizierung bedroht ist.

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Während Action-Fans (und Xbox-360-Besitzer) hierzulande die Ab-18-Einstufung der USK begeistert aufnehmen dürften, zeigte sich die Bundesprüfstelle jedoch von der Verlautbarung überrumpelt. Eine offizielle Reaktion könne derzeit nicht erfolgen, so ein Mitarbeiter im Telefongespräch gegenüber gamona, da „die zuständige Sachbearbeiterin noch an der gutachterlichen Stellungnahme arbeitet und sich bis dahin nicht äußern möchte“.

Gears of War 3 - Ungeschnitten in Deutschland: Microsoft lässt es splattern

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Wer Barrieren einsetzt, lebt länger.
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Wie kam es dazu, dass die dritte Episode plötzlich brav genug ist, einer Indizierung zu entgehen? Epic hat das Spiel für den deutschen Markt nicht zensiert oder irgendwie beschnitten, demnach werden auch weiterhin die zuvor bemängelten „menschenverachtenden“ Finisher enthalten sein. Dass die Kettensäge an der „Lancer“ nach wie vor ihren äußerst brachialen Dienst tut, war bei unserer Anspielsitzung in einem Münchner Innenstadtclub nicht zu übersehen. Die Frage, ob eine Rücknahme der Indizierung für Teil eins und zwei und ob sogar eine Veröffentlichung der Trilogie in Form eines Gesamtpakets denkbar sei, beantwortete man süffisant mit: „Alles ist möglich.“

Alles ist möglich

Da die offizielle Pressemeldung das Wort „uncut“ jedoch gewollt oder unbewusst vermeidet, sei allen Zweiflern gesagt: Der Publisher hat sowohl auf dem Event als auch uns gegenüber auf nochmalige Nachfrage bestätigt, dass in Deutschland am 30. September 2011 eine unzensierte, ungeschnittene Fassung von „Gears of War 3“ erscheint. In der bayerischen Landeshauptstadt zockten wir ausgiebig auf zwei Maps den runderneuerten Horde-2.0-Modus, in dem wir wie gehabt Wellen von immer stärker werdenden feindlichen Locust abwehren müssen. Entwickler Epic hat sich jedoch eine Reihe von interessanten Kniffen einfallen lassen, die den Spielablauf aus meiner Sicht deutlich aufwerten.

Im Mittelpunkt steht der Bau von Befestigungsanlagen, die den Kampf gegen die fiese Brut abwechslungsreicher und spannender gestalten. Nachdem ihr einen Kommandoposten aufbaut, stehen diverse Optionen zur Verfügung, die Stellungen auf der Karte auszubauen. Ausgestattet mit einem bescheidenen Startkapital vor der ersten Runde, errichtet man etwa Barrikaden, stellt Spielfiguren-Pappattrappen, Geschütze und Selbstschussanlagen auf.

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Wer in den dreißig Sekunden vor jeder neuen Welle zerstörte Bauten ersetzen, leergeschossene Kanonen aufladen oder die Objekte aufrüsten möchte, benötigt dafür Bargeld. Das verdient ihr natürlich durch möglichst viele Abschüsse. Ballert ihr besonders viel Zaster zusammen, dürft ihr sogar in eine wandelnde Waffenbasis, den „Silver Back“, steigen - eine Art Mech-Anzug, die euch selbstverständlich mit der nötigen Feuerstärke ausstattet.

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Von der Brücke aus heizt man den Locust so richtig ein.
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Und die werdet ihr auch benötigen, denn viele der neuen Feinde haben es wirklich in sich - vor allem die Bossmonster am Ende jeder zehnten Welle können so einiges einstecken und haben während der ersten Runden so manch vollständiges Team ausgelöscht. Doch glücklicherweise kommt auch infrage, sich gegen einen kleinen Unkostenbeitrag der virtuellen Währung wieder ins laufende Spiel zurückzukaufen. Geld kann man außerdem noch für stärkere Wummen, zahllose Upgrades oder Reparaturen ausgeben.

Darüber hinaus werdet ihr Waffen tauschen und klammen Freunden sogar Geld zustecken können. Von Zeit zu Zeit warten zudem Bonusevents auf euch. Bewältigt ihr Herausforderungen wie „Schafft sechs Kettensägen-Kills in dieser Runde“ oder „Schließt die Welle in weniger als 2:45 Minuten ab“, hagelt es zusätzliche Kohle und spezielle Ausrüstungsgegenstände.

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Phoenix, der Baumeister

Wer sich als erfolgreicher Baumeister (und Metzler) beweist, steigt übrigens im Level auf und steigert auf diese Weise die Effektivität der entsprechenden Objekte. Eine gute Motivation, um sich an dem Basenbau zu beteiligen. Die Errichtung der Barrieren und Geschütze sollte möglichst mit den Mitspielern koordiniert werden, um Lücken in den Verteidigungsanlagen zu verhindern. Die zwei vorgestellten Maps „Hotel“ und „Overpass“ boten auch gleich etliche Mittel für geordnete Gefechtsführung. In „Hotel“ steht naturgemäß die Abwehr der Locust in und um die Eingangshalle des Gebäudes im Vordergrund, die sich von mehreren Seiten betreten und dementsprechend schwierig verteidigen lässt.

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Automatische Geschütze erleichtern uns die blutige Arbeit.
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Die Gestaltung der Karte ist gut gelungen, besser spielt sich nach meinem Dafürhalten aber „Overpass“. Hier setzen wir uns an einer halb in Ruinen liegenden Brückenkonstruktion mitsamt Treppen und Unterbauten zur Wehr. Gerade der in mehreren Metern Höhe thronende Übergang bietet viele Chancen, die außerirdischen Unwesen von oben zu beackern und den Zugang zu dieser Stellung mit allerlei Barrikaden zu versperren. Hier entsteht auch das Gefühl, dass die Geschütze bisweilen ein wenig zu stark sein können. Und wenn wir schon bei der Kritik sind: Das Handling der Befestigungen erschien mir teilweise noch etwas hakelig.