Gangland (PC-Test)
(von Andreas Schnäpp)

Mit Gangland versucht das relativ junge Entwicklerstudio MediaMobsters eine der wohl schwierigsten Aufgaben überhaupt in der Spielbranche: Vier Genres so zu verbinden, dass dabei ein unvergleichbarer Mix entsteht. Ob dem jungen Entwicklerteam der

Sprung zwischen Echtzeitstrategie, Rollenspiel, Simulation und Actionspiel gelungen ist, erfahrt Ihr in unserem Test!

Ein mörderisches Pack...

Eine heiße Sommernacht in Palermo, Italien: In den Straßen der Altstadt bricht ein grausamer Kampf aus. Schüsse, Schreie und Rufe

Gangland - Gangland Car Chase Movie (Low Res)2 weitere Videos

erfüllen die Luft. Am nächsten Morgen wird Chico Mangano tot auf dem Gehsteig gefunden. In der Nähe des Tatorts wird eine Pistole entdeckt und dank der Aussagen der beiden Augenzeugen wird schnell klar: Drei von Chicos Brüdern, Romano, Angelo und Sonny sind für den Mord verantwortlich. Die Polizei sucht intensiv nach den drei Brüdern, hat jedoch keinen Erfolg. Sie sind verschwunden. Zwei Jahre sind seither auf der kleinen Mittelmeerinsel verstrichen, als Großvater Mangano eines Tages einen Telefonanruf aus einem fernen Land erhält. Der Anrufer ist sein ältester Sohn, Vincenzo Mangano, der Sizilien vor Jahrzehnten verlassen hatte. Vincenzo teilt seinem Großvater mit, dass die drei Brüder lebend gesehen wurden und in der gleichen Stadt wohnen, in der auch Vincenzo lebt.

Großvater Mangano schickt seinen fünften Enkel aus, um für Vincenzo zu arbeiten und, sobald er stark genug ist, die drei mörderischen Brüder zu jagen und zu töten.

Er schickt ihn nach Paradise City in Amerika. Der Name des fünften Bruders ist Mario...

Erpressung, Mord und
blutige Übernahmen

Da sind wir. Paradise City - eine Stadt in der Träume wahr werden und genau so schnell durch feindliche Gangs zerstört werden können. In der Rolle von Mario beginnt das Spiel vor dem Unterschlupf seines Onkels. Unser erster Auftrag ist recht simpel: Nachdem man mit Onkel Vincenzo gesprochen hat, soll man für ihn ein Waffengeschäft erpressen, in dem man die vier primären Ressourcen des Spiels bekommt: Geld, Medikits, Sprengstoff und Chemikalien. Irgendwie müssen die Schiessereien ja auch finanziert werden, denn man will ja nicht mit leeren Waffen dastehen.

Onkel Vincenzo ist besorgt um seinen Neffen, dass dieser bei der Erpressungsaktion sein Leben verlieren könnte und so bekommen wir schon früh im Spiel eine der vier Standardeinheiten zu Gesicht:
Der muskulöse Türsteher macht nicht nur optisch etwas her, sondern kann auch richtig stark zuschlagen und die Gegner für einige Sekunden kampfunf
ähig machen. Beim Ladenbesitzer angekommen fällt uns ein besonders unfreundlicher Kerl auf, der uns schon beim Eintreten beschimpft und uns vertreiben will. Unbeachtet lassen wir den Widersacher stehen und gehen schnurstracks zum Ladenbesitzer und reden mit diesem. Das Dialogfenster öffnet sich und mit einem Klick auf "Erpressung" dürfte der Laden übernommen sein...

Doch zu früh gefreut: Der unfreundliche Kerl im Waffengeschäft zieht seine Waffe und feuert wild auf uns. Jetzt wird uns erst klar, dass wir es mit einem Leibwächter des Ladenbesitzers zu tun haben, der sich unter die Kunden gemischt hat.

Ein Glück, dass dieser alleine ist und betäubt durch die Schläge unseres Türstehers wenig Schaden anrichten kann.Nach einigen Sekunden Prügel und ein paar bleihaltigen Ladungen aus Marios Maschinengewehr segnet der Leibwächter das Zeitliche und wir haben freie Bahn und können den Ladenbesitzer erfolgreich erpressen. Schon nach wenigen Sekunden macht sich ein Geldeintreiber auf den Weg und holt das Schutzgeld ab.

