Das Western-Genre hat es seit jeher in der Spieleszene überraschend schwer. Bedenkt man, welchen kulturellen Einfluss das verklärt romantische Bild von einsamen Cowboys und schießwütigen Banditen auf Kino, Fernsehen, Comics, Trickfilme, Zigarettenwerbung und sogar Schulhoffantasien hatte, hängt das gesamte Feld der Video- und Computerspiele doch ein bisschen hinterher.

Oh sicher, es gibt schon einige Spiele, und auch gewisse Einflüsse sind nicht zu leugnen (wie etwa der in jeder Prügelspielreihe vorkommende obligatorische Indianer, komplett mit obskurem Mystizismus, Liebe zur Natur und Tomahawk-Anspielungen), aber letzten Endes ist es doch so: Bei der Frage nach dem berühmtesten und klassischsten Westernfilm brüllen alle “Spiel mir das Lied vom Tod” oder “The Good, the Bad and the Ugly”. Und was brüllen sie bei Western-Spielen? “Mad Dog McCree”?

Nun aber erscheint Red Dead Redemption (Test lesen) und wird das wahrscheinlich ändern. Grund genug für uns, in blinder Vorfreude unsere zehn interaktiven Lieblingspferdeopern zu listen, die auf ihre Art allesamt rau und maskulin sind und andere Westernklischees bedienen, allerdings entweder in Vergessenheit gerieten oder aus anderen Gründen keine übermäßigen Erfolge waren. In diesem Sinne: Sattelt die Partner, Pferde!

Hot or Not

- Wählt das beste Western-Spiel
Voting startenKlicken, um Voting zu starten (22 Bilder)

Platz 10: Für eine Handvoll Zombies

Begann die „Alone in the Dark“-Reihe auch als der Urahn aller Survival-Horror-Adventures, komplett mit H.P.-Lovecraft-Story, Dämonen und alten Göttern, entwickelten sich die Nachfolger bei gleichbleibendem Gameplay doch in eine ganz andere Richtung, was Szenarien angeht. Durfte man in Teil 2 noch ganz ohne Malzbier gegen Geisterpiraten vorgehen, verschlug es Para-Detektiv Edward Carnby im dritten Teil ins verschlafene Kleinstadtidyll einer Goldgräberstadt mit dem friedvollen Namen “Slaughter Gulch”. Die Gründer der Stadt hätten wissen sollen, dass man seine Siedlung so einfach nicht nennt.

gamona Top 10 - Die 10 besten Western-Spiele aller Zeiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/17Bild 17/331/33
Zwischen Cowboys und Zombies: Ed Carnby hat echt schon alles mitgemacht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und tatsächlich: Quasi direkt nach der Ankunft muss Carnby feststellen, dass es in dem Geisterstädtchen nicht nur Geister, sondern auch aggressive Pistoleros gibt, die ihm mit allerlei altem Schießgerät auf den Pelz rücken wollen. So eigenartig dieser Sprung auch war, hatte er doch einen gewissen Reiz, eine nahezu leere Westernstadt bei Nacht strahlt einen nicht zu unterschätzenden Grusel aus - selbst im Jahr 1926, in dem das Spiel angesiedelt ist.

Carnby entdeckt bald, dass auf dem Städtchen – wer hätte das gedacht – eine Art Fluch liegt, ein überaus vorhersehbarer Plottwist, der dafür sorgt, dass man ab der Hälfte des Spiels zunehmend mit Zombies zu tun hat. Ach ja, und gegen Ende tauchen dann noch durch Radioaktivität zu grotesken Monstren mutierte Einwohner auf, die einem ans Leder wollen. Herrje, jetzt hätte nur noch ein Virus als Gegnerquelle gefehlt, dann wäre die Liste komplett gewesen.

Nichtsdestotrotz lieferte Alone in the Dark 3 all die guten Elemente, die schon seine Vorgänger so ansprechend gemacht hatten und holte aus dem Western-Horror-Szenario zumindest atmosphärisch so ziemlich alles heraus, was drinsteckte. Die technischen Einschränkungen machten die Erfahrung dabei eigentlich nur umso schöner, denn einen Gegner erst dann zu bemerken, wenn es fast schon zu spät ist, weil er kein Geräusch macht, ist für so manchen Schockmoment gut. Dazu noch die wunderschön handgezeichneten Hintergründe, ein wahrhaft denkwürdiger Soundtrack und ein streckenweise grausamer Schwierigkeitsgrad, schon ist der potentielle Klassiker komplett.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: