Im Rahmen eines Bild.de-Berichtes, in dem wie gewohnt Wörter wie "martialische Ballerspiele" oder "Brutalo-Spiele" fallen, wird Jürgen Hilse, der ständige Vertreter der Landesjugendbehörden bei der USK, zur überraschenden Altersfreigabe von Gears of War 3 zitiert.

Gears of War 3 - USK entschied auf Zweifelsfall, Vorbehalte gegenüber "Killerspiele" gehen zurück

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Gears of War 3 erscheint ungeschnitten in Deutschland
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"Bei Gears of War 3 haben wir auf einen Zweifelsfall entschieden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat anschließend auf eine Indizierung verzichtet", so Hilse. Der Grund sei hier, dass der Anteil der menschenähnlichen Gegner deutlich geringer als in den früheren Spielen der Reihe wäre.

Zudem wird Hilse noch folgendermaßen zitiert: "Die Vorbehalte gegenüber den so genannten Killerspielen gehen zurück."

gamona liegt der gesamte USK-Prüfbericht bzw. Zweifelsfall vor, so dass wir daher einige interessante Stellen daraus zitieren können. Auf die Story-Spoiler und inhaltlichen Dinge von Gears of War 3 werden wir aus verständlichen Gründen jedoch nicht eingehen.

Gears of War 3 erfüllt die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Liste der jugendgefährdenden Medien nicht, weil laut dem Prüfbericht "die Mehrzahl der Gegner käferähnliche, kriechende Zecken; überlegensgroße Mutanten mit Tentakeln und reptilienähnlichen Wucherungen; überlebensgroße Boss-Gegner und Locust-Krieger" sind.

Die Erfüllung eines Tatbestandsmerkmals setze in jedem Fall voraus, dass es sich um Gewaltdarstellungen gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen handelt. Dabei wird zitiert: "Es kommt nicht darauf an, ob die Opfer der dargestellten Grausamkeiten als ‚Außerirdische’, ‚Untote’, ‚Monster’, grotesk Missgebildete oder als Verkörperungen übersinnlicher Wesen dargestellt werden, welche immanenten Erklärungen also für ihre Existenz geboten werden; entscheidend ist vielmehr, ob sie nach objektiven Maßstäben in ihrer äußeren Gestalt als Menschen erscheinen."

In der Gesamtschau sei außerdem entscheidungswirksam zu gewichten, "dass das Spiel in einer futuristischen Welt angesiedelt ist, der Auftrag nicht so gestaltet ist, dass Parallelen zu einem Verhalten entstehen könnten, welches die Mitleidsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen deutlich herabsetzt, die Gegner vorwiegend nicht als Menschen ähnliche Wesen zu qualifizieren sind und auch die Tötungsakte selbst kein wirklichkeitsnahes Geschehen widerspiegeln."

Neben roten Blutflecken seien zum Beispiel häufig gelb/grünliche Flüssigkeiten zu sehen, die zu einem großen Teil menschenunähnliche Gegner noch menschenunähnlicher erscheinen lasse.

Ansonsten stufte die Mehrheit des Gremiums der USK insbesondere den Multiplayermodus als relevant im Sinne eines Zweifelsfalls ein. Auch hier hat sich das Gremium der BPjM den Ausführungen der Minderheit des USK-Gremiums angeschlossen.

Dort wurde ausgeführt: "Andererseits stellen Multiplayer-Modi wettkampfartige Spielangebote dar, deren Regeln klar definiert und für die Community durchschaubar sind. Diesen Charakter von Multiplayer-Modi hat die BPjM in ihrer Entscheidung zur Nicht-Indizierung von Counter Strike aus dem Jahre 2002 gewürdigt."

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