Wirklich witzig hierbei sind die Animationen des Eintreibers, der seinen Koffer hinter sich herschleift und diesen in unserem Unterschlupf abgibt. Aufgabe erfüllt - zurück zu Onkel Vincenzo und die Knete abholen, die uns der Auftrag eingebracht hat. In den folgenden Aufträgen bekommt Mario den Auftrag, ein Bistro zu übernehmen, welches im frühen Spiel die erste rentable Geldquelle ist. Interessanter Nebeneffekt: Das Bistro bringt dem Besitzer nicht nur Geld ein, sondern ermöglicht auch die Rekrutierung neuer Mitglieder für die Gruppe. Im Vorraum findet man vorzüglich neue Türsteher und Straßenmädchen, welche zwar so

Gangland - Mord, Erpressung und blutige Übernahmen - lest jetzt den Test dieser innovativen 4-Genre-Kombination

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gut wie keinen Schaden anrichten, aber die Gegner mit Pfefferspray betäuben können. Übernommene Restaurants bauen das Hinterzimmer zur Flüsterkneipe aus, in dem unter anderem Tänzerinnen die Besucher zum Geldausgeben anregen und mehr Gewinn erwirtschaften.

Auch in diesen kleinen Hinterzimmern werden fleißig neue Schützen und Gefolgsleute rekrutiert, die für die Familie arbeiten wollen. Erkennbar an dem über dem Kopf schwebenden Dollarzeichen kann Mario neue Mitstreiter einkaufen und für sich kämpfen lassen. So wird selbst der kleinste Trupp zu einem starken Team - die Kombination macht es aus!Keine Chance für Langeweile
Die Einzelspielerkampagne ist in insgesamt 28 Missionen unterteilt, die für ausreichend Spieldauer und -Spaß sorgen sollen. Einen großen Pluspunkt können sich die Jungs von MediaMobsters für die abwechs-lungsreiche Missionsgestaltung einhandeln, denn anstatt durch-gehend nur der Story zu folgen wurde die 28 Missionen in zwei verschie-dene Spieltypen aufgegliedert: 16 Eroberungen und 12 Herausfor-derungen warten auf besonders engagierte Spieler. In dem Großteil der Eroberungen geht es, wie der Name schon sagt, darum, den verfeindeten Mafiabossen das Licht auszupusten und ihre Unterschlüpfe zu übernehmen, was sich im Laufe

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der Zeit als wirklich schwieriges Unterfangen entpuppt. Während der Spieler mit seinem schlagkräftigen Trupp die Gegend unsicher macht und fleißig Gebäude übernimmt, wird Druck durch die anderen Gangs ausgeübt, die Einheiten zu den wichtigsten Gebäuden schicken um die Ladenbesitzer zu ermorden und dadurch das Einkommen des Spielers abzuschnüren. Wirklich erfreulich für Spielanfänger ist jedoch, dass alle Eroberungsmissionen aufeinander aufbauen und man innerhalb der ersten Missionen die Grundzüge des Spiels schnell in petto hat. Den zweiten großen Teil der Kampagne machen die Herausforderungs-Missionen aus, in denen der Spieler kurze aber umso kniffligere Aufgaben erfüllen muss, um eine der zwölf Supereinheiten für die Eroberungsmissionen freizuschalten. Ihr könnt Euch unter diesen Herausforderungen nichts vorstellen?

Hier sind zwei Beispiele für Euch: Die Aufgabe der ersten Herausforderung ist es, einfach nur zehn Minuten lang mit seinem Boss zu überleben. Dabei hat man 5 russische Scharfschützen zur Verfügung und eine begrenzte Anzahl von Munition. Hört sich leicht an, oder? Ist es aber definitiv nicht! Diese Missionen nennen sich nicht umsonst Herausforderung, denn bis man eine dieser Aufgaben geknackt hat, dürfte so mancher Gelegenheitszocker mit dem Gedanken spielen, einfach aufzuhören. Sobald man die Aufgabe jedoch erfüllt hat, darf man sich umso mehr auf eine neue Supereinheit freuen, die den Spieler dann tatkräftig unterstützt, nachdem sie angeheuert wurde. Je nach Typ der Spezial-einheit, die man durch dasErreichen der Aufgabe erhält, verändert sich auch der Inhalt der verschiedenen Herausforder-ungen.

So muss man zum Beispiel um den Dieb freizuschalten, zuerst einen Wagen klauen und mit diesem Wagen das vorgegebene Ziel erreichen. Doch diese einfachen Aufgabenstellungen trügen: Bis man das Ziel erreicht hat, darf man sich durch vier Straßenbarrikaden kämpfen und hoffen, dass das Auto nicht explodiert, da bei jeder Straßenbarrikade mindestens zehn Gegner warten.

Mix it Baby!
Gangland ist wahrlich ein Allrounder in Sachen Genres. Vier völlig verschiedene Genres wurden so ausgefeilt miteinander kombiniert, dass man sehr einfach über die Schwächen des Spiels hinwegsehen kann (Mehr dazu im späteren Teil des Tests!). MediaMobsters haben es geschafft, was vielen anderen Spielschmieden nicht gelungen ist: Einen interessanten Mittelweg zwischen mehreren Genres zu finden.

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Die solide Basis des Spiels bieten Elemente, die man bis dato nur aus Wirtschaftssimulationen kennt. Der Aufbau des eigenen kleinen Imperiums und die Erwirtschaftung der Hauptressourcen des Spiels (Munition, Medikits, Sprengstoff und Chemikalien) machen einen Großteil der Spielzeit aus.

Darüber hinaus muss man die Bandenmitglieder natürlich auch mit Munition versorgen, wovon es übrigens drei Arten gibt: Normale Munition, Dumdum-Geschosse und Explosiv-Munition, welche sich in ihrer Schadenswirkung unterscheiden. Sind erst mal die primären Ressourcen sichergestellt muss man sich, mit Waffengewalt versteht sich, Zugang zu den sekundären Ressourcen wie Spirituosen, Fahrzeugersatzteilen, Gestohlenen Waren oder Antiquitäten verschaffen, um nur einige zu nennen. Sekundäre Ressourcen werden für den Handel mit internationalen Verbindungen benötigt und können wahlweise gegen andere Güter, Geld oder Autos eingetauscht werden. Einen weiteren Teil des Spiels steuern auch die Rollenspiel-Eigenschaften bei, da diese während der ganzen Spieldauer durchgehend bemerkbar sind. Zwar kann man den eigenen Spielcharakter nicht auf beliebige Weise Fähigkeiten erlernen lassen oder Skillpunkte verteilen, dennoch kommen die RPG-Elemente nicht zu kurz.Durch Schussgefechte und erledigte Gegner gewinnen die Einheiten an Erfahrung, die sich nach dem Levelaufstieg positiv auf die Schussgenauigkeit, Effektivität oder Stärke auswirkt. Da der gespielte Charakter sogar die Familie vergrößern kann, indem er eine Frau sucht, heiratet und die Familie auch durch Kinder vergrößern kann, sind sogar Dating-Sim Fans bedient. Holzauge sei wachsam - diesen Spruch sollte man auch bei der Frauenwahl berücksichtigen, denn nicht alles was schick aussieht erweist sich auch als gute Frau.

Die Erfahrung, die das Kind bei der Geburt erhält, variiert hierbei je nach Frau und sogar der zukünftige Beruf des Sohnes oder der Tochter sei überlegt. Drei verschiedene Unterbosse können sich aus den Kindern entwickeln: Der Rechtsanwalt, der den Ertrag der benachbarten Geschäfte erhöht und Leute anwerben kann, die für ihn als Informanten tätig sind. Die Tochter wird zur Verführerin, die männliche Einheiten dazu bringen kann, umsonst für die Familie zu arbeiten oder sogar Polizisten dazu bringen kann, sich friedlich zu verhalten. Als letztes sei auch der Vollstrecker genannt, der die Tötungsmaschine unter den Kindern darstellt. In seiner Erwachsenen-Form kann dieser als eine der wenigen Einheiten mit zwei Tommyguns gleichzeitig umgehen. Während die Kinder anfangs noch hinter der Mutter herdackeln, wie ein Hund seinem Herrchen, bringen die zukünftigen Unterbosse noch einen großen Vorteil mit sich: Pro erzeugtem Kind kann man zwei weitere Einheiten kontrollieren, was sich besonders in größeren übernommenen Gebieten rentiert.

Sogar die Action- und Echtzeitstrategieelemente wurden interessant verpackt. Besonders bemerkbar werden diese Grundzüge jedoch nur in den Kämpfen, an denen sich sogar Strategen erfreuen können. Die richtige Aufstellung, die richtigen Waffen sowie ein gutes Timing und der geschickte Umgangmit den verschiedenen Einheiten sind der Schlüssel zum Erfolg. Besonders in Multiplayerspielen ist der geschickte Umgang mit der Umgebung Pflicht, damit man nicht unnötig viele Einheiten verliert oder sofort die Radieschen von unten sehen darf. Wenn Freunde zu Feinden werden Natürlich wurde bei Gangland auch der Multiplayer bedacht und so kann man sich mit Spielern aus aller Welt nette Partien in zwei verschiedenen Spielmodi liefern. Auf insgesamt 24 Karten, davon 20 Aufgabenkarten und vier Duell-Maps, werden die Schlachten gegen die verfeindeten Familien ausgetragen.

Die Aufgabenkarten werden wieder zwei mal unterteilt: Auf vier Maps beginnt man wie in der Einzelspieler Kampagne in Onkel Vincenzos Obhut und muss sich zu seinem eigenen Unterschlupf hocharbeiten. Die restlichen 16 Karten sind auf den direkten Konkurrenzkampf ausgelegt und der Spieler bekommt von Anfang an sein Hauptquartier bereitgestellt und ist im Kampfgegen die anderen Familien auf sich allein gestellt. Dabei läuft der Spielverlauf genau wie in den Eroberungsmissionen der Kampagne ab, jedoch nur mit einem Ziel: Sei besser als die restlichen Spieler, d.h. erwirtschafte mehr Geld, mehr Ressourcen und eliminiere die verfeindeten Familien. Duell-Maps sind die zweite Modi des Multiplayerparts von Gangland. Auf nur vier Karten darf man im direkten Kampf gegen das verfeindete Team antreten. Ein kleiner Trupp und eine begrenzte Anzahl von Munition sind das Startkapital und das einzige Ziel dieses Modus ist es, zu überleben.

Auf den Duell-Maps werden also nur Deathmatch-Partien ausgetragen, also das richtige für Spieler, die auf schnelle Action stehen. Beide Spielmodi sind für bis zu acht Spieler über LAN oder Internet ausgelegt und garantieren Spielspaß selbst nachdem man die Kampagne durchgespielt und alle Supereinheiten sowie Schwierigkeitsgrade gemeistert hat.Auch der Pate ist nicht perfekt Manche Dinge kann man einfach nicht mit Waffengewalt bekämpfen und dazu gehören leider auch lästige Programmierfehler, die sich in Gangland leider noch (zu) häufig vorfinden lassen. Selbst in der aktuellen Version 1.3 sind noch Bugs vorhanden, die das Leben eines Spielers ziemlich frustrieren können.

Besonders nervig wird es aber erst dann, wenn man seit einer Stunde versucht, einem Gegner den Gar auszumachen und Gangland plötzlich ohne Fehlermeldung beendet wird und man sich plötzlich selbst wieder auf dem Desktop vorfindet.

Natürlich kann man sich bei einem Genremix nicht auf Grafiken à la Unreal Engine freuen und so kann Gangland nicht wirklich durch Grafikpracht bestechen, aber wer braucht schon eine fabelhafte Grafik, wenn das Gameplay stimmt? Das Rauminventar wirkt sehr schön und das einzige, was gelegentlich in der Gesamtansicht stört sind die teilweise eckigen Charaktere sowie die etwas pixeligen Bäume.Auch der Pate ist nicht perfekt Manche Dinge kann man einfach nicht mit Waffengewalt bekämpfen und dazu gehören leider auch lästige Programmierfehler, die sich in Gangland leider noch (zu) häufig vorfinden lassen. Selbst in der aktuellen Version 1.3 sind noch Bugs vorhanden, die das Leben eines Spielers ziemlich frustrieren können.

Besonders nervig wird es aber erst dann, wenn man seit einer Stunde versucht, einem Gegner den Gar auszumachen und Gangland plötzlich ohne Fehlermeldung beendet wird und man sich plötzlich selbst wieder auf dem Desktop vorfindet.

Natürlich kann man sich bei einem Genremix nicht auf Grafiken à la Unreal Engine freuen und so kann Gangland nicht wirklich durch Grafikpracht bestechen, aber wer braucht schon eine fabelhafte Grafik, wenn das Gameplay stimmt? Das Rauminventar wirkt sehr schön und das einzige, was gelegentlich in der Gesamtansicht stört sind die teilweise eckigen Charaktere sowie die etwas pixeligen Bäume